Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 15 (2.6.1838)
- Date
- 1838-06-02
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
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59 die Baumwolle wird reif eingesammelt. — Pistazien, Johannisbrot), Oliven- Granatäpfel. November (Marcheschwan). Regenströme, doch zuweilen gutes Wetter. Des Nachts kalt, bei Tage oft noch beschwerlich warm. Bäche und Seen sind ausgetrocknet. — .Weizen, Spelt, Gerste gesaet; die Bäume gehalten ihre Blatter bis in die Mitte des Monats. Dezember (Kislew). Regen, zuweilen Schnee, wolkig, nebelig, kühl, doch auch warme Tage. Auf dem Libanon fallt Schnee. Noch hängen Trauben am Weinstock; die Saat dauert fort; Blumen kommen hervor: Narcissen,. Anemonen, Ranunkeln, Lilien, Zeitlosen. Mandragora fängt an zu blühen. Aus dieser Uebersicht erhellet, daß die Hebräer die Bestellung ihrer Winterfrucht im November, wol auch Ende Oktobers, die der Sommerfrucht im Januar und Februar Vornahmen. Anfangs bediente man sich hierbei wol einer einfachen Hacke (in?)/ um das Erdreich aufzureißen und locker genug zur Saat zu macken, wie eine solche Deut. 23, 14 zu einem andern Behufs angegeben wird *). Bei der großem Fruchtbarkeit, welche eine Auflockerung des Bodens vermittelst der Hacke .bewirkt, blieb dies Werkzeug auch wol nachher nock, besonders bei festem, thonigen Boden und bei Gartenarbeit beliebt, als schon der Pflug (ntffr^np) ein bequemes und weniger zeitraubendes Werkzeug des Ackerns wurde. 1. Sam. 13, 19 ff. finden wir mehre Ackergerathe angeführt, die, obwol einzeln von den Interpreten verschieden erklärt werden, doch alle zu den schneidenden oder mit Eisen beschlagenen gehört haben müssen. Es heißt daselbst: „Im ganzen Lande Israel'war kein Schmidt zu finden, denn die-Philister dachten, vielleicht möchten die Hebräer Schwerdt oder Spieß verfertigen. Daher mußte gayz Israel zu den Philistern herabgehen, wenn Jemand seine Pflugschaar (NH'INP), seine Sense (HN), seine Axt (2^sr) oder Federmesser (TitLi^NY) schleifen wollte. Und die Feile diente an der Schärfe der Pflugschaaren, der Sensen, der dreizackigen Gabeln, der Aexte und um die Spitze des Treibstichels (J27H) zu richten **)." (Fortsetzung folgt). *) Auch bei den Römern und Rabbinen war die Hacke has ursprüngliche ErdlockerungS-Werkzeug. Horat. carm. III, 6, 37. Sed rusticorum mascula militum Proles, babellis docta ligonibus Versare glebas. . . ) In dieser Stelle habe ich mit Futtermefler übersetzt von in der Bedeutung „schneiden," da es neben andern schneidenden Instrumenten hier steht, ein Werkzeug, etwa wie unsere Häckselladen, um daS Futter für'S Vieh zu schneiden. Wünsche eines Literaten. Die Geschichte ist der Wegweiser für die Mit- und Nachwelt. Sie führt lebendig unsere Ahnen r;ns vor, .daß sie bei jeder wichtige^ Angelegenheit in unserm Rathe den Vorsitz führen. Ist dies bei allen Nationen der Fall, um wie viel mehr muß solches bei uns Israeliten geschehen, da wir stabile Abrahamiten sein sollen, unter allen Gestalungen und Ereignissen in der Welt die Runde gemacht haben, und die Grenzmarken zwischen Hebräer, Israeliten und Juden noch nicht leserlich gegeben sind, unsere moralisch-religiöse Geschichte als eine universale noch lange nicht abgeschlossen ist, und endlich bei unserer jetzigen politischen und religiösen.Reformation uns unsere Vorfahren in Vielem zum Muster dienen können. — In dieser letztem Beziehung also ganz besonders ist es ein Bedürfniß, die bedeutendsten Baumaterialien von allen Seiten, wo Israel in seiner Zerstreuung weilte, zu sammeln, aber ganz vorzüglich die Periode Mendelsohns und die dieser vorangegangene uns lebhaft in Erinnerung zu bringen. — Wir wollen jedoch aus diesen nur auf einige wichtige Momente unser Augenmerk richten. 1) Auf die außerordentlichen Ereignisse, Zustände, Institute und Kultusveränderungm dieser Perioden und 2) auf die damals existirenden großen Männer, deren Genie und Kraft ein Hebel zü irgend einer Gestaltung unter den -Juden ward, deren Biographie nicht von geringem Einfluß für uns sein müsse. Und wo fände sich ein besseres Organ für diese Materien als in diesem würdigen Blatte, das Leser und Mitarbeiter vom atlantischen Meere bis zum Dnieper und vom Malar-See bis zum Atlas-Gebirge hat. So wenig es aber auch in unserer Kraft und in unserm Willen liegt, die Spezialitäten der eben gedachten zwei Rubriken aufzuführen, so wollen wir doch einige derselben herausheben, die uns besonders wichtig scheinen. a) Die. Entstehung des hohen jüdischen Conciliums zu Worms unter dem Vorsitz des Rabenu Gerson und der auf demselben gefaßten Beschlüsse, welche auf uns noch von Einfluß sind. b) Der gänzliche Untergang der Sehabsen (*Q:£ T,DtürO), die besonders in Polen zuletzt um sich griffen. HN ist wol weder Pflugschaar, wie die alten Uebersetzer haben, denn es steht neben noch nach den Interpreten, GeseniuS, de Wette und A. Hacke, sondern, da es Jes. 2, 4, Joel 4, 10, Micha, 4, 3 mit iE>^OIpWinzermefler, in Parallele steht; die Sense. — übersetzen einige die Stumpfheit, womit aber die Construction, besonders nicht übereinstimmt. —