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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-10-06 · 29 (6.10.1838) · p. Seite 116

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
29 (6.10.1838)
Date
1838-10-06
Page
Seite 116 (sequence 2)
Language
German
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U6 gleichwol Jemand dies für Zufall oder blose Hypothese hak. ten, so versuche er doch, ob er in prosaischen Stücken ein Kapitel finden werde, dem angedeuteten an Reihenmaß und Rhythmus entsprechend. Zugleich wird er sich überzeugen können, daß es auch rhythmische Stücke von anderen Reihenmaßen giebt, in welchen es schwer sein möchte, eben so wie hier (wo Iosephus ein solches Reihenmaß angibt) durchgehend sechsfüßige Verse nachzuweisen. Ehe wir nun hieraus und auf die andern Angaben des Iosephus naher eingehen, wollen wir noch etwas bei dem obigen Gedichte verweilen, um einige Ekgenthümlichkeiten des hebräisch-hexametrischen Rhythmus anzudeuten. Da nämlich viele Reihen mit mehr als zweisilbigen Wörtern beginnen, bei welchen nun der Ton oder die metrische Lange erst mit der vorletzten Silbe eintritt, so entsteht bei diesen Versen ein Vorschlag von einer oder mehreren Silben; zuweilen wird dieser selbst von besondern kleinen Wörtern gebildet; z.V. ' n5?:n bpa*': ypej1 •'jrcbf “b^ blnis'T inbns bin ' ä'pyViwy ‘ pbn ^2 Der hebräische Dichter ist keknesweges bemüht, solche Vorschlagssilben (Auftacte) zu vermeiden, wie auch aus einem inrereffanten hieher gehörigen Fall hervorgeht: das Lied am rothen Meere fangt nämlich ebenfalls mit einer solchen Vorschlagsstlbe an: wie ganz überflüssig nun diese Silbe ist, und wie leicht sie hätte vermieden werden können, geht aus Miriams Wiederholung hervor, welche mit dem vollen Tacte anfängt: nrrä itfbhb’ So wenig man nun, dieses Umstandes wegen, den obigen Reihen den hexametrischen Charakter absprechen wird (es ist bekannt, daß man auch km Deutschen versucht hat, Hexameter mit Vorschlagssilben zu machen), so muß man doch gestehen, daß sich sowol hierdurch als durch die Anordnung der Versfüße und Lasuren, der hebräische Hexameter von der Regelmäßigkeit und Wohlgemessenheit des griechischen sehr weit entfernt. Eine andere große Unregelmäßigkeit ist, daß sich in manchen Versen Halbsüße finden, z. B. arrj 'bjy iiälaisr bst Merkwürdig ist, daß auch Hieronymus ihrer gedenkt, und der sie sogar, namentlich im Anfänge der Verse, als eine besondere Schönheit betrachtet, wo sie allerdings mitunter charakteristisch sind: "ib^Ö'"siLN 32,4. fcbün öpt;T' ^b 32, 35. Betrachtet man nun dieses Gedicht näher, so findet man allerdings, der Angabe des Iosephus entsprechend, durch und durch (mit alleiniger Ausnahme von V. 14 und 39) sechsfüßige Reihen im daktylisch - spondeischen Rhythmus. Aber alle diese Reihen haben in der Mitte einen Einschnitt und zerfallen auf diese Weise in zwei kleinere, im Gedanken- ParallelismuS einander gegenüberstehende Reihen: •nänrä 1 ypsä' \ *j73,ö'3 bV? “rfrinn ) •iry 1 ‘jvd-’ijtb' ( Man sieht also, daß der ursprüngliche Charakter des Gedichtes nicht sechssondern dreifüßig sei und daß der Dichter selbst nicht eigentlich Hexameter, sondern dreifüßige Reihen im hexametrischen (d. h. daktylisch-spondeischen) Rhythmus schreiben wollte, wie dies auch aus V. 14 hervorgeht, wo, wenn man Alles in Hexameter zerlegen wollte, einmal ein dreifüßiger Vers übrig bliebe: D'H^nSn' ysn ' ü^b^i Nlln 'dt■'bä "abn.-üy ‘n5pn_,Jin'«25n ln3b’“D,Yi Eben so bei V. 39. Gleichwol gibt der Umstand, daß hier lauter'dreifüßigeVerse stets paarweise (mit einer Ausnahme) durch das ganze Gedicht durchgehen, was, wie wir noch sehen werden, sich nicht häufig wiedersindet, diesem Stücke etwas Eigenthümlichcs; hieraus erklärt sich also, was Iosephus bewog, hier auf die Aehnlichkeit mit der hexametrischen Form besonders hinzudeuten (wenn er auch fühlen mußte, daß der Vergleich mit dem griechischen Hexameter sich nicht in allen Beziehungen bewähre). Denn vergleicht man hiermit das Lied 2 Mos. 15. so wird. man sich sehr bald überzeugen, daß man hier in den wenigsten Fällen im Stande ist, eine hexametrische Reihe zusammenzusetzen. Ja selbst V. 9., welcher in zwei sechsfüßige Reihen zerfällt, gestattet bei diesen nicht, eine Zerlegung in zwei dreifüßige Hälften, welche bei 5 Mos. 32 bei mehr als 70 Reihen möglich ist, sondern hier findet man je drei zweifüßige (und auch zweigliedrige) Theile. bbtt pbrta I jpiö« rn'-i« | **T löttiTin I p^'-ia | ■'«Bi U3ß6»n Dies ganze Gedicht besteht aus einer Reihe von Strophen, deren Verse großentheils vierfüßig zum Theil aber auch abwechselnd zwei- und dreifüßig sind. Daß diese Versformen bereits in der ursprünglichen Schreibart des Gedichtes gegründet sind, davon kann man sich überzeugen, wenn man die höchst werthvollen Bemerkungen des R. Asaria in Hinsicht der Gliederzahl in Anwendung bringt. Denn so

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