Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 30 (13.10.1838)
- Date
- 1838-10-13
- Page
- Seite 121 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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121 von uns nachgewiesene rhythmische Bau der hebräischen Poesien, im Verhältnisse zur künstlichen Metrik der Griechen vielfach zurückstehe. — So hätten, würden wir antworten, diese Nachweisungen, wenn sie richtig sind, doch immer das doppelte Verdienst, zu verhüten, daß man nicht mehr suche, als sich findet und das Wenige, das wirklich da ist, enthüllt zu haben. Jndeß eben das, was wir fanden, nicht mehr, noch weniger, durften wir erwarten. Dies ist der Rhythmus, der des Dichters natürlichem Verlangen nach Lact und Wohllaut, den unumgänglichen Forderungen des Sängers Genüge leistete, ohne den hohen Flug der Begei- -sterung zu hemmen und den Gedanken Gewalt anzuthun, der dem hebräischen Dichter immer das Erste und Bedeutendste war; dies ist der Rhythmus, der gerade geeignet war, das geistige Spiel des Parallelismus zu unterstützen und besten Gleichmaß man daher auch selten bei parallelen Versen vermissen wird. Und sollen wir den Standpunkt, den diese freie Versbewegung im Bereiche der Rhythmik einnimmt, naher bestimmen, so ist hier der freie jambischanapästische Rhythmus des deutschen Dichters gerade in Vergleich zu bringen. Es ist bekannt, welch vielfältiger Gebrauch von diesem Rhythmus gemacht wird, sowol bei einheimischen Dichtungen in höherm Styl, z. B. dramatischen, als auch bei der Uebersetzung fremder Werke, die den Deutschen dargeboten werden, und es wird keiner sagen, daß etwa ein Herderscher Psalm unrhythmisch sei, wiewoh hier die ungleichen Reihen von dem freiesten Maße gehalten sind. Man lese nun unter diesen Voraussetzungen, mit unsern leicht angewandten Regeln, z. B. das Buch Hiob mit seinen durch das Ganze durchgehenden, kurzen, der Regel nach dreigliederigen Reihen (die nur selten mit zwei- oder vielgliedrigen abwechseln), in dem auch von Hieronymus bemerkten daktylisch-spondeischen Rhythmus, man vergleiche hiermit die zwei ersten in ungebundener Rede geschriebenen Kapitel desselben Buches und man wird gestehen wüsten, daß diese Rhythmik auch da die oben bezeichnete Stufe mit Recht einnimmt, wo selbst nicht, wie dies oft der Fall ist, ganze Versreihen in vollkommen gleichem Maße hinfließen (s. unter andern das obige Beispiel aus Pf. 111). Um das anschaulicher zw machen, theilen wir hier den ersten Theil des Liedes vom rothen Meere mit, indem wir eine Uebersetzung hinzufügen, welche den Rhythmus des Originals nachahmet. Bei der mannigfach beschränkenden Rufgabe, dem Texte Wort für Wort, ja Silbe für Silbe zu folgen, dürfen wir wol für diese Uebersetzung einige Nachsicht in Anspruch nehmen: Aschl-ra lä dönai khi gäöh gääh Ich singe dem Ew'gen der hoch erhaben, Süs veröeh-bö ramäb bäj-jam Roß und Reuter stürzt' er ins Meer. 0§8i veslmrath jäh Sieges-Gesang ist Iah, Yäjhl li lisch ü äh Er war mir zur Hülfe, 8eh eil veanvehü Er Gott mir, ich preis' ihn, EIö - he all väärÖm - menhü Und Gott des Vaters und ich rühm'ihn Ado - nä - i Isch milchämäh ädönäi schemö Der Ewg' ist Herr des Kampfes und ew'ger sein Nam', Näreböth pärÖh veehelö järäh bäjjärn Wagen Pharo's u. Schaaren stürzt' er ins Meer. Ilmlbchär schälischäv tübbii bjäm-süph Die Auswahl der Krieger sank ins Schilf-Meer, Thoinoth jchasjumu jardu bimzoloth emo aben Fluthen - umhüllet sanken zu Grund sie gleich Steinen. Jemlncha ädönäi nedäri bäccöäch Dein Arm ist, o Ew'ger verherrlicht durch Stärke, Jemlncha ädönäi llrlräz öjeb Dein Arm, der, o Ew'ger, streckt den Feind hin! Ubröb geönchä thärös cämecha MitHoch-gewalt verdirbst du die Gegner, Hie schälläch chärönchä jÖchlemo cäkkäsch Du sandtest den Korn, er verzehrt sie wie Spreu, Yb mach äppechä neermü mäjim Und wehet dein Odem, da thürmt sich Wasser, Nlzzebü emo ned nösllm Stellet sich als Mau'r Fluß'ges Käfeii thömöth bleb - jäm Starret die Fluth im Meeres-grund Amär öjeb Sprach der Feind auch: Ei-döf ässlg „Folgend fass'ich, Achällek schäläl Vertheike Beute, ThimläemÖ näFschl Es verschlingt meinMuth sie, Arik chärbi . Zieh'nd die Waffe Tho-ri-sche -mö jä-dl Wird mein Arm sie tilgen." Naschäfthä brüchächä khlssämo jäm Du bliesest deinen Hauch, sie deckt das Meer