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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-02-10 · 4 (10.2.1838) · p. Seite 14

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
4 (10.2.1838)
Date
1838-02-10
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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14 daß Gott deswegen Abel's Opfer dem des Kain vorzog, weil jenes aus Erzeugnissen der Natur, dieses aus, durch den Geiz de§ Menschen gewonnenen, Produkten bestand. — Dennoch findet sich bisweilen auch für den Nomaden eine Gelegenheit, ein fruchtbares Stück Acker zu bebauen, in der sichern Erwartung einer guten Ernte. Hat die große Heerde ringsherum Weiden genug, für acht bis neun Monate bis zur Ernte, so scheuet der Nomade auch die leichte Mühe nicht, das Land zu bearbeiten, welches ihm reiche Belohnung verspricht. In der That, erzählen Beobachter, man erstaunt, wenn man den leichten Pflug sieht, der mit einer Hand bequem getragen wird, von ein Paar Ochsen, Kühen oder Eseln gezogen, ohne Hindernisse den Boden durchschneiden und umwerfen, das erste Mal ihn auflockern, um einzufaen, das andere Mal, den eingestreuten Saamen zuzudekken, wozu selten die Egge gebraucht wird. Oft wird nicht einmal vor der Saat gepflügt, oder nach dem Säen und dem ersten Umpflügen das Land blos mit einer Walze geebnet. Der Dünger wird nur zum Verbrennen gesammelt, reicht also in Ermangelung der Viehställe zum Düngen des 'Ackers nicht aus; doch auch ohne diese Hülfe ist der Erfrag des fruchtbaren Bodens oft unglaublich reichlich. So säet Isaak im Philkstäerlande und bekommt eine hundertfältige Ernte (Gn. 26, 12), so findet sich Josef im Traum mit seinen Brüdern Garben bindend (das. 37, 7). .Nachdem aber Mose den Ackerbau zu seiner Würde erhoben, die zweckmäßigsten Gesetze zu seiner Beförderung gegeben, das Volk selbst die Ländereien Kanan's in Besitz genommen, ward er die Hauptbeschäftigung der Israeliten und stand in größter Achtung. So trifft der Engel des Herrn den Gideon beim Waizendreschen (Nicht. 6, 11);' Elia trifft den Elisa pflügend (1 Kön. 19, 19), König Usia wird ein Freund des Landbaues 271di) genannt, denn er hatte große Heerden, Ackersleute (0^3S) und Weinbauer (tPD“p) 2 Chron. 26, 10. Die fleißige Frau sinnt auf einen Äcker und erwirbt ihn, vom Erwerb ihrer Hände bepflanzt sie einen Weinftock (Spr. 31, 16) und Jes. 28, 26*) wird der Unterricht der Menschen im.Ackerbau auf die Gottheit zurückgeführt,"gleichwie nach den ägyptischen Sagen Isis und Osiris den Anbau von Waizen, Gerste und Wein erfunden und die Menschen gelehrt, nach den griechischen Mythen Bacchus und Ceres. Auch 0ev-8ira (7,15) nennt den Ackerbau: yuagyluv vno vffiaxov £xtia^vi]v, Wie weit sich aber die landwirthschastliche Thätigkeit der Juden nach der babylonischen Zeit und selbst lange Zeit nach den °) „Cs unterwies ihn (den Landmann) nach dem Recht, eS lehrte ihn sein Sott." römischen Kriegen erstreckte, wie sie denselben auch außerhalb Palästina's XpnS yin) wacker betrieben, läßt sich am besten aus den talmudistischen Schriften ersehen, die sich mit mikrologischet Genauigkeit in ganzen Tractaten über Bestimmungen des Ackerbaues auslassen. (Fortsetzung folgt.) Literatur. Beiträge zur Literatur der.hebr.'iischen Poe'ik, Von Fr. D. ' (Eingesandt durch vr. I. Fürst.) Oemul ha-Zadiqim, Mordechak und Esther, drama, tisches. Gedicht. Wien, bei Anton Strauß 1821. -Der Verf. dieses Purim-^Drama's, Kalman Kohn Bist ritz, vorher in einer äußerlich glänzenden Lage, dann verarmt, hat sich der Wissenschaft zugewendet, und kn diesem Gedicht die erste Frucht seiner Studien dargeboten, der man sowol in der Schwerfälligkeit des Styls als in der Unregelmäßigkeit des Versmaßes die verkümmerten Verhältnisse anfieht, unter denen sie, der trüben und ehenso formell als inhaltlich mißvergnüglichen Vorrede zufolge, gezeitigt worden ist. Die hebräische Ausdrucksweise des Dichters ist nicht fließend,-nicht correkt genug, und artet oft in affektirte Schwülstigkeit aus. Das sententiöse Element des Stückes ist, obgleich nicht originell, doch reichhaltig. Ueberhaupt hat das Ganze den Zweck, in dem dramatisch-geschichtlichen Tableau folgende moralische Themen zu veranschaulichen : 1) die Pflicht des Gottvertrauens in der Zeit der Noch und beim Mangel zeitlicher Güter; 2) die Vorsehung Gottes; 3), die Unsterblichkeit der Seele; 4) die Pflicht der Liebe und des Gehorsams gegen irdische Regenten; 5) die Ungerechtigkeit der falschen Beschul- . digungen des jüdischen Volkes. Die Tradition der Talmuds und des Midrasch ist gut benutzt, doch mißfällt es, daß der Verf. ihre historische Wahrheit mit eiserner Strenge zu vindiciren strebt. Das Drama zerfällt in 3 Aufzüge, deren Inhalt folgender ist. 1., Teres sch und Big tan, empört über des Königs geschlechtliche Ausschweifungen und seine neue Liebesraserei gegen Esther, fassen den Plan, ihn zu vergiften. Mordechai hört ihren Mordanschlag und eröffnet ihn der Esther, diese dem König, der die beiden, noch vor ihrem Tode ihm fluchenden Empörer hinzurichten befiehlt, bestärkt in dieser Strenge durch Haman, dem Gemahl der hinterlistigen und schmeichlerischen Zeresch. II. Mordechai verweigert dem Haman die mehr denn menschliche Ehre, auf die er Anspruch macht, und dieser erläßt mit des

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