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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-01-06 · 1 (6.1.1838) · p. Seite 4

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
1 (6.1.1838)
Date
1838-01-06
Page
Seite 4 (sequence 5)
Language
German
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4 bekannt durch die Edition des Sepher haschem^ von Aben Esra, befindet sich wieder an hiesigem Orte und beschäftigt sich auf der kgl. Hofbibliothek mit der Herausgabe mehrer manufcriptlichen Werke deffelben Autors, die er wieder mit einem erläuternden Commentar, wie Sepher Zachoth und Sepher haschem versehen wird. Doch will sich Herr vr. Lippmann diesen Winter vorerst mit der Herausgabe eines Werkes beschäftigen, das in grammatikalischer Hinsicht von. höchster Wichtigkeit ist. Es ist dieses Werk das berühmte n-n-,2 natu des Aben Esra. Daffelbe ward zwar schon im Jahre 1530. n. d. g. Z. zu Constantinopel edirt, was auch das Manuscript in der k. Bibliothek nachweist, das von einer solchen Ausgabe copirt ist. Allein, theils Mil es seit der Zeit nicht,-mehr aufgelegt wurde, theils, weil es in nicht sehr starker Anzahl zu uns gekommen sein mag, sind die Exemplare so selten, daß alle Autoren, die sich auf dasielbe beziehen, dasielbe größtenteils nur als Manuscript anführen;' und Herr vr. Lippmann erwirbt sich durch die neue, mit einem Commentar versehene Ausgabe dieses für die Grammatik so bedeutenden Werkes ein ausgezeichnetes Verdienst. Aben Esra selbst sagte in seiner Einleitung, die mir der Herr Herausgeber zeigte, daß dieses Werk die Krone seiner granimaticalischen Arbeiten sei. Er hätte die andern zahlreichen Werke seiner Muße größtentheils auf, Reisen, ohne die nöthigen Quellen verfaßt; letzteres aber auf Zureden seiner Schüler, in seiner Heimath, als die Summe und das Resultat seiner Forschungen, niedergeschrieben. Leuchtet hieraus der Nutzen^ den die Herausgabe eines solchen Werkes nach sich zieht, bald ein, so werden gewiß alle Gelehrten gern der Bitte deS Herrn vr. Lippmann Nachkommen, der die gelehrte Welt hiermit höflichst ersucht: Jeder Eigenthümer, des zu Constantinopel edirten natu möchte ihn gütigst unter seiner Adresse hiervon in Kenntniß setzen, damit er durch etwaige Anfragen, über manche Gegenstände Antwort und Aufklärung einholen könnte. Die hiesigen Bibliotheken besitzen kein Exemplar dieser alten Ausgabe. — Zugleich beabsichtigt Herr vr. Lippmann eine 2te Auflage seines Sepher haschem, die er durch einen in der Bibliothek Vorgefundenen theilweisen Commentar bereichern wird. Derselbe stimmt an mehren Stellen mit der frühem Erklärung des Herausgebers zwar überein; doch wird die bedeutende Vergrößerung deS Merkchens durch diesen manufcriptlichen Commentar, so wie durch neue Vermehrung des frühern Commentar's die neue Auflage gewiß sehr erwünscht und interestant machen. — Um jedoch dem Merkchen ein allseitiges neues Interesse zu verschaffen, wird der Herausgeber als Anhang ein anders manuscriptliches Merkchen des Aben ESra nriNn nav beifügen. Dasselbe hat zwar fast gleiche Tendenz mit Sepher haschem, und handelt die Zahlen von >1—10 exclusive ab. Jedoch ist es ein anderes Werk, als das früher Edirte, und nicht blos eine neue Bearbeitung desselben, da Aben Esra in seinem Sepher haschem schreibt: v^n naoa Tituns ntuiO.. Auch dieses nicht starke Merkchen wird der Herausgeber mit einem Commentar versehen, und nach dem Erscheinen des n-pnb'tu der Presse übergeben. — Ein andres Manuscript deffelben 'Autors: naöpn'o handelnd über Mathematik, sowol Algebra , als Geometrie, fand der Herr vr. unter den handschriftlichen Codicibus. Ob er auch dasselbe ediren wird, kann er noch nicht bestimmen; .jedoch hat er sich entschlossen, alle Handschriften des Aben Esra zu copiren, um dieselben, falls er auch von hiesigem Orte abgerufen würde, der gelehrten Welt veröffentlichen^ zu können. — Da die genannten Werke auf dem Wege der Subscription edirt werden, wollen Ew. Ehrwürden, diesen Artikel gütigst in Ihr weitverbreitetes, vielgelesenes Blatt aufnehmen, damit die Gelehrten-Welt hiervon in Kenntniß gesetzt werde, und durch zahlreiche Unterstützung die Herausgabe befördere. — 2 — 1. Wien, Ende November. Aushilfecassaverein. Benseebs Grab. Ich habe in meinem jüngsten Referate *) eine dem beschränkten Umfange eines Berichtes entsprechende Uebersicht der bei der würdigen Gemeinde zu Wien dermalen bestehenden, der Anerkennung wie Nachahmung werlhen Cultus - und Wohlthätigkeitsanstalten zu geben versucht. Ich vergaß damals, zu bemerken, daß ich dies nicht mit Einem Male zu vollenden vermöchte, und erlaube mir — im Bewußtsein, daß durch solche Berichte gerade das unablässige Vorstreben Israels und dessen Anschließen an den Geist der Zeit öffentlich beurkundet, und andrerseits Gemeinsinn und Nacheiferung in allen Gliedern und Theilen unsres ReligionökörperS hervorgerufen wird — durch einige neue Pinselstriche dem Gemälde Vollständigkeit und Rundung zu geben. Wenn ich früher das großartige, mit so bedeutendem Kostenaufwands bestrittene Spital, in welchem — beiläufig gesagt — in diesem Jahre 268 leidende Menschen Rettung und Heilung fanden, so wie dessen Einrichtung und Leitung anerkennend besprochen habe, so muß ich eines damit verbundenen Vereines gedenken, von dem wir nirgends bis jetzt gehört, daß ein gleicher existire. ES ist dies nämlich ein „Au6Hilfskassav erein," dessen Bestimmung es ist, die bereits genesenen, aus dem Spitals scheidenden, aber hilflosen Kranken mit einer ihren Verhältnissen angemessenen Summe zu versehen, damit diese Armen, aus der Reconvalescenz in das Leben wieder ein tretend, sich nicht sogleich wieder um den Erwerb des täglichen Brodes zu quälen hätten. Dieser Verein, dem sich die würdigsten Mitglieder der Gemeinde angeschloffen, hat bereits durch die mnsichtige Thätigkeit deS SpitalvorsteherS,^ H. Leopold Edlen von Wertheimstein und durch die fast jährlich sich wiederholenden besondern Spenden des Herrn Freiherrn von Arnstein und Bernhard Edlen von Tskeles, so wie des verdienten Spitalvaters, Herrn Ascher Matzel, einen bedeutenden Fonds gewonnen. Um dieses Spital aber erwerben sich unvergängliche Verdienste durch ihre unermüdet und auf's uneigennützigste gcspei.X"' ten Leistungen die Herren Joseph Edler von W a t t m a n n, Prof, der prakl. Chirurgie und k. k. Leib-Wundarzt, und Carl Jäger, Prof, der Oculistik am Josephinum, k. k. Rath und StabSfeldarzt, die seit 14 Jahren an demselben thätig sind, und die Herren I.'Wertheimer, vr. Med., und H. Lemberg er, Mag. Chir., die seit 25 Jahren an dieser Stiftung thätig sind. Die Herren Wattmann und Jäger haben, sich durch ihre Operationen, die sie so interesselos an jedem Leidenden vollführen, auch unter den Israeliten einen weit verbreiteten Ruhm und unsäglichen Dank erworben. Nur noch ein kleiner Fingerzeig! Als ich jüngst den auf'S herrlichste wiederhergestellten Friedhof der Gemeinde besuchte, ließ ich mir das Grab des unsterblichen Benseeb zeigen, welches auch, vermöge der ordnungsmäßigen Numerirung , alsbald aufgefunden wurde. Aber innige Wehmuth ergriff mich, als ich diesen Grabstein schon so ganz verwittert^ und verwischt fand, daß kaum der Name Benseeeb'S^ noch mühsam herauszufinden war. DaS unermüdete, gemeinnützige literar. Streben Benseb's für seine Glaubensgenossen ist zu bekannt, als daß es einer Auseinandersetzung bedürfte — wahrlich! er hat es um das Judenthum verdient, daß ihm ein neuer Grabstein gesetzt, oder wenigstens der alte restaurirt, und nicht einer gänzlichen Verwitterung preisgegeben werde. Dieser Umstand verdient um so dringenderer Erwähnung, als er auch auf andere Orte Bezug hat Monumente können wir unfern großen Männern nicht setzen, Ehren - Medaillen und Würden nicht ertheilen, Sorglosigkeit und Behäbigkeit des Lebens bereiten wir ihnen auch nicht — auf alles Indische müssen sie mit edler Selbstaufopferung verzichten: waru.m wollen wir ihr Grab nicht wenigstens durch eine Todtenurne zieren, die dem Besucher ankündige, hier ruht ein Mann Israels, der Gutes und Großes gewollt und gethan?! ") Vgl. No. 72. des vor. I. Redacteur: vr. L. Philippfvn. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Drück von I. B. Hirfchfeld»

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