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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-03-17 · 7 (17.3.1838) · p. Seite 26

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
7 (17.3.1838)
Date
1838-03-17
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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26 bemerkt der alte Scholiast, daß die Aedilen an den Florealen dem Volke auf offenem Markte dergleichen Hülsenfrüchte auswerfcn ließen, weil die Römer anfangs arm gewesen waren. Piin. 18, 30: Inter legumina inaximus honos fal)ae, quippe ex qua tentatus etiam sit panis. Frumento etiam miscetur apud plerasque gentes. Bekannt ist, daß sie den Pythagoraern verboten war, eben so dem Hohenpriester am Versöhnungstage, weil sie schläfrig macht. (Fortsetzung folgt.) Homiletik. Neueste homiletische Schriften. Kaum sind drei Decennien vergangen, daß deutsche Predigten in jüdischen Gotteshäusern gehalten werden, und die homiletische Literatur des Judenthums ist schon zu einem großen Umfange angeschwolleN. Freilich findet sich gerade in dieser Literatur das Meiste, was Nach kurzem Dasein in die- Fluch der Vergessenheit hinabsteigt, — nichts desto weniger hat sie ihre große Beoeutsamkeit. Wir wollen uns hier nicht weitläufig über den Werth der Predigt im Allgemeinen auslassen, so viel ist aber gewiß, daß für den jüd. Gottesdienst die Predigt d'ie wichtigste Verbesserung ist, die schon allein alles Andere aufwiegt. Es ist mit Bestimmtheit zu sagen, daß die Predigt das eigentliche Vehikel alles Gottesdienstes in neuerer Zeit ist — da dem neuern Menschen alles Wiederkehrende und Gleichförmige trotz aller Anstrengung dagegen bloße Form ist, er dagegen überall etwas zu denken verlangt, und nur vermittelst der Erregung seiner Gedankenwelt gehoben werden kann. Es findet dies bei allen Confessionen Statt. Man sieht daher oft gerade bei dem gebildetsten-Gottesdienste die Leute zur Predigt kommen und nach der Predigt gehen. Die Bedeutsamkeit der homiletischen Literatur ist aber in' der Gegenwart der jüdischen Welt nicht bloß die allgemeine, daß der Inhalt der Religion und Moral auf populäre Weise, wie auch in der Region des Gefühls, durch sie ausgearbeitet werde.. Da das Judenthum unleugbar in einer Entwickelungs- und Uebergangsperiode begriffen ist, so gibt uns die homiletische Literatur das beste und sicherste Bild, inwiefern und wie diese Entwickelung vor sich geht. Denn da sie sich unmittelbar an das Volk lehnt, und aus dem Verkehr der theologischen Wissenschaft mit dem Volke entspringt, hat sie den eigenthümlichen Werth einer gewissen Wirklichkeit, die deutlicher Zeugnrß gibt, als die rein wissenschaftliche Bearbeitung unserer Theologie. Von der andern Seite kommt nun noch hinzu, daß der größere Theil der gegenwärtigen homiletischen Literatur vermöge der eigenthümlichen Verhältnisse einen eigenthümlichen Standpunkt einnimmt. Als man anfing zu predigen unter. den Juden, hatte man zuerst mit der Veröffentlichung die besonderen Zwecke, der allgemeinen Welt zu beweisen, daß erstens die Juden sehr wohl geeignet waren, eine gebildetere, regelmäßigere und wissenschaftlichere Form zu cöncipiren, zweitens daß cs der jüdischen Religion durchaus nicht am moralischen Elemente fehle. Nach dieser Rich, tung bewegten sich daher alle frühere Produkte der jüdischen Homiletik, und vollführten dieselbe gewiß brav. Jetzt aber, wo die beiden genannten Zwecke, erledigt sind, wo man längst die Ueberzeugung, bisweilen wider Willen, gewonnen, daß die Juden die deutsche Muttersprache eben ko meisterhaft handhaben, und sich auf guten log ischen Wegen halten können, wie Einer; und wo es nicht mehr geläugnet wird und werden darf, daß das.moralische Element der jüdischen Religion die Anforderungen an Reinheit und Sicherheit befriedigt, die nur gestellt werden können — hat sich der Jncidenzpunkt wo anders hingewendet, und mit ihm die jüdische Homiletik. — Die Angriffe nemtich, die gegenwärtig gegen das religiöse Judenthum geschehen, sind, wie gesagt, nicht mehr moralischer Art, sondern dogmatischer Tendenz. Man wirft dem Judenthum dogmatische Mängel vor, indem man diese eines Theils aus der Rüstkammer des Talmuds herholt, andern Theils besonders sich auf die Versöhnung und Vermittelung der menschlichen Sünd- Hastigkeit beruft. Es ist daher der gegenwärtige Veruf der jüdischen Homiletik, die Reinheit der jüdischen Dogmatik zu verfechten, indem sie die Lehre von Gott, wie sie innerhalb des Judenthums gegeben werden soll, die Lehre von dem unmittelbaren Verhaltniß des Menschen zu Gott, wie es vom Judenthume in höchster Vollkommenheit-und Unbeschränktheit hingestellt wird, so wie .den Beweis, daß gerade das Judenthum an Mitteln, den Menschen zu lautern, und ihn auf Gott zurückzuführen, am wenigsten Mangel hat, ausacbeitet. Hierdurch gelangt sie dahin, gerade das Judenthum als die Vereinigung des Glaubens mit der höchsten Vernunft darzustellen, und so. das Menschenthum in die reinste Versöhnung mit Gott zu führen. Freilich, was die Stellung des Talmuds und der rabbinischen Literatur zu dem Offenbarungsglauben betrifft, iss die Homiletik unfähig, die Streitfrage auszugleichen, weil sie

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