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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-03-17 · 7 (17.3.1838) · p. Seite 27

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
7 (17.3.1838)
Date
1838-03-17
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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27 eben nicht die Waffen der gelehrten Diskussion führen, und nicht die Forschung selbst, sondern nur das Resultat der Forschung geben darf, weil sie sonst ihrer Stellung zum Volke ganz entsagen müßte. Die Homiletik selbst nimmt daher vielmehr zum Talmud die ihr zukommende Stellung ein, daß sie die einzelnen höheren ünd reineren' Lehren des Talmuds' stofflich benutzt und aufniyrmt. Fassen wir das Gesagte zusammen, so liegt also die Bedeutsamkeit der jetzigen jüdischen Homiletik darin, daß sie 1) die verschiedenen Stufen der Entwickelung des neuern, Iuöenthums bezeichnet; 2) Die Ausarbeitung der jüdischen dogmatischen Lehren gibt. ' 1 ' Gehen wir nun daran, die, neuesten Produkte der jüdischen Homiletik kritisch zu beleuchten, so können wir allerdings die gegebenen beiden inhaltlichen Punkte als ^oberste Kriterien ansehen, dürfen jedoch Lokalitäten, Individualitäten und'Casualitäten nicht außer Augen lassen, so wie auf die Form und die Erfüllung ihrer Bedingungen ebenfalls Rücksicht genommen werden muß. Die jüdische Homiletik hat sich vom Boden der alten Decaschot, zu lösen gehabt. Nun war aber den jüdischen Theologen doch schon die Predigt als etwas Gegebenes entgegengetreten, und diesem sich hingebend, hatten jene alsbald die Vollendung der Form im Auge gehabt. Es war aber natürlich, daß, wie die beiden Extreme neben einander standen, mit der Zeit aus dem Schooße der Masse erst die allgemeine Entwickelung nachfolgte,, und ihre Zwischenstufen sichtlich wurden. Damit nahm denn auch die jüdische Homiletik eine eigne, selbstständige Richtung, in der es besonders eine Vermittelung des Alten und Neuen galt. Die jüdische Homiletik wurde gewissermaßen das neutrale Gebiet des Alten und Neuen. Und das wird Iederman für ein großes Glück, erkennen. Um dies richtig zu verstehen, müssen wir die Aufmerksamkeit des Lesers noch ein wenig im Allgemeinen festhalten. (Fortsetzung folgt.) Literarische Notizen. e: -5*cn Scrtbolb Auerbach, dem Verfasser deö histor. Romans r wird er ne Biographie Moses Mendelsohn's erscheinen. In London soll auf^Subscription erscheinen: Lectures on the literature, customs, am! nianners of the Jews, principajly to Vlnstrate'the Old Testament scriptures and Lectures on the Canon of the new Test. , wilh some arcoimt of the circuinstances,' wliich gave rise to the Gospels et Epistles by thes Anthor of the Gate of the Hebrews. Arabic and Syriac. Ob es wirklich erscheint, werden wir zut Zeit berichten. Im vorigen Jahre erschien in London: The hook qf the Patriarch Job, translated, to which is prefixed an Introdiiction on the history, times, country, friends and book of the Patriarch , ant to which is appended a Commentary critical and exegetical. By Samuel Lee. D. D. — Hier herrscht die Meinung vor, daß Hiob die Gespräche selbst ausgezeichnet, aber die Geschichtserzählung Kap. 1. 2. Kap. 42, 7—16 sei von Möses hinzugefügt. Dre erste Reise in's gelobte Land und eine Beschreibüng davon gab Adamnanus im 8ten Jahrhundert. — Ueber das Klima Pvläftina's sehe man auch Joseph»«, de hell. jud. IV, 8, 4. — Ueber approximative Ausmittelung der, alten Mitteltemperakur von Judaa schrieb eine schöne Abhandlung Arago im Annuaire dut bureau des loxiguitudes pour l’annee 1834, Literatur. Spinoza, ein historischer Roman von Berthold Auerbach. Stuttgart, Scherble 1837. Beurtheilt von Louis Seligmann. Roman und Judenthum? Was haben die beiden mit einänder gemein? wird -ie erste Frage sein, die Sie, geehrtester Herr Redakteur, so wie viele Andere aufwerfen werden, wenn sich Res. vorsetzt, die in der Ueberschrift genannte neueste Erscheinung^ in Ihrem geschätzten Blatte zu besprechen. Wollte Gott! die äußere Geschichte des Tages nöthigte uns nicht, aus unsrer eignen Innerlichkeit, aus den Gebilden der Phantasie, die sich an dem Glauben, wie ihn das Volk Jahrtausende hindurch gehegt und gepflegt, nährt, den Trost und die Kraft heraufzuholen, welche jene versagt. Wollte wir müßten mit dem Herzen nicht in die Poesie, ja mit dem Geiste nicht in die Wisieiischaft flüchten, um nur den Blick abzuwend'en von den Erbärmlichkeiten, die daS Leben in so furchtbarer Fülle bietet; so sehr wir auch den jugendlichen Aufschwung auf diesem wie auf , jenem Gebiete freudig begrüßen. Abgesehen hievon aber ist cs Überhaupt wohlthuend, wenn neben oder bester in dem Ernst der Wissenschaft des Judentbums auch die Anmuth der Poesie tritt, erheiternd und verschönernd. So zeigt es auch der Gang der Culturgeschichte der Menschheit, daß Wissenschaft und Poesie sich die Hände bieten müffen, wenn jene nicht in eine unerquickliche Verstandesthätigkeit erstarren sott. Und so heißen wir das vorliegende Werk, als den Anfangspunkt eines neuen Elementes in der Gestaltung des Judenthums, willkommen; weil wir von dieser Richtung, abgesehen von dem rein poetischen Werthe, und obgleich die Poesie mit Bewußtsein keinen andern Zweck verfolgen darf als sich selbst, eine wohlthätige Wirkung auf unsere Wissenschaft erwarten. Wenn wir das genannte Werk den Anfangspunkt in dieser Richtung nannten, so wollen wir damit den Werch der übrigen poetischen Erscheinungen der neuern Zeit auf dem Boden des Judenthums nicht schmälern, lasten denselben vielmehr, wie z. B. der Mvsaide'des Steinhcim, wie wir dies auch schon anderwärts ausgesprochen, volle Anerkennung zu Theil werden. Wir

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