Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 22 (11.8.1838)
- Date
- 1838-08-11
- Page
- Seite 87 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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87 lichen Werke (2 Chron. 2, 8) nicht ausreichten (V. 6. 7.). Es geht also hieraus keineswegs hervor, daß die Hebräer von den Phöniciekn die Baukunst selbst und alle dazu gehörigen Arbeiten erlernen, oder sich gar ihren Tempel erst von jenen mußten bauen lassen, wobei man namentlich auch vergessen zu haben scheint, daß der erste Architekt und noch andere Beamte bei diesem Bau, nothwendigJsraeliten sein mußten, weil eben israelitisch-religiöse Ansichten und Gesetze auf die ganze Eintheilung, Anordnung und Ausschmückung dieses Gotteshauses, wie auf die einzelnen Theile und Gerathe desselben, einen so durchgreifenden Einfluß ausübten, daß unmöglich heidnische Künstler die Ober-Aufsicht und die Leitung des Ganzen übernehmen konnten. Uebrigens gehört hieher auck die Kunst in Felsen zu arbeiten, indem man große Raume (von denen öfter mehrere mit einander zusammenhingen) zur Beisetzung der Leichen kn den Berg selbst, mit gewaltiger Arbeit und großer Kunst hineinarbeitete, zu welchem geschmackvoll verzierte, «mit steinernen Thüren verschlossene, Eingänge führten. Diese Kunst scheinen die Hebräer schon früh geübt zu habet: (1 Mos. 50, 5.) und noch erregen die Gräber Josephs und Josua's (bei Sichem und zu Türmat-Serach), die Gräher der Richter Israels, der Könige von Juda und die andern Felsenwerke von Jerusalem, das Erstaunen der Reisenden, ungeheure Monumente, die sich den kolossalsten Werken des Alterthums anschließen. Daß die Hebräer später auch km griechischen Geschmacke bedeutende Bauwerke errichteten, ist bekannt. Daher nimmt ein wohlunterrichteter Kenner *) dieser. Dinge keinen Anstand zu bemerken, daß die Israeliten, „in Rücksicht der Beharrlichkeit zu kühnen und großen Unternehmungen, einen ehrenvollen Rang in der Geschichte der Baukunst des Orients einnehmen." (Fortsetzung folg t.) Literarische Correspondenz. München, 15. Mai. Bibliographische Notizen über die hebräischen Manuskripte der königlichen Bibliothek zu München, von Lilie nthal. (Fortsetzung.) 7l) d«hiö'? eine jüdische Grammatik von R. David den Josua (im>n), der genannt wird Don Salomo Ebn Geschichte der Baukunst bei den Alten. Bd. I. «?0' Auch Winkelmann (Gesch. der Kunst, Wien1776. hat schon einigermaßen das Unrecht gefühlt, welches man, m Bezug auf die Künste, den Hebräern thut. Jechija. Er verfaßte sie in Lissabon für seinen Freund R. David dem Sohne des Don Joseph Ebn Jechija. Sie zerfällt in zwei Theile, im ersten sind die Regeln der Grammatik angegeben, im zweiten Vorschriften über die Dichtkunst. — Abgeschrieben ist das Exemplar im' Jahre 1517 für den hochwürdigen Provinzialen zu Schwaben und am Rhein, Kaspar Amman, Doctor der Theologie. — 72) Die Commentare des Ebn Roschd in des Aristoteles Physik, dessen Seelcnlehre, dessen Astronomie, und des Aristoteles Werk über Entstehen und Vergehen (6s Aonoratlons et eorrnptione). — 73) Ein höchst schätzbares Manuskript des msi-Dt 'ö oder die Concordanz des R. Elias Levita Bachur in zwei Foliobänden. Der vollkommne hebräische Titel in vorliegendem Manuscripte lautet; *nSn lmS« S pns>n nwn n-nso di-uüv hv ■pN-mprnpn miött V't. Er gibt nämlich in der Vorrede in einer langen Beschreibung den Nutzen seiner unternommenen Arbeit an, fügt daUn mehrere masoretische Bemerkungen, die sich in den altern Werken nicht vorfinden, bei, und beginnt dann sein Werk, an dessen Anfang sich die Jahreszahl 5276, und am Ende die vom Jahre 5281 vorfindet. Nach Wolf ist dieses Werk nie im Druck erschienen; es ward zwar vom Verfass« dieses Zweckes halber nach Paris geschickt, aber wahrscheinlich gehört auch der Umstand, daß er hier nicht zum Ziele kam, zu den übrigen glücklichen Lebensverhältniffen dieses Autors. 74) tos ■»tyvrin von NachmanideS. 75) Das schon oben angeführte Werk des R. Menachem Zioni ben Meir Zioni, mystischer Commentar auf den Pentateuch. 76) Commentar auf die 5 Megillot von R. Tobias ben Elieser. Er fußt auf den Erklärungen deS Talmuds und der Midraschim. — - 77) n-nm pna von R. Jehuda ben Joseph Brasqni. In Wolf wird ein Werk gleichen NamenS von R. Jehuda Choraseni angeführt, dabei aber schon zugestanden, daß mit Zuverlässigkeit nicht angegeben werden könne, ob dies derName des AuctyrS sei; dasselbe Werk wird auch unter den Schriften des R. Jehuda ben R. Barsiilai angeführt, aber zugleich bemerkt, daß der Verfasser gewöhnlich nur Jehuda Philosophuö heiße, und das Werk in 22 Abschnitten fast alle Hauptmomente der Philosophie umfasse. Da nun vorliegende Handschrift den Namen deS AuctorS ausführlich und zuverlässig angibt, und in 22 Abschnitten fast die ganze Philosophie abhandelt, so läßt sich mit Recht vermuthen, daß, genanntes Werk nur den R. Jehuda ben Joseph Brasani zum wirklichen Verfasser habe, den beiden andern aber mit Unrecht zugeschrieben werde. In der Einleitung erzählt der Autor, daß er im Gefängnisse dieses Werk getrieben habe.,- 78) Commentar auf Hiob von R.'S era chjah ben Jsaac b. Schealti el aus Barcelona. Alsnothwendige Vorbedingungen zur Verfassung irgend eines Commentars, und folglich auch die Gesichtspunkte, von denen aus er den seinigen bearbeitete, gibt er in seiner einleitenden Vorrede an: 1) Genaue Kenntniß der Sprache; 2) logische Kritik; 3) Bewandniß in den Wissenschaften. Er nimmt mit dem Talmud als Verfasser MofeS an;, erklärt das Ganze als eine Parabel über das heilige Walten der