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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-01-20 · 2 (20.1.1838) · p. Seite 5

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
2 (20.1.1838)
Date
1838-01-20
Page
Seite 5 (sequence 1)
Language
German
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I. Jahrgang. No. S Literärisch es und homiletisches Beiblatt. ^ip)ig, dm 20. Januar 1838. Archäologie. Ueber die Laudwirthschaft der Hebräer von Dr. med. P. Philippson. (Fortsetzung.) Wegen dieser Gebirge^ gibt es nur wenig Ebenen und Flächen von einiger Ausdehnung. Die vorzüglichsten sind 1) die Ebene Jifreel (VNJJ^P pöV), welche das Land von der Bai von Ptolemais an bis zum Jordan durchschneidet, die galiläischen von den efraimitischen Gebirgen trennt, wohl bewässert und mit grasrekchen Triften versehen; 2) die Fläche längs des Mittelmeeres vom Karmel bis an den Bach Aegyptens, wovon der nördliche Theil (bis Joppe) Saron, der südliche Sephela genannt wurde. Mit letzterm standen die Planen des Stammes Juda in Verbindung; 3)die Jordansaue (HTTP! PID'0) oder die Ebene an beiden Seiten dieses Flusses vom See Genezareth bis ans tobte Meer, eine mehre Stunden breite bis auf die Wellen des Jordans wasserlose, drückend heiße, daher unfruchtbare und auch im Alterthum unangebaute Thalwüste, westlich und östlich durch steil abfallende, fast ohne Einschnitte fortlaufende Berge (Kalkfelsen von der Juraform) eingeschlossen. In der Gegend von Jericho erweitert sich dstseThalebene zu einer drei Stunden weiten großen Fläche (niinjJ IPPT. Jos. 4, 13), deren Boden aus einem Salzthon mit Sanddünen besteht, aber die fcuchtbarefOase, an welcher Jericho liegt, umstießt (Joseph, jüd. Krieg 4, 8. 2.),; 4) die Hochebene pitlPpn) im Stamme Rüben. Sie gehört zu dem großen aber wasserarmen Plateau des heutigen Belka (Ritter's Erdkunde 1. 386.). In diesen Ebenen und Thälern hat das Erdreich meist eine röthliche Farbe, und besteht aus Thon oder Mergel (einer Mischung von Thon und Kalk). Die Bewässerung bildet hauptsächlich der Jordan. Seine Lange an derQuelle im Berge Panius bis zur Mündung icks todte Meer, in welches er sich mit reißender Geschwindigkeit ergießt, betragt an 36 Stunden, in den Frühlingsmonaten nimmt er die Schneewasser des Libanon auf und schwillt an, ohne über sein eigentliches Bett zu treten, was im Alterthum, da die Ufer niedriger gewesen, wol öfters geschah. So war er wol über alle seine Ufer die ganze Zeit der „Ernte," als die Nation unter Josua über den, Fluß ging (Jos. 3, 15); so wird (1 Chron. 12,15) von den Kriegsobersten der Söhne Gads erzählt, daß sie meist über den Jordan setzten, als er im ersten Monat über alle Ufer angeschwollen war und die Thalbrwohner gegen Morgen und Abend verjagten. Der Jordan durchströmt, schon 126 Stadien von seiner Quelle, den See Meron und weiter südlich den See Tiberias, diese sowol als seine kleinen Nebenflüsse tragen etwas zur Bewässerung bei. Doch obgleich das Land auch Quellen, bei Tiberias selbst Mineralquellen besitzt, obgleich diese hier und da Bäche*), z.B. den Bach Arnon, Jabok, Kidron u. a. bilden und selbst zu kleinen Flüssen anwachsen, so reichte die natürliche Bewässerung dennoch nicht hin und, man mußte daher das Wasser theils durch Kanäle vertheilen, theils Cisternen zum Auffangen des Regenwassers anlegen, die natürlich den,lebendigen Brunnen und Quellen nachgesetzt würben. So Jeremias 2, 13: „ein zweifaches Uebel hat mein Volk gegangen, mich hat es verlassen, die Quelle frischen Wassers und gräbt sich Eisternen, löcherige Cisternen, die kein Wasser fassen." Diese Cisternen, welche wir schon in den Erzählungen der Genesis erwähnt finden, ra ixSo/jta (Joseph, jüd. Krieg 3, 7. 13.) waren in der Regel so gebaut, daß sie je tiefer desto weiter 'wurden, sie waren so groß, daß Jsmael betr Netanjab 76 Erschlagene in eine solche Grube warf (Jer. 41, 7), es gab deren öffentliche und private (Misn. Erubin 2, 4.), sie waren mit Kalk und Mörtel ausgelegt, damit das Wasser'sich nicht darin verliere. So' wird Abot 2, 8 Eliefer ben Hyrkan eine Cisterne von Kalk genannt, wodurch kein Tropfen schwindet (NLll “DNp TpTG). Sie waren entweder bedeckt (Exod. 21, 23.) oder mit einer *») Auch die im Winter durch Regen entstehenden Gewässer, welche in der heißen Jahrszeit austrocknen, wurden Bache genannt, z. B. der Bach Aegyptens an der Südgrenze (2 B. K. 24, 7.).

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