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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-08-18 · 23 (18.8.1838) · p. Seite 90

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
23 (18.8.1838)
Date
1838-08-18
Page
Seite 90 (sequence 2)
Language
German
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90 Griffbrette die Saiten verkürzt oder verlängert und die rechte Hand die Töne greift. Gleichwol kam wahrscheinlich auch eine andere Form derselben Jnstrumenten-Gattung vor, die sich vielleicht von dem gewöhnlichen 122 durch den Mangel eines Griffbrettes unterschied, aber dafür eine größere Anzahl von Saiten hatte. Dieses war denn das b? 122 1 Chron. 15, 21 und hiermit wol gleichbedeutend rpma Ps. 6, 1. 12, 1.: Esther zur Octave eingerichtet, also mit 8 Saiten, die eben so viele Töne angaben. Jndeß ist die Bedeutung von 122212 unsicher. Auch zur Zeit des Josephus gab es ein 122 (xivvvqu), mit 10 Saiten. V22 ist nun wol nichts Andres als ein Instrument wie unsere Harfe, deren Form schon sehr alt ist, wie man dies aus der Abbildung eines solchen Instrumentes, welche man in Aegypten, in einer Höhle nahe bei Theben fand, sehen kann, wobei man zugleich von der Schönheit der Form, welche den heutigen Arbeiten nichts nachgibt, äußerst überrascht wird *). Von dem gewöhnlichen b22 wird unterschieden das -1112? V23 Ps. 33, 2. 144,9., auch nur 1223» genannt Ps. 92, 4., d. i. die Harfe mit 10 Saiten. Das (gewöhnliche) ^22 hatte nach Josephus 12 Saiten. Möglich also, daß die Zahl der Saiten den Unterschied (s. besonders Psi 92, 4.) der beiden Instrumente bildete. b22 1 Chron. 15, 20. vergl. Ps. 46, l. ist dunkel. Von Blas - Instrumenten werden sehr häufig genannt N1LLN und idtä, Trompete und Horn. Beide unterschieden sich vorzüglich der Materie nach, wie auch die griechische Uebersetzung bei Ps. 98, 6. andeutet. Denn die NILLN wurde aus Merallblech (z. B. nach 4 Mos. 10, 2 ff. aus Silber) verfertigt. Das 12112 aber war aus Horn (wie man sich aus -dem fortdauernden Gebrauche dieses Instrumentes in der Synagoge ebenfalls überzeugen kann) und wird der Materie wegen wirklich auch “pp genannt; denn bei Jos. 6, 5 kann gar kein Zweifel.obwalten, daß beides sich auf ein und dasselbe Instrument beziehe. Auch Var» welches mit pp und 1O22 verbunden ist und nur 2 Mos. 19, 13 allein steht, haben Einige für ein besonderes Instrument gehalten uüd, weil p22 dabei steht, an ein Ziehen wie bei unserer Posaune gedacht. Indeß b2i entspricht unstreitig, wie auch Gesenius (u. d. W.) mit Recht vermuthet, dem deutschen „jubeln" und bezeichnet nicht ein eignes Instrument, sondern, wie eine unbefangene Ansicht der Stellen Jos. 6, 4. 5. 6. 8. 13. lehrt, einen jubelnden, Helle« Ton des Hornes selbst. Daher wird auch 2 Mos. 19, 16. 19. ausdrücklich dieses Instrument in Bezug auf das V. 13. genannt. Daß *) S. den Steindruck in meiner Geschichte der hebr. Musik. aber an dieser Stelle (V. 13.) blos stehet, ohne Verbindung mit isra hat seinen natürlichen Grund darin, daß ein solches Instrument dort in der Tbat nicht vorhanden war und daß der Helle Ton, der dem Volke von einem Schofar zu kommen schien/ eigentlich durch ein Wunder und ohne jedes Instrument entstand. P122 bezeichnet nun nicht weiter als das lange Anhalten dieses Tones, wofür 2 Mos. 19, 19 ebenfalls als Beleg dient, wo das P1222 b2^N (beides) umschrieben ist durch pm ffbiN IL'LN Vrp 282. (Das scheint kein Zuneymen, sondern nur ein Fortdauern des Tones auszudrücken, vergl. V. 16.) Wn (von Vbtt durchbohren) ist unstreitig ein flötenartiges Instrument, dessen größere oder geringere Uebereinstimmung mit den noch jetzt im Orient sich findenden Instrumenten dieser Art nicht zu ermitteln ist. Sollte der Plural iibnd.Ps. 5. nicht im Allgemeinen Flöten bedeuten, sondern sich auf ein einzelnes Instrument beziehen, so könnte darunter eine Doppelflöte verstanden sein, für welches Instrument wahrscheinlich auch ii2£>2i2 Dan. 3, 5. 10 zu nehmen ist. Ueber 222> sind die Meinungen sehr getheilt, indem man ungewiß war, ob man hierunter ein Saiten- oder Blas-Jnstrument verstehen solle und, wenn es das letzte war, welche Form es gehabt. Die alten Uebersetzungen weichen sehr von einander ab und die Etymologie laßt uns im Stiche. Um so weniger darf man wol übersehen, daß 231S Ps. 150, 4. neben 222 stehet. Da nun 222 hier alle Instrumente mit Saiten andeutet, so kann daneben wol nicht noch ein einzelnes Saiteninstrument besonders genannt sein. Hieraus scheint uns nicht allein hervorzugehen, daß 2Si? hier auf Blas-Instrumente hindeutet, sondern auch daß es nicht ein einzelnes dieser Instrumente, sondern die ganze Gattung als solche, im vollständig entsprechenden Gegensätze zu 222 bezeichnet. Dies paßt auch auf die übrigen Stellen. Denn 1 Mos. 4, 21., wo 2in? dem 222 entgegengesetzt ist, steht das letztere offenbar nicht für ein bestimmtes einzelnes Saiten-Instrument, sondern für die Gattung überhaupt (da Jubal ohne Zweifel als der Erfinder der Instrumental-Musik im Allgemeinen und nicht einiger einzelnen Instrumente genannt wird). Eben so wenig kann man bei Hiob 21, 12 an drei einzelne Instrumente denken, da hier offenbar die drei Gattungen der Schlag-, Saiten- und Blas - Instrumente gemeint'sind. Bei Hiob 30, 31. wo dies 231? ebenfalls dem "122 entgegensteht, wird sein Ton mit der Stimme Weinender (bip 2^22) in Vergleichung gebracht, was vielleicht amfy auf den gedehnten Ton eines-Blase-Instrumentes besser paffen mag,

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