Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 1 (6.1.1838)
- Date
- 1838-01-06
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 sie führt, bald durch Verkündigung der Gesetze, unter deren Schutze sie der bürgerlichen Wohlfahrt genießen würden und diese Wohlfahrt zum Gesäße der reinsten Religiosität und feierlicher Gottesverehrung zu machen, — es war keine kleine Aufgabe des erhabenen Gesetzgebers. Aber auch nur dadurch, daß er Israel an die Bearbeitung des Bodens fesselte, daß er, wie bemerkt, die Agrikultur zur Basis der Nationalökonomie, des Natronalglückes machte, wurde der große theologische Zweck erreicht, dies Volk zum Träger der Offenbarung zu machen. Denn, „wenn uns," sagt einer der größten, Oekonomen unsrer Zeit (Thaer Grundsätze der rationellen Landwirthschaft.S. 15) „die moralische TLelt und die gesellschaftlichen Verhältnisse fast nur den widrigen Anblick des Widerstrcbens lgegen die ewig beseligenden Gesetze der Vernunft darbieten, wodurch sich Schmerz und Elend über die Erde verbreitet, so zeigt uns die Natur nur um so mehr Ordnung und Einheit, je tiefer wir eindringen. Das Beseligende dieses Anblickes genügt nicht nur dem Gemüthe, sondern erweckt auch den Glauben, die ewige Weisheit, welche ihr Werk in der materiellen Welt unserm Auge offen darlegt und die Materie in immer neuen Gebilden erscheinen läßt, werde auch in der geistigen Welt Alles nach einem Plane, zu. einem harmonischen Ganzen geordnet haben, dessen Vollendung der Ewigkeit Vorbehalten ist. Dies Gefühl wird, wenn gleich pur dunkel, beim Landmanne lebhafter als beim Städter erregt, weshalb mgn auch beobachtet hat, daß bei ackerbauenden Nationen und Ständen immer mehr und reinere Religiosität herrschte, wie bei denen, die Krieg und Handel zu ihren Geschäften machten." Das Land Palästina war, den Verhältnissen des Bodens und ^>es Klima's nach, geeignet, den Fleiß des Landmannes zu belohnen, aber auch -— zu erfordern. Denn es ist im wahren Sinne ein Gebirgsland. Im Norden erhebt sich der Libanon mit seinen ewigen Schneegipfeln, welcher aus zwei parallel, .in der Hauptrichtung von N. nach S. laufenden Bergketten besteht. Es ist kein zackengipfliges Gebirge, wie die Schweizeralpen, sondern ein stufenweis ansteigender, durch Kegel und jäh abstürzende Wände sich charakterisirender, oben in einem welligen Plateau ausgehender Gebirgszug, von schroffen Tkesthälern zersetzt, doch in seiner Consiguratkon sehr einförmig. Seine Vorgebirge und Abfalle berühren das Land nördlich und östlich. In Verbindung mit dem Libanon steht die Gebirgsebene Galiläa's, welche südwestlich mit einer Hügelkette endigt, an die sich das Vorgebirge Karmel anschließt, im Innern aber mittels Hügelland in die Hochebene Jesreel ausgeht und östlich terassenförmig gegen den See Genezareth abfällt. Hier sind seine fruchtbarsten Districte, eine reich gesegnete Alpennatur, während gegen N. und NW. meist rauhe und der Cultur fast unfähige Felsstrecken sich hinziehen, gegen SW. aber schöne Thäler und treffliche Weideplätze abwechseln. Von der Hochebene Jesreel bis zur mittägigen Grenze ist Palästina fast ein ununterbrochenes Gebirgsland, doch sind die Höhen mäßig, meist fruchtbar und der Cultur fähig. Sie verflachen, sich im W. gegen das Meer in nicht unbeträchtlichen Strandebenen, gegen O. stürzen sie steiler nach dem Jordan und dem todten Meere zu. Im Ostjordanlande aber erstreckt sich vom Hermon aus bis unter den Fluß Iarmuth ein südöstlich in die große arabische Wüste auslaüfendes Gebirgsplateau. Unterhalb des Iarmuth erhebt sich ein längs dem Jordan fortlaufendes Gebirge, das südlich von Rabbath Ammon sich zu einer Hochebene, gestaltet, welche südöstlich ebenfalls nach der arabischen Wüste abfallt. Die Steinart dieser Gebirge ist vorzugsweise Kalk, hier und da mit Kreideschicht belegt, die Vergflächen besonders im O. mit Feuersteinen wie besäet. (Fortsetzung folgt.) Joel Jacob y« Zu jeder Zeit, wenn eine höhere Bildung ein ganzes Volk durchdrungen, wenn eine Literatur durch Verallgemeinerung der wissenschaftlichen und geistigen Resultate eine Hebung des allgemeinen Standpunktes hervorgebracht, pflegt es zu geschehen, daß auch Leerheit und inhaltloses Wesen, gestachelt von Eitelkeit und Hunger, irgend ein prunkendes Gewand um sich zu werfen sucht, um die Augen der Welt aus sich zu ziehen, und — hieraus ganz materiellen Nutzen davonz.utragen. —So traten einst auf den hellenischen Märkten, die Sophisten auf, die, von d(N alten Lehrsi'tzen der Philosophen an das Volk appellirend, der Welt gegenüber in dem Geklingel einer dialektischen Sprache ein universelles Wissen und , Verstehen erheuchelten, und sich — mit Golde bezahlen ließen.. Ja, erst dann, als die griechische Philosophie ihre natürlichen Phasen durchgearbeitet, und ihren Hauch durch das ganze Volk gesendet hatte-, ging das Unwesen erst recht los, und ein Chrysippos^) stolzrrte mit , einem inhaltlosen, aber prunkenden, mit einem nichtssagenden, aber klingenden Wortschwalle vor den Ohren eines halbgebildeten Pöbels. So lange sich dies nur auf das Buhlen um Ruf und Ansehen beschränkt, belächelt die gesunde Mitwelt das kindische °) Das Alterthum hat noch einige seiner unförmlichen und sinnlosen Worte aufbewahrt, z. B. 7^0^-