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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-02-10 · 4 (10.2.1838) · p. Seite 16

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
4 (10.2.1838)
Date
1838-02-10
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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16 was die heilige Schrift über jeden einzelnen Gegenstand der Geschichte, der Lehrsätze und der Moral erzählt, und dadurch ist es von nicht geringem Nutzen für die, welche über die heiligen Schriften auf richtige Weise urtheilen wollen. Sie finden daselbst, mit Sorgfalt behandelt, alle Gegenstände der Bibel, mehr als 2000 an der. Zahl, nicht allein Lehrsätze und Moral auffaffend, sondern auch die Geschichte der Thatsachen, der Wissenschaften und Künste, die Lebensbeschreibung biblischer Personen, mit chronologischen Tabellen und Conkordanzen. Es ist ein wahrer Schatz, wo man leicht und überflüssig schöpfen kann, um sich mühelos in kurzer Zeit und gründlich über jeden der darin behandelten Gegenstände zu unterrichten. Der Preis der Ausgabe in 8 ist 25 Frc., in 4 31 Fre. — ' Bon dein großartigen Unternehmen eines kantlwon Iiteraire von 210 Bänden,, sind bereis 120 erschienen. Zu demselben gehört such eine neue Ausgabe des JosephuS und der heiligen Schrift. Literarische Correspondenz. München, Januar. Wichtiges Werk für Synagogengesang. — Ich nehme heute Gelegenheit, Ihnen, von einem höchst wichtigen musikalischen Werke, das hier vorbereitet wird, zu sprechen. Herr M. Kohn, der mit Herrn I. Neustädter den längst bekannten und gewürdigten Chor der Münchner Synagoge leitet, beabsichtigt dem Publikum eine Schrift, die den Titels „Der Vorsänger in der Synagoge zu München" führen soll, zu übergeben. Derselbe geht hierbei von folgenden Ideen aus. Die Reform, welche unserm Gottesdienste seine frühere erhabene Einfachheit zurückgeben soll, darf nicht von außen hineingetragen, sondern muß von innen herausgcbildet werden. Nur dann, wenn aus seinen eigenen Elementen, aus seiner Geschichte die Prinzipien genommen werden, wird die Reform natürlich sein, jedes Fremdartige, das nur aufgepfropft werden, sich aber nicht affimiliren könnte, entfernt bleiben, und nur dann ist auch eine mögliche Einheit im Gottesdienste aller Synagogen zu erwarten.- Diese Ansicht gilt nun auch vom Gesang. Dieser, als vorzüglichstes Mittel gottesdienstlicher Erhebung und Erbauung war von jeher in der Synagoge mit dem Gebete vereinigt. Dafür zeuge eine Anzahl Melodiken, die mit mehr oder weniger Variationen allenthalben üblich sind. Davon zeuge ferner der gleiche Charakter, den fast alle Synagogenmelodieen tragen. Um nun dem jüdischen Gottesdienste sein eigenthnmlicheS, ihr fest und streng bezeichnendes Element zu erhalten, jene entstellenden Schnörkeleien und ohrzerreißenden Triller aber zu verbannen, wäre es wünschenswerth, bei der Anhäufung neuer, jenem Charakter fremder Compositionen, der Synagoge diese Melodien, aber in ihrer ursprünglichen Einfachheit und Würde erhalten zu sehen. Da dieser Zweck aber nur auf literarischem Wege mit Zuversicht erreicht werden kann, so soll das genannte Werk „der Vorsänger in der Synagoge zu München" den ersten Versuch hierzu bilden. Dieses Werk soll aber-nicht nur obigen Zweck allein, sondern das ganze Gebiet melodischen und rezitirenden Vortrags, in 'der hiesigen Synagoge wenigstens, umfassen, und daher in mehre,, und zwar in drei Hauptabschnitte zerfallen. — Der erste Abschnitt enthält demnach den Vortrag der Gebete an allen Sabbat- und Feiertagen durch den Vorsänger (ITOTn), möglichst.vereinfacht) und den Sprachgesetzen angepaßt. Der zweite Abschnitt enthält die Oliorrespvusionou, die zwar einfach schon im ersten Abschnitt, hier aber harmonisch, für den Chor bearbeitet gegeben werden.- Im dritten Abschnitte sind eine Anzahl der hiesigen Chorgesänge, mitunter auch Originalmelodien enthalten. Den Schluß dieses Werkes bildet ein Verzeichniß aller Gebetstücke, die der Vorsänger sowol, als der Chor an allen, Sabbat? und Feiertagen mit Gesang vorträgt. Herrn Kohn hat sich schon eine der hiesigen Kunsthandlungen angeboren, die bereitwillig die Hand bietet, das Werk zu veröffentlichen. Allein weil, wie vorauözuseben, das Werk nur unter Juden Absatz finden wird, will sie ihre Ausgabe durch Snpscription gedeckt sehen. Wäre auf 180—200 Exemplare subscrihirt, so würde dieses gewiß sehr nutz- und erfolgreiche Werk bald erscheinen. Zur Veröffentlichung eines solchen Unternehmens ist die weitverbreitete und zahlreichgelesene Zeitung des JudenthumS das sicherste Organ, und Sie werden darum nicht anstehen, diese Anzeige dem Drucke zu übergeben. — Nächstens MehreS, wenn die Subscription vor stch gehen soll. — L. Lemberg, 11. Januar. Moses, ein episches Gedicht von Rappoport. — Nächstens erscheint von Herrn, vr. Mo.ritz Rappoport"), der wegen seiner Poesieen sehr geschätzt und beliebt ist, ein Heldengedicht, betitelt: „Moses", in fünfGesängen, worin poetisch das Leben und Wirken unseres weisen Gesetzgebers dargestellt, und der erhabene Geist des Begründers unserer Religion gefeiert, dabei der Enthusiasmus für diese Religion geweckt wird. Hamburg, 18 Januar. Wessely's Kommentar zum ersten Buche MosiS. t , — Nächster Tage wird Ihnen von den Nachkommen des berühmten," und für die jüdische Cultur-Geschichte ewig denkwürdigen Wesselys eine Aufforderuug zu Subscriptionen für einen, auS seinem Nachlasse herausgefundenen vollständigen Comni entar zum ersten Buche MosiS") zugesendet werden. Der Freund und Kenner der hebt. Literatur wird von dieser Machricht schon lebhaft ergriffen sein. Auch Sie werden die Herausgeber nach Kräften unterstützen, da Sie früher einmal die Behauptung gewagt, „daß an directer Wirkung auf daS religiöse Leben der Juden Wessely vielleicht Mendelssohn noch übcrtroffen." ***) M. Druckfehler. Beiblatt No. 2. S. 7. Sp. 2. Zeile 3 v. o. das Semikolon in ein Komma; und das Wörtchen „zu" nach „streben" zu streichen. No. 10. 'S. 40. Sp. 1. B. 45 v. u. „die Araber Schule", anstatt „Brader" zu lesen. No. 11. S. 42. Sp. 2. ist der Z. 28 v. o. anfangende Satz völlig in Unordnung gekommen; der Kundige wird die Construktion leicht verbessern. Ebendas. S. 43. Sp. 1. Z. 8 v. u. muß eS Habkraolmr st. Stabbachir heißen. — S. 44. Sp. 1. Z. 20. v. o. muß eS heißen: „Nach Würden und Beamtenstellen streben sie auf diesem Wege nun einmal gar nicht." — S. 46. Sp. 1. Z. 10 v. o. lies: mumifizirt. * **) *) Nicht zu verwechseln mit dem ueue» Rabbiner zu Tarnopol. D. Red. **) Bisher besaß man nur den Commentar Weflely's zum dritten Buche MosiS. ' ' D. Red. ***) Pred.- und Schul-Mag. B. I. S 6. Redacteur: Dr. L. Philippson. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hrrschfeld.

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