Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 7 (17.3.1838)
- Date
- 1838-03-17
- Page
- Seite 25 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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i. Jahrgang. Literarisches dko. r homi l c ti sches B ei b l at t. Leipzig, den 17. März 1838. Arch a o l o g i o. Ueber die Landwirthschaft der Hebräer-., ' von Dr. med. P. Philippfon. (Fortsetzung.) Der Talmud begreift alle Getreidearten unter dem Namen HN p> und unterscheidet sie von Hülsen- und Gartenfrüchten. Angeführt werden dort noch: 1) nbätp*). Die Ausleger sind über diese. Getreideart nicht einig. Einige halten es für Hafer, Arena sativa oder Avena orientalis, allein der Hafer (ßpa/uog) war im Alterthum ein nicht sehr beliebtes Getreide: Gaten sagt, daß es nur eine Nahrung für Thkere sei. Dennoch aber wird obiges Getreide als gewöhnliches Nahrungsmittel im Talmud erwähnt und (Chala 1, 1) als Chalapflichtig erklärt, auch vor Pesach nicht zu genießen erlaubt (vgl. Menachot 10, 7). Auch ist nicht einzusehen, wie die Talmudisten Hafer und Gerste für nicht heterogen (Kilajim 1, 1) erklären würden, da sie doch sehr verschiedner Gattung sind. Es ist daher anzunehmen, was auch die meisten Ausleger thun, daß eS eine Art Gerste sei, von der so viele Spelies und Varietäten im Alterthum gebaut worden sind und worauf auch die Benennung hinweiset, die gar nicht auf Hafer paßt. 2) Auch hierüber sind die Ausleger verschiedner Meinung. Einige halten es für unfern Roggen (secale cereale). Indessen dieser ist uns von Thracien und Macedonien gekommen (/Jp«£a) und es ist daher am wahrscheinlichsten, daß es das alyiov des Dioscorides ist, welches auch atyiXioxjj genannt wird und för eine Art Gerste gilt» Nach Kilajim 1, 1 ist er mit dem Spelt nicht heterogen, «ach Chala und Menachot (a. a. O.) gilt von ihm dasselbe, was von him nSiny. Dies leuchtet auch auS Cha-, la 4, wo es heißt: Was ist einerlei Gattung? (i^pa 2Ba*i«n verbindet sich nur mit Dinkel, Gerste, mit allen übrigen Getreidearten, außer Waizen. — *3 D. h. Fuchsahre. 3) T^)^, Reis, oiyza sativa (CI. VI, ord. 2). Auch dieses im Orient so häufig angebaute, aus Aethiopien stammende Getreide wurde in Palästina in späterer Zeit angebaut, denn es war,(Chala 1, 4; Schebiit 2, 7) zehntenpflichtig. Doch kam der Reis wol nur an wenigen Stellen fort, dä er viel Waffer und eines sumpfigen Bodens bedarf. (Doch hat man auch Berg reis, mit weißem, schmackhaftem und härtern Körnern.) Det Halm ist rohrartig, 2 bis 6 Fuß hoch und hat eine Rispe am Ende, der Kelch einblümig und so wie die Blumenkrone zweispelzig. In Egypten wird das Waffer eine Querhand hoch durch Ochsen über die Reisfelder gewunden, bis er seine Reife erhalten hat. Ueber seine Kultur, die mit großer Mühe verbunden ist, verweisen wir auf Graumüller's Handb. d. Botanik II. Bd. S. 115". Die morgenländischen Völker backen daraus. Torten, Kuchen und anderes Backwerk mit Butter und Gewürzen. Aus dem Mehl laßt sich nur ein unvollkommenes Brot bereiten, mit Waizenmehl vermischt gibt es aber ein weißes und schweres Brot. Solches haben auch die Juden gebacken, denn Chala 3, 7 u» a. O. wird vom Vermischen des Reis- und Waizenteiges gesprochen. In der Gemara wird er Pesach. 114, 2 zu den Getreidearten fP) gerechnet und ebend. 35, 1 an Pesach verboten. II. Hülsenfrüchte, Leguminosa *). 1) Bohne blS KXX. xvufxog. Es ist dies unsere Sau- oder Pferdebohne, Vicia Faba, welche im Alterthum ein häufiges Gericht war, und, besonders von Armen, geröstet gegessen wurde. 2 Sam. 17, 28 wird sie unter andern Früchten dem David nach Machanajkm gebracht. An der öfters schon angeführten Stelle Ezech. 4, 9 soll sie zu Brot verbacken werden. Hömer Jl. 13, 588: Wie von der breiten Schaufel auf großer Tenne Schwarzgefärbte Bohnen springen oder Kichern "). Zu Horaz. Sat. 2, 2. 182. . In oleere atque faba bona tu perdasque lupinia. *) Wenn auch manche der folgenden Gewächse zu den Karten pflanzen gehören, also im 2ten Artikel ihren Platz haben sollten, so fuhren wir sie doch schon hier an, weil sie meistens auch auf Feldern gebaut worden. ♦•) Eben so wird Klajim 1, 1 Bohne und Kicher zusam« mengenaant.