Mannheim
Compact Memory

Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-10-06 · 29 (6.10.1838) · p. Seite 117

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
29 (6.10.1838)
Date
1838-10-06
Page
Seite 117 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/8366961-8376900-8368629--143-8367002
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1!7 Wie ma» bei 5 Mof. 32., von welchem auch R. Asarla sagt, daß es aus Halbreihen von je drei Gliedern bestehe, dies im Durchschnitte vollkommen bestätiget finden wird, so zeigen sich hier Strophen aus Versen von vier Gliedern (m. s. z. B. V. 6 u. 7.), abwechselnd mit solchen, deren Verse aus drei und zwei Gliedern bestehen, welchen Unterschied in den beiden Gedichten ebenfalls R. Asarla angemerkt hat. Mendelssohn bemerkt hierbei mit Recht, daß dieser Wechsel von Versen aus mehr oder weniger Gliedern bei 2 Mof. 15. nicht zufällige sondern dem Gedankenwechsel entsprechend sei, und, unsere Leser werden sich hiervon, aus dem unten mitzutheikenden Abschnitte dieses Gedichtes, ebenfalls überzeugen können. Aus diesem allen ergibt sich, daß Zosephus vollkommen Grund hatte, wenn er dieses Gedicht nicht, gleich dem Abschnitte 5 Mos. 32, ein hexametrisches Gedicht (not^aiv tgttf.ttTgov) nennt, und daß der Wechsel im Ausdrucke bei ihm keinesweges blos zufällig ist, wenn er von 2 Mos. 15. nur sagt, es sei im Hexameter-Ton (*y Toro>) verfaßt, welches so viel heißt, als im hexametrischen Rhythmus. Dies Letztere hat nämlich seine vollkommene Richtigkeit, denn der Rhythmus dieses Gedichtes ist auch kein anderer als der hexametrische, d. h. dactylisch-spondeische. Hierbei ist nun zugleich der Ort zu bemerken, daß derselbe Rhythmus in den hebräischen Poesien überall wiederkehrt, d. h. eine Mischung derselben, durch die natürliche Wortbetonung gegebenen Füße, nämlich der oben bereits genannten (Dactylus, Spondeus, Trochäus), zu welchen, wiewol selten, noch der erste Päon kömmt, von dem wir bereits (Form d. h. P. S. 244) erwiesen haben, daß er mit den genannten Füßen gleichen Tact hat*). Die Gedichte unterscheiden sich also nur durch die Lange der Versreihen und mitunter durch einen charakteristischen Wechsel längerer oder kürzerer Reihen. Daß auch die Mischung der Füße selbst manchen Versen einen eigenen Charakter giebt, ist sehr natürlich, wozu auch noch die Vorschläge und Halbfüße beitragen können. Nichts Anderes als dies meint Hieronymus, wenn er sagt, daß man in den Psalmen bald jambische }ä2ynf), bald sapphische (-iSmpüä rptf'nf tiiäP-jB),' bald alcäifche (vergl. mit dem Ende des eilfsilbigen alc. Verses: iä •’DirmVsf ^pM) Be¬ •) Kaum kann Hieronymus etwas Anderes als diesen ersten Päon gemeint haben, wenn er in der Vorrede zu Hiob sagt, daß sich die hexametrischen Verse dieses Buches in Spondeen und Dactylen bewegen, aber wegen der eigcnthüinlichen Beschaffenheit der Sprache, auch andere Füße aufnchmen, die jenen, wenn auch nicht in Hinsicht der Silben, doch an Zeitmaaß glichen (propter linguae idioma erebro recipientes et alios pedes, non earundem syllabarum, sed eornndem t empor um). wegung finde (denn von einer Strophenform kn solchem Sinne ist nicht die Rede). Wie weit auf dergleichen das Gefühl des Dichters einwirkte, lassen wir dahingestellt. (Fortsetzung folgt.) Literarische Correspondenz. München, 15. Mai. Bibliographische Notizen über die hebräischen Marurscripte der königlichen Bibliothek zu München, von Lrlienthak. (Fortsetzung.) H0)7DLdN 's von Hlllel ben R. Samuel ben Df. Eleasar aus Verona. Tractat über die Seele in zwei Therke: a) über das Wesen und das geistige Vermögen der Seele; b) über Lohn und Strafe, Paradies und Hölle. — 2) Höchst interessante Fragen, bei welchen nur eine eben so zuverlässige Antwort zu wünschen wäre: a) Welche Tobten werden auferstehen, 1>) herrscht zur Zeit des Messias auch noch der Tod'! v) Werden die Auferstandcnen stch erkennen? d) Werden die mit körperlichen Fehlern Behafteten wieder mit diesen Fehlem auferstehen l e) Herrscht im Reiche der Auferstandcnen noch der Genuß der sinnlichen Freuden; wird noch Speise und Trank genommen? — 3) ■C5Ö5M mmas maa», über das Wesen der Seele von Abunazar Alpharabi. 120) 'o des Abu Achmed Algazali, von dem R. MofeS aus Narbonne auS dem Arabischen inS Hebräische übersetzt, und mit einem starken Commentar von demselben verr sehen. — 121) Die Psalmen im arabischen Texte mit hebräischen Lettern von R. S a ai> j a ben Joseph haggaon. Nur die Aufschrift eines jeden Psalms ist hebräischer Text. 2) Commentar Raschis auf die Psalmen, das hohe Lied und Daniel. 122) Die schon angeführten medicinischen Abhandlungen deS Bernhard de Gordon. Geschrieben imJahre 5356 von Elier ser Parnaß. 2) Abhandkung über daSUriniren von R. Jsaac ben Salomon Israeli in 16 Kapitel. — 123) Einige kurze Dispositionen zu einem hebräischen Lexikon. — 124) Die Eommentare deS^Eb n R o sch d in folgende Werke des Aristoteles: rULdN/o, nsnüft 'ö, marVim mmära. 2) Eine Abhandlung desselben, geschrieben für seinen Sohn, deren Inhalt die Aehnlichwerdung des Menschen mit der Gottheit. 3) V2DN "YENta von Abunazar Alpharabi. — 125) mV die astronomischen Tafeln, die AlfonsX. von Castilien von den Jahren 1258—1262 von einem Vereine von mehr als fünfzig Gelehrten unter der Leitung des Aben R ag hc l und A lg ui bi z von Toledo bearbeiten ließ. Diese Tafeln, die zu ihrer Zeit unter dem Namen der alphonsinischen Tafeln von

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.