Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 6 (3.3.1838)
- Date
- 1838-03-03
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ten vom Tropus und seinen fünf Arten. Zuletzt schließt er noch ein Capitel: Verl,» poetica, an, das aber ziemlich dürr und unergiebig ist. Alle Momente der poetischen Rede sind durch biblische Beispiele veranschaulicht und diese gewöhnlich durch eine prächtige Paraphrase erläutert; nur selten durch sprachliche Bemerkungen, die aber gewöhnlich unhaltbar sind und sich nicht einmal auf traditionelle Basis stützen. Besonders erläuterte Stücke sind: 1) das Hohelied, gegen alle Ueberlieferung als Liebesgeschichte Salomo's mit emem spröden Landmadchen; 2) das Lied am Meere; 3) die erste Rede Iob's; 4) der 29. Psalm, Schilderung der Züge eines Gewitters vom Mittelmeer über den Libanon und über Kanaan nach dem wüsten Arabien; 5) das 38. Capitel des Buchs Job. Außer den biblischen Musterbeispielen werden Belege aus den Dichtungen Alcharizi’s, Luzzatto’s, Wessely’s, Joel Lowe’s, Levison’s und Shakespeare’s gegeben. Die altnationalen Dichter sind außer dem Einen Beispiele aus dem Tachkemoni völlig unberücksichtigt geblieben. Levison würde, was den Inhalt seines Werkes / betrifft, etwas Gediegenes geleistet haben, wenn ihm das Vorbild Herders weniger vorgeschwebt hätte. Er würde die biblische Poesie nicht so profanirt und das Neueste in der Dichtkunst weniger als das Beste bewundert haben. Es ist schade, daß eine solche gewandte, darstellungskünstige Sprache sich ganz des nationalen Wissens entäußerte, um dem neologen Germanismus sich anzüschmiegen. Unter der Ausbeute, die Meli^at Ieshurun gewährt, sind auch manche feine syntaktische Bemerkungen über den poetischen Styl, als: über die Subjektsveränderung in kurzen antithetischen Sätzen (S. 19, d.), über die stets interrogative Stellung negativer Vergleichungen (S. 23, b.), über das Polysyndeton und Asyndeton (S. 78, a. b.). Eine hebräische Syntax gehört noch unter die äesiäeria der hebräischen Sprachwissenschaft; deshalb sind schon solche äisjecta membra willkommen. — (Fortsetzung folgt.) Literarische Notizen. (Eingesandt.) Es ist ein erfreuliches Zeichen der Zeit, wie die Wissenschaften auch in Israel sestwurzeln und aufblühen. Ein Volk, das vor noch nicht vielen Jahren durch Druck erniedrigt und durch Ungerechtigkeit zurückgesetzt im Allgemeinen in Finsterniß und Abgeschloflenhenheit lebte, zählt gegenwärtig viele durch wissenschaftliche Bildung und literarische Thätigkeit ausgezeichnete Männer. Einen neuen Beweis hiervon liefert uns das bei Palm und Enke in Erlangen herausgekommene Leschon Rachbanan oder aramaisch -chaldäisch deutsches Handwörterbuch zur Erlernung des Talmuds der Targumim und Midraschim von vr. I. H. Dessauer. Ungeachtet mancher im hebräischen Texte sich vor-, findenden Druckfehler, wie Massichta für Masechet rc. — waS bei der hebräifchenJnterpunktion nicht leicht zu vermeiden ist, können wir dieses Buch, das ein Bedürfniß der Zeit genannt werden kann und mit vielem Fleiße bearbeitet ist, gewissenhaft empfehlen. Statt allen Lobes dürfen wir nur hinzufügen, daß-der Herr Versauer, welcher der literarischen Welt nun rühmlichst bekannt ist, in besonderer Rücksicht auch dieses Werk auf sehr ehrenvolle Weise von der königl. Philosoph. Fakultät der Universität Erlangen fast ganz unentgeldlich zum Doktor der Philosophie ernannt worden ist. Jener Fakultät gereicht eS züm Ruhme, ihre Toleranz auf eine so schöne Weise an den Tag gelegt zu haben. Herrn vr. Dessauer möge es aber ein Sporn sein, in seinem Eifer für die Wissenschaften gründlich fortzufahren und uns bald wieder mit neuen Früchten seines Fleißes zu erfreuen. Ein Correspondent aus Paris bemerkt, daß die in Nr. 14 vorigen JahreS (1. Juni) gegebene Erklärung von 4 B. Mos. K. 19, B. 1 man n« sich bereits in den Briefen des Abe Guenee an Voltaire T. 2, p. 302 ed. de.Paris 1817 fast wörtlich vorfindet. Der bekannte Rotnandichter Balzac ist mit Abfassung eines Romanes, dessen Titel; L’Israelite (2 vol. 8.) sein wird, beschäftigt. In Jllgen'S Zeitschr. für hist. Theol. Neue Folge St. 2, Nr. III. S. 50—58 lieferte vr. KraHy,er einen Aufsatz über Aben ESra'S Leben, sein Geburts- und Todesjahr, die er auf 1099 bis 1174 festsetzt. Wir werden in Kurzem einen ausführlichen biographischen Artikel über Aben ESra geben. Herr vr. Saalschutz in Königsberg in Pr. wird bald einige „Reden und Einsegnungs-Epiloge" herausgeben, und in dem Vorwort über die religiösen Verhältnisse Königsbergs sich auslaffen. Man spricht in Paris viel von einer kleinen Schrift, dessen Kühnheit um so bemerkenswerther ist, weil es einer Sammlung ~ angehört, die bestimmt ist, populair zu werden: es ist dies l'vi- Ltoire de la Bible (Geschichte der Bibel), als ein menschliches Werk betrachtet. ES halt sich übrigens in den gebührenden Schranken, und folgt dem Beispiele des veseartes und Franklin. Diese Geschichte der Bibel gehört zu der 8cience popolaire de Clandius. — Redactcur: vr. L. Philippson. — Verlag von BaumgärtnerS Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirfchfeld.