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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-01-06 · 1 (6.1.1838) · p. Seite 3

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
1 (6.1.1838)
Date
1838-01-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Streben, und die noch gesündere Nachwelt holt höchstens einige'anmuthkge Sarkasmen zu eignem Ergötzen daraus hervor. *) Wenn aber kn einem wogenden Leben, wie das gegenwärtige, wo Literatur und Macht, wo Geistesbewegung und praktische Wirklichkeit durchaus nahe aneknandergrenzen, sich verzweigen und gegenseitig eingrekfen, wo das geflügelte Wort durch alle Lande-und zu allenOhren dringt, in diesem momentanen Geltendmachen zugleich ein Streben nach Wirksamkeit tiefer verborgen liegt, wenn die Leerheit zugleich Falschheit wird,'und sie nicht allein das Aufleuchten vor einer Menge, die nicht zu unterscheiden versteht, sondern auch ein Einschmuggeln ihrer Wünsche,in die öffentliche Meinung erstrebt, um — sich eine behagliche Existenz zu ergattern — da bedarf es auch einer ganz andern Behandlung, einer ganz andern'Verfahrungsweise, und es wird zur ernsten Pflicht, dieses Unwesen zu entschleiern, und diese Mißgeburt des Scheines und der Lüge in ihre völlige Nacktheit zu stellen, da wird Nachsicht zur Schwache und ruhiges Gehenlassen zur Sünde.-Nun kann man zwar bemerken, daß das Manöver jener In vostoren namentlich in einer Zeit nicht einmal schwer ist, wo im' Leben selbst die Elemente schon verarbeitet sich dazu darbieten, und wo eine durch und durchgebkldete Sprache eine leichte Handhabe abgibt, besonders wenn man es versteht mit nothwendiger Süffisance und jener ' Arroganz aufzutreten, die dem Thoren imponirt —: aber der Segen einer solchen Zeit ist zugleich, daß die Enthüllung ebenfalls nicht schwer wird, da es Jedermann zugängliche und verständliche Elemente betrifft, und die gebildete Welt Einsicht genug erworben hat, durchzuschauen und angedeuteten Spuren selbst nachzugehen. Es ist also heute unsere ungern übernommene Aufgabe, den Mann in seine wahre Gestalt und Verfassung zu bringen, dessen Namen die Ueberschrift angibt. Damit wie aber von vorn herein die Unpartheilichkekt uns vindiciren können, die unser alleiniges Bestreben ist, müssen wir auch angeben, wie wir dazu kommen. Nachdem Joel Jacoby seine „Klagen eines Juden" geschrieben, ließ er den Redactrur dieser Zeit., allerdings nur durch Mittelspersonen, wöchentlich angehen, eine lobende Kritik derselben zu geben, wodurch er leichter zu Verlegern seiner künftigen Schriften kommen könne. Da jener nun ein solches Urtheil nicht abgeben konnte, also auch nicht wollte, da im Gegentheil ein Recensent in No. 79. gelegentlich seine Meinung über ihn aussprach, ein eingesandtes Gedicht in. Np. 80. ausgenommen worden, fand es Joel Jacoby für nöthig, eine Libelle, die besonders gegen diese Zeitung gerichtet wäre, in die Welt zu werfen, er schrieb'eine *) Lucian. vitar. auctio cap. 21 — 25. Vorrede voll der gemeinsten Schkmpfreden, und um dieser Vorrede willen, schweißte er wieder einige ächzende, krächzende sogenannte „psalmodische Gesänge" zusammen, und behing sie mit dem vieldeutigen Aushängeschild: Harfe und Lyra. Nun ist es allerdings gar nicht unsre Absicht, seine ohnmächtigen Schimpfreden, die ja so nur Stoßseufzer dessen sind, der sich ertappt und erkannt fühlt, zu erwiedern; dennoch aber ist es aus oben angeführten Gründen nothwendig, mit dem Publikum uns über ihn zu verständigen. Hierzu zuvor folgende einfache Relation. Joel Jacoby ist bekanntlich ein junger Mann ohne alle gelehrte Bildung, ohne Sprachkenntnisse und ohne wahre wissenschaftliche Grundlage, eben so wenig besitzt er eine tiefere Kenntniß des Judenthums, M die gewöhnliche jüdische Erziehung an die Hand gibt, ein Mann also, der seinen äußern Firniß nur aus der Masse jener Schriften gezogen, die jetzt in der deutschen Literatur überallhin, wenn auch nicht gründliches, doch mancherlei Wissen verbreiten, immer aber demjenigen, der damit seine selbst gefühlten Mängel auf einige Zeit dem Publikum verdecken will, zu diesem Zwecke dienen. Demgemäß fühlte Joel Jacoby den Drang in sich, sich Ruf und was dem entfließet, ohne Mühe und Arbeit zu erwerben, und schloß sich, seiner eigenen Erklärung im Hamb. Corresp. nach, — denn seine früheren Schreibereien kenne ich nicht —, revolutionären Bewegungen an; da er aber gerechter Weise hierbei ganz unberücksichtigt blieb, kehrte das verirrte Lamm um, und warf sich auf die entgegengesetzte Fährte. Fern sei es von uns, ihn in politischer Hinsicht' in's Auge zu fassen, was kümmert uns das? was haben wir daran für Theil? Wir hegen in unserm Herzen eine treue, ungeheuchelte Verehrung und Liebe für unfern König und unser Vaterland, wir haben von Kindesbeinen an aus dem Innersten unsrer Religion die Ehrfurcht vor unsrer .Obrigkeit geschöpft; ja ich selbst bin persönlich erfüllt von innigster Dankbarkeit für unfern gerechten und milden König und seine hohe Staatsregierung, die mir, meinen, beiden Brüdern und meiner alten Mutter eine schöne, sichere Heimath eröffnet hat, deren Hochherzigkeit die Anstalten entsprossen sind, denen ich meines geistigen Daseins Entwicklung und Bildung zu verdanken habe — und dann lebet mir die Gewißheit in der Brust, daß alle meine Glaubensgenossen in Preußen, wie in allen andren Staaten, treue Unterthanen sind, und das Lob sich zu verdienen trachten, das ihnen vor. Kurzem erst öffentlich gezollt worden. (Fortsetzung folgt,) Literarische Correspondenz. München, im November 1837. Aben Esra und Dr. Lippmann. Die bebräische,Literatur sieht wieder einer nicht uninteressanten Bereicherung entgegen. Herr vr. Lippmann, ruhmlichst

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