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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-01-06 · 1 (6.1.1838) · p. Seite 1

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
1 (6.1.1838)
Date
1838-01-06
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
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No. 1 I. Jahrgang. £ U 0 t Ö tM f (!) 0 $ ho mLle ti sches Beiblatt. Leipzig, den 6. Januar 1838. Archäologie. Ueber die Landwirthschaft der Hebräer von Drmed. P. Philippson. Erster Aktiket. In den ausgegrabenen Straßen Pompeji's ergreift den Wanderer ein eigenes Gefühl. — Nicht das Gefühl der Vergänglichkeit irdischer Größe, denn dieser kleine Flecken verliert sich in der Größe und dem historischen Reichthum von Roma's Weltreiche, — nicht blos das Gefühl des Mitleides über die Schrecken des plötzlichen Todes, die die Einwohner beim Untergänge ergriffen haben müssen, denn mehr als anderthalb Jahrtausende bedeckt die Erde ihr weites Grab und das Gemüth des lebenden Menschen wird weit starker von dem lebenden Unglücke seiner Umgebung und seiner Zeitgenossen ergriffen, als von den längst ausgelkttenen Schmerzen — es ist das wehmüthige Gefühl einer untergegangenen, einer verlebten Häuslichkeit, dasselbe, was wir empfinden, wenn wir das Gemach eines verstorbenen Freundes betreten, in dem wir noch alle Spuren, alle Anordnungen feines Lebens treffen, wo wir der Zeichen und Äußerlichkeiten vielen begegnen, die, obgleich tobte Zeugen eines geschiedenen Daseins, lebendig zu unserm Herzen sprechen. Vielleicht irre ich nicht, wenn ich jenes Gefühl auch mit dem vergleiche, welches wir empfinden, wenn wir selbst forschend oder an der Hand der Forscher uns tiefere Einsicht von dem häuslichen Leben im Alterthume zu verschaffen suchen. Nicht blose Neugier, nicht der alleinige Zweck größerer Intelligenz oder die alten Schriften verstehen zu'lernen treibt zur Alterthumsforschung — nein, auch vor allem ein auf wahre Humanität begründeter Trieb, der keine Blüthe verlieren will, die je dem reichen Leben der Menschheit entkeimte, der sich um so mehr sehnt, den Duft dieser Blüthen-Kronen einzuathmen, je dunkler die Nacht ist, welche ihre Farbenpracht umhüllt. Um so mehr wird das Gemüth gehoben, wenn wir in die Vergangenheit'eines Volkes schauen, das von der Vorsehung bestimmt war, gerade für diese Seite des menschlichen Lebens am einflußreichsten zu werden, und mit den Schriften in der Hand, welche der fruchtbare Boden der schönsten Blüthe des Gemüthes -— der Religiosität — waren und sitid, Blicke auch in das Stillleben dieser Nation werfen, in ihre Häuser, in ihre Gärten treten, in ihren Weinbergen umhergehen und den Landmann bei seiner Beschäftigung, die langsam schafft, doch nie zerstört, auf Aeckern und Wiesen begleiten. Wir werden hier aber auch das israelitische Volksleben von einer Seite kennen lernen, von der es unsere größte Achtung verdient, die es in religiöser Hinsicht vorder babylonisch-exilischen Zeit — bei den Klagen und Vorwürfen der Propheten — leider so sehr verliert, wir werden eine erstaunenswerthe Stufe der Kultur finden und sehen, daß wenigstens der eine Zweck des großen Gesetzgebers, die Landwirthschaft zur Grundlage der Nationalökonomie zu machen, erfüllt wurde. - Unendlich viel wird hierdurch für die, dem Jugend- und Volkslehrer so wichtige Schriftauslegung gewonnen! Wir haben es daher vor, hier, so weit es die Tendenz dieser Zeitung, unter Israel auch das Interesse für seine archäologischen Schätze zu erwecken, gestattet, die gesammte Landwirthschaft der Hebräer zu beleuchten und zwar in einzelnen Artikeln, 1) von dem Ackerbau, 2) von dem Gartenbau, 3) von dem Wein- und Oelbau, 4) von der Viehzucht zu sprechen, und am Ende die außerbiblischen Quellen für das tiefere Studium, anzugeben, die auch wir theilweise hier benutzten. Jene Aufgabe des großen Mannes Mose, aus einem Volke, dessen Vorfahren Nomaden waren, das in Aegypten in die tiefste Kö.cper- und Geiftessclaverei versunken war, während eines vierzigjährigen Aufenthaltes in arabischer Wüste eine, ackerbautreibende Nation zu bilden, eben diese Züge in der Wüste zu benutzen, um in den Herzen eines neuen Geschlechtes die Sehnsucht nach der Annehmlichkeit fester Wohnplätze, einer geregelten Häuslichkeit, eines arbeitsvollen Familienlebens zu erwecken, bald durch 'Schilderungen von der Schönheit und Fruchtbarkeit des Landes, in welches er

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