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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-02-10 · 4 (10.2.1838) · p. Seite 13

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
4 (10.2.1838)
Date
1838-02-10
Page
Seite 13 (sequence 1)
Language
German
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I. I-chrgaug. No. 4. Literarisches homiletisches Beiblatt. Leipzig, den 10. Februar 1S38. Archäologie. Uebrr die Landwirthsch aft der Hebräer von ©r. med. P. Philippson. (Fortsetzung.) So schuf die Natur Palästina zu einem Lande, welches an Ergiebigkeit wenige seines Gleichen hat. Wo, wie in wenigen unfruchtbaren Distrkcten, nicht Kalkstein zu Tage aussteht und Salzthon liegt, ist der Boden sowol als die Lufttemperatur dem Wachsthum sehr vorkheilhast. Die beträchtlichen Waldungen an Eichen, Terebinthen, Kiefern rc» lieferten Holz in Menge; die herrlichen Viehtriften, besonders im Ostjordanlande, machten die Viehzucht zum nützlichsten Erwerbzweig; der Acker trug Getreide und Küchenkräuter in Ueberfluß, auf Vetgen und Hügeln waren ergiebige Oel- und Weingarten, in Gilead Balsamplantagen angelegt, in Garten und Pflanzungen gediehen Fruchtbäume der edelsten Art (Feigen-,,Palm-, Granat-, Aepstlbaume), eine Menge Krauter wuchsen wild, so daß fast jeder Monat im Jahre seine Früchte, Blumen und Blüthen brachte. Städte, Flecken und Dörfer bedeckten daher das kleine Land, welches, obgleich das Staatsgebiet öfters größer war, nur 450 Quadratmeklen groß war, also, selbst mit Berücksichtigung des gebirgigen Terrains, kaum die Halste Flächenraum, als die heutige Schweiz, einnahm. Hierzu kam der große Fleiß der Bewohner, der theils in der Lebhaftigkeit und Emsigkeit des jüdischen Nationalcharakters, theils in der Nothwendigkeit, die Bedürfnisse der immer steigenden Population zu befriedigen, begründet war. Man machte daher auch große Flachen durch abgetriebene Waldstrecken urbar.- Ein solches urbar gemachtes Land hieß TO. So Ier. 4, 3: „Machet euch eine Strecke urbar und säet nicht auf Dornen"; so Sprch. 13, 23: „Viel Ertrag giebt das urbar gemachte Land der Armen, manches geht zu Grunde ohne Ueberlegung" (vgl. Hof. 10, 12). .Auch durch die vielen Dornen- und Distelgewächfe, immer Anzeigen eines guten Bodens, wurde die Benutzung des Ackers geschmälert. Die heil. Schrift hat an 16 Namen für diese Gewachst, und einige neue Gelehrte, wie Celsius, Sprengel, Hasselquist haben verschiedene derselben botanisch zu bestimmen versucht. So mit Tribulus terrestris (L. CI.' X. ord. 1.) Burzeldorn, bei uns in Friaul, TTTl Zizyphus paliurus W. (V, 1.) dendorn, Euphorbia antiquorunr (XI, 3.) Wolfsmilch, lUlQp Urtica urens (XXI, 3.) Brennessel u. s. f. Auch die Onvnis spinosa ist ein häufiges Dorngewächs auf den Feldern Palästinas. Ier. 12, 13: „Sie haben Waizen ausgefäet und Dornen eingeerntet, nun bereuen sie ihre vergebliche Mühe". Hiob 31, 40: „Anstatt Waizen gehen Dornen auf, anstatt Gersten Unkraut". (Vgl. Mt. 13, 7, ff.) Diese Gewächse wurden vom fleißigen Landwkrth angezündet, wodurch er noch' den Boden fruchtbar machte. Jes. 10, 17: Die Flamme brennt und verzehrt sie, Dornen und Disteln an einem Tage. — Die Berge (2 Chron. 26, 10) bearbeitete man terassenförmig (Burkhardt R. I, 64). Niederungen und Ebenen, die von Bächen bewässert, wurden, durchschnktt man mit Kanälen, Eine anschauliche Schilderung giebt hierüber die Mischna Moed-katon I, l: Einen trocknen Boden darf man an den Zwlschenfeiertagen wie auch im Erlaßjahre bewässern, es sei aus einer eben erst entstandenen oder nicht neu entstandenen.Quelle, nicht aber mit gesammeltem Regenwasser oder aus einem tiefen Brunnen (pV'p). Ä?an darf in jener Zeit keinen neuen Kanal (DGN) machen. Die Gelehrten erlauben dies im Brachjahre, und in den Awifchenfeiertagen die verdorbenen Kanäle zu reinigen". Ob die Stelle Peah V, 3: „Man leite nicht die Wasserräder über das Feld bis die Nachlese gehalten wird" von dergleichen Rädern, durch welche das Wasser in Kanälen nach allen Richtungen über Wiesen verbreitet wird, zu verstehen sei, ist sehr wahrscheinlich, oögleich Maimuni die Worte ganz anders versteht.") So lange die Hebräer ein nomadift'rendes Leben führten, war der Ackerbau eine Nebenbeschäftigung, ja er wird merklich in der Erzählung von Kain und Abel zurückgesttzt (Gn. 4), so daß Iosephus sogar erklärt (Alterth. 1,4), *) Reinlich vom Vermischen mit nsitt, einer Hülsenfrucht.

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