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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-02-10 · 4 (10.2.1838) · p. Seite 15

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
4 (10.2.1838)
Date
1838-02-10
Page
Seite 15 (sequence 3)
Language
German
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15 überredten Königs Einwilligung ein Edict, die Juden auszurotten, dem Mordechai ein durch Haman unterschlagenes Purgationsschreiben entgegensetzt. Dann eröffnet Mordechai der Esther den Anschlag zur Vertilgung Israels, und diese antwortet in elegischen Klagen. Die Gemeinde versammelt sich im Bethause, und Mordechai ruft im Namen Aller Gott um Rettung an. Ebenso Esther, niederknieend inmitten ihrer Dienerinnen vor einem Altar mit Myrrhen und Weihrauch im Innern ihres Palastes. Darauf bittet sie den König mit Haman zum Gastmahl, und dieser faßt in Folge des Rathes seiner Frau den Entschluß, auf die unverzügliche Ermordung Mordechai's anzutragen. III. Der König hört in einer, schlaflosen Nacht aus der verlesenen Chronik, daß Mordechai, sein Lebensretter, noch keinen Dank, keine Ehrenbezeugung empfangen habe, undbefiehlt dem Haman, den tiefbestürzten, den Juden Mordechai zum ersten Magnaten des Reichs zu erheben. Dieser verzweifelt fast, und feine Söhne sammt seinem. Weibe schnauben Rache. Bei dem Gastmahle in dem Palaste der Königin eröffnet diese dem König den Grund ihrer Unruhe. Haman fallt, starr vor Schrecken, auf den Pfühl der Königin nieder, und der noch dazu von Eifersucht entbrannte König überhäuft ihn mit seinem Grimme. Mit einer Herzensergießung des Mordechai schließt das, seinem Inhalte nach unverwerfliche und höchst sittlich gehaltene Drama. löset ve-Asnat, von 8en!or Süßkknd Rasclikov in Breslau. Breslau 1817. Ein Drama in 5 Aufzügen, mitoft veränderter Scene. Das- Versmaß ist 10 Tenuen; die Sheba's bleiben, zufolge des syllabischen Metrums, unberechnet. Zuerst eine kurze Angabe des Inhalts: Josef, Sklav in Potifar's Hause, durch diesen wegen seiner-Schönheit und Treue zum obersten Gebieterin demselben erhoben, hat zugleich die Liebe des Weibes seines Herrn und der Tochter desselben, Asn at, gewonnen. Die Mutter Asnat's wenNet Alles an, um Joseph für sich zu gewinnen, sie gibt ihre Tochter, in welcher sie ihre Nebenbuhlerin erkennt, unter die strenge Aufsicht eines Äthiopiers, und begünstigt die Liebe des Oberbackers Pharaos zur Asnat. ' Da ihr letzter Versuch, den Josef zu verführen, fehlgeschlagen, stürzt sie ihn, unter dem falschen Vorwand deintendirten Ehebruchs, ins Gefangniß, wo Josef die Zuneigung des Aufsehers gewinnt, und, endlich zu Pharao gerufen, die Traume deutet, in deren Deutung die ägyptischen Hierophanten dem Könige nicht genügt hatten. Potifär, unterdessen zum Priester von Helkopolis erhoben, erzählt dem König den Grund, warum Josef (dessen Unschuld bereits durch das Gestandniß seiner eignen schwererkrankten Gemahlin entdeckt sei) in's Gefangniß geworfen worden sei, und Pharao, indem er den Josef zur Würde eines Abrek, erhoben-, beschließt das Glück desselben zu vollenden, indem er ihm die Asnat zur Gattin gibt. Mit der freudigen Ueberraschung der beiden Liebenden schließt das Drama, und der Vorhang fallt unter dem Citherspiel und dem Freudenzuruf der um Pharao's Thron Versammelten. —Die Tradition hat dem Dichter folgende Elemente des Drama's geliefert: 1) die Identität Potifars und Potifera's, des Priesters von On; 2) die Selbstüberwindung Josef's durch das ihm erscheinendtz, Bild seiues Vaters Jakob; 3) die falsche Bedeutung, welche Pharao's Zauberer feinem Traume unterschieben. Im Uebrigen ist die biblische Geschichtserzählung treu beibehalten, kaum paraphrasirt. Der hebräische Styl ist trefflich, einfach, correkt, wohltönend und zierlich, das Colorit hingegen ist keineswegs markirt orientalisch. In dem Drarna ist Alles Handlung, nur selten erscheinen in^den Reden der Personen Sentenzen allgemeingültigen Inhalts. Die Lösung des Knotens erfolgt zu tumultuarisch, die Scene in Kanaan ist ein unnützes Beiwerk, das den einheitlichen Organismus des Ganzen stört. Sie paßte allein in ein Drama: „Josefs Wiedererkennung", jedoch würde die Nachricht,' die Josefs Brüder über ihn von derselben midjanitischen Karavane erhalten, zumal als widerbiblisch, den Effekt schwächen. Auch sind die Träume Binjamin's in Kanaan und Josef's im Kerker zu starke Reflexe der eventuellen Wirklichkeit. Das Ganze ist dieliebliche Exstlingsfrucht der Muse des nun verstorbenen Dichters, der während seines Lebens nie die ihm gebührende Anerkennung' gefunden hat. Es fragt'sich, ob nicht ein Drama, wie dieses, welches eine lebendige Vergegenwärtigung der biblischen Geschichte und der in denselben enthaltenen Lehren zum Zwecke hat,, vielen der deutschen Transcendenten-Dramen vorzuziehen ist. (Fortsetzung folgt.) Literarische Notizen. Das Journal de« Debats kündigt eine wichtige Erscheinung im Gebiete der biblischen Literatur, nemlich Repertoire universel et analytique de l’Ecriture-Saint* par I’Abbe Matalene, mit folgenden Worten an: . Der Abbe Matalene hat so eben ein Werk veröffentlicht, welches unter dem obigen Titel zu kaufen ist. Dieses geistreiche Werk, die Frucht einer langen und ^mühsamen Arbeit, wird sich eines vollkommnen Erfolges erfreuen. ES wird in Seminarien und in allen Religionsschullehrerinstituten von einem ebenso gemeinnützigen Wertde sein, als 'klassische Wörterbücher. Dieses Repertorium wird der Geistlichkeit einen ungemeinen Vortheil gewähren, für die es hauptsächlich bestimmt ist, indem eö ihr lange Studien und lästige Forschungen erspart. Dies ist inzwischen nicht das einzige Verdienst des Werkes. ES vereinigt in einem einzigen Rahmen und stellt gewissermaßen in einem einzigen Bilde alles dadar,

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