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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-10-13 · 30 (13.10.1838) · p. Seite 120

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
30 (13.10.1838)
Date
1838-10-13
Page
Seite 120 (sequence 2)
Language
German
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120 ■'B^i'ri 1 ^■'PN'gp ^pnrfb 1 Da nun aber diese wirkliche Silben-Gleichzahl sich sehr oft nicht wieder fand, so sieht sich schon dieser Forscher genöthiget, noch eine andere Act von Versmaaß im Hebräischen anzunehmen, bei welcher die Silbenzahl verschiedener Verse nicht übereinstimme, aber diese Unregelmäßigkeit durch den Gesang, d. i. durch den Rhythmus sich ausgleiche. Man sieht also, daß R. Moses hier auf dem ganz richtigen Wege war. Ein ähnliches richtiges Gefühl leitete unstreitig auch R. Samuel Arcuvolti welcher, indem er zu erweisen suchte, daß unter den übrigen Versformen, deren sich neuere israelitische Dichter bedient, namentlich auch der Reim in der heiligen Schrift seinen Ursprung habe, folgende Beispiele anführt, in welchen er offenbar auch auf Rhythmus Rücksicht nahm: ssbfs a'b'n 5 Mos. 32, 6. ■'nb'Vya ün^iVrf Nbbb Nicht.- 14, 18. “’n^'rf ünaktt' ab> jcrm53 Ps. 15, 8. vnh ' rtäS'a Tax bs nbnb 'zn'ä '■’i' Spr. 31, 18. nbb Inbbb^ ^§^7^ rr'b . ’jfnna» öf n' ttrrjj Spr. 15, 15. ‘■pn^' l»*>nS'iiöin ' Nfsnbt Ps. 2, 3. nabw' 'rS Was nun R. Asaria betrifft, so ist es ganz natürlich, daß er bei dem zu Grunde liegenden rhythmischen Glcichmaaße so häufig eine Gleichzahl von Gliedern und namentlich dort im Allgemeinen Verse von sechs Gliedern entdecken mußte, wo Josephus Hexameter oder Verse von sechs Füßen angiebt. Denn da jedes Wort nur auf einer Silbe den ToK hat, da gleichfalls jeder Versfuß nur eine betonte Länge hat, so kann es nicht anders geschehen, als daß sehr häufig wenigstens gerade so viele Wortglieder sich finden, als die Reihe Versfüße hat. Da nun aber ein längeres Wort auf einer der vordem Silben noch einen Halbton (Jctus) erhält,, welcher auch, wo es der Rhythmus fordert, eine metrische Lange bilden kann , z. B. (vgl. im Deutschen: ungenadig — ungenadig, welches an andern Stellen mit gleicher Richtigkeit betont werden kann: ungenadig — ungenadig), da ferner auch Schwa zuweilen eine, kurze Silbe bildet, so kam der hebräische Dichter oft mit zweien Wörtern, statt dreier, aus (wofür er an andern Stellen wiederum vier kleine Wörter gebrauchte) und hieraus erklären sich vollkommen die Falle, welche, als Ausnahmen von dem Gesetze der Gliedergleichzahl, auch Joel Löwe treffend anführt, z. B.: bN'“Nbä ön ürpb" 'rbi2 rsnpb irmrr f-irpp Trnb'vi m?2 brz.b'bp Fassen wir nun noch einmal ins Auge daß, wenn wir im Allgemeinen Grund haben, eine rhythmische Poesie bei den Hebräern anzunehmen, alte Schriftsteller uns die Existenz derselben in den heiligen Schriften ausdrücklich melden, daß sie nicht allein Verse im Allgemeinen sondern auch eine bestimmte Länge und Rhythmik derselben und zwar mitunter in Bezug auf besonders genannte Bücher und Stücke angeben, daß diesen Angaben das von R. Asaria beobachtete Gliedecmaß, auf eine höchst auffallende Weise, und zwar auch nicht blos im Allgemeinen, sondern auch in Bezug auf namentlich angegebene Stücke (wie 5 Mos. 32), entgegenkommt, daß endlich hierzu nach unfern Untersuchungen eine (von so Vielen schon dunkel empfundene) Rhythmik wirklich hinzukommt, welche die Uebereinstimmung mit unfern Erwartungen und mit den Angaben jener Schriftsteller vollständig macht — so dürfen wir wol den Schluß machen, daß das Zusammentreffen aller dieser Umstande kein Zufall sei, daß die unzweideutigen, sich nunmehr für Auge und Ohr bewahrenden, Behauptungen jener Schriftsteller nicht leichtsinnig und lügenhaft ersonnen seien, daß ferner, weil die von uns angewandte Betonungsweise allein diejenige Verslänge und diejenige Rhythmik zum Vorschein brachte, die jene Männer deutlich genug, angeben, auch sie selbst entweder derselben oder einer höchst ähnlichen Betonungsweise gefolgt sind, und daß endlich, weil was diese genannten Männer fanden in der ursprünglichen Anlage des Gedichtes gegeben sein mußte, die von ihnen angedeutete und von uns entwickelte Rhythmik in ihren Grundzügen dieselbe sein müsse, welche die Dichter jener heiligen Poesien selbst, als eine natürliche äußere Form für die innere Rhythmik der Gedanken, in Anwendung brachten und empfanden. Man könnte uns jedoch zum Theil einwenden, daß der

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