Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 6 (3.3.1838)
- Date
- 1838-03-03
- Page
- Seite 23 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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23 bien gebaut. Sie macht dort die gewöhnliche Nahrung des gemeinen Standes. Das Brod davon ist noch strenger als das Gerftenbrod, wenn es nur einen Tag alt geworden. Das Mahlen der Durra verursacht ein Geräusch, das marr außerhalb des Hauses hört (Ier. 25, 10: ETn 4ip). In großen Hauswicthschafttn hatte man große Handmühlen, die. von Eseln getrieben wurden, und wobei die Knechte das Aufschütten der Körner und das Sieben des Gemahlenen besorgten. In Aegypten braucht man die Durra nur zum Futter des Federviehes, auch das Kraut wird grün zum Futter geschnitten. S. Niebuhr's Reise I. 158 *). Auch im Talmud wird der Durra erwähnt. ■ Sie wurde verzehUtet, Schebicit 2, 7. Dies sind die in den heil. Schriften vorkommenden Getreidearten. In der spätem Zeit wurden noch mehre angebaut. (Fortsetzung folgt.) Literatur. Beiträge zur Literatur der hebräischen Poetik, Von Fr. D. (Eingesandt durch vr. I. Fürst.) (Fortsetzung.) Arael Ve Tir<ja, dramatisches Gedicht, in 3 Acten, von Salom Kohen. Rödelheim, bei W. Heidenheim, 1812. Dieses Drama gehört einer ganz andern Gattung an, als die beiden vorigen; es ist allegorisch, die handelnden Personen sind Prosopopöen moralischer Charaktere, und das Ganze hat den Zweck, die Erfahrungssätze zu versinnlichen, daß der Redliche, ungeachtet ihm vom Volke Lob gespendet wird, doch hilflos darben muß, während derUebermuth vom Schweiße des unermüdlichen Arbeiters (Amel) sich Reichthümer sammelt, und ihm sein Lebensglück (Tir<^a) zu rauben geschäftig ist. Doch behält der Redliche endlich/ unbethört durch das Lob, berathen durch den Verstand, den Sieg, und das endliche Urtheil, die letzte Entscheidung, fällt doch dahin aus, daß der Uebermuth seine unrechtmäßige Habe verliert und der Fleiß diese sammt dem Ziele seiner Wünsche (Tir§a) zum ungeschmälerten Besitze erhält. Diese Themen sind in dem allegorischen Drama Salom Kohen's ) Auch in Deutschland braucht man bekanntlich eine Art JioUnis nämlich H. avenaceus (Honiggras) zu einem vorzügliwen, dem Klee vvrzuziehenden Viehfutter und die mehlreichen Samen zu Grütze. meisterhaft durchgeführt, und es ist nicht zu viel gesagt, wenn wir behaupten, daß alle Radien des Stückes sich planmäßig concentriren und die moralischen Charaktere nicht blos skizzirt, sondern malerisch vollendet sind. Ueberall ist die Rivalisation mit Luzzatto zu erkennen, dessen La-Iescharim Tehnla in diesem Drama als fortgesetzt erscheint. Die Auseinandersetzung von der geheimnißvollen Begattung der. Pflanzen, als Lehre des einsiedlerischen Forschers, ist glücklich gewählt und organisch mit dem Ganzen verbunden. Der Styl des Dichters ist frei von allem Bombast und aller Affektation des Seltenen, der Vers, hat nicht die Inversion Luzzatto's, nicht die von Roma ne lli gehäuften Ellipsen der verbindenden Partikeln nachgeahmt — kurz, das Hebräisch ist leicht verständlich, durchsichtig, graziös, die Bilder oft originell und immer adäquat und lieblich. Der Text ist correkt, wie man bei der von Wolf Heidenheim übernommenen Correktur erwarten konnte. Die deutsche Schule kann sich dieses anmuthigen Dichtwerks kühnlich gegen die italienische rühmen. Neli^at Je8hui-u.ii (über den Geist der hebräischen Poesie), von Salamo Levison. Wien, bei Anton Schmid, 1816. Die deutsche Schule der hebräischen Stylistik verdient das Lob, das düstere Clairobscur des mittelalterlichen Styls zu einem freien, durchsichtigen, Hellen Aether gelichtet zu haben. Der germanische Styl erstrebte Allgemeinverständlichkeit, edle Einfalt des Ausdrucks, gerade das Gegentheil von dem räthsel- und schnörkelhaften Style der mittelalterlichen hebräischen Stylisten. Levison gehört unstreitig unter die er? sten sprächbildnerischen Meister der germanischen Schule. Ich habe noch keinen Styl gefunden, in welchem der gesammte poetische Wortschatz der heiligen Sprache mit so jugendlicher Kühnheit zu den naturgetreuesten Gebilden künstlerisch-plastisch verarbeitet wäre. Levison, der Frühverstorbene, hatte hohe Dichtertalente,, sein Styl ist nicht beschreibend, sondern malend. In Schilderungen ist Levison Meister, seine Worte sind bei aller Fülle, prägnant. Er hat den Beweis geführt, daß keine Sprache fähiger ist, die Natur zu copiren, als die hebräische, weil ihre Worte alle Gemälde, sind im Rahmen des Begriffs. Levison behandelt im Ganzen die biblische Poesie als etwas Göttliches, von Menschen geschrieben, und statuirt einen Gradunterschied «des ästhetischen Werthes der biblischen Dichtungen. Daß er hierin zu weit geht, hat bereits I. 8. Reggio in einem Excurs zu Rehinal ha-Dat gerügt. Das Werk Levisons zerfällt in 4 Haupttheile. Im ersten handelt er vom Erhabenen, im zweiten von dem Maschal (Comparatio) im weitschichtigsten Sinne des Begriffs, im dritten von den Figuren, deren er zehn aufzählt, im vier-