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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-06-02 · 15 (2.6.1838) · p. Seite 58

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
15 (2.6.1838)
Date
1838-06-02
Page
Seite 58 (sequence 2)
Language
German
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58 halten, von Interesse sein, dem geehrten Leser zuvor den Witterungs - und Arbeitskalender von Palästina vorzulegen *). Januar (Tebeth). Kalt, Schnee, Regen; die. Bäche, der Jordan und das tobte Meer schwellen an, der Libanon ist mit Schnee bedeckt, doch ist zu Jerusalem schon mehr Frühlingswetter. — Es gibt noch frische Trauben vom vorigen Jahre; zuweilen Winterfeigen auf den Feigenbäumen. So Josephus jüd. Kr. IH, 10, 8) von der Landschaft um den See Genesar: „Man möchte es fast einen Wettstreit der Natur nennen, die fast mit Gewalt an einen Platz hinsammelte, was sich zu widerstreiten scheint, so wie einen angenehmen Wettkampf der Jahreszeiten, wovon eine jede gleichsam sich diese Landschaft statt der andern anzumaßen suchte. Sie nähret indessen nicht blos, wider alle Erwartung, verschiedenes Obst, sondern erhält es auch lange. Die vorzüglichsten Früchte wenigstens, Trauben und Feigen, reicht sie zehn Monate ununterbrochen dar, die übrigen Früchte folgen einander wechselsweise das ganze Jahr hindurch. — Der Mandelbaum blüht und die Mandragora (Dudaim Gen. 30, 14). Man säet auch wol Gerste. Februar (Schebat). Fast dieselbe Witterung, als im Januar, doch Schnee und Regen seltner. Auch Donner und Hagel. Auf dem Libanon kalt, an andern Orten schon wärmer. — Gerste wird gesäet bis in die Mitte des Monats, — die Winter- Saat steht wie bei uns im Mai und Juni. Blumen auf dem Felde. März (Adar). Die Wärme fängt an; mehr Regen als zuvor; Wind meistens aus W. Donner und Hagel, zuweilen auch Kälte. Bei Jericho, überhaupt im Süden, wird die Hitze schon lästig. Nach Niebuhr wird die Gerste gegen Ende des Monats um Jerusalem reif (die im November gesäet worden?); der Feigenbaum schlägt aus, die Palmen blühen und die weiblichen werden mit männlichen Staubsamen befruchtet. Der Weinstock bringt seine ersten Traubenblüthen und die, unfruchtbaren Zweige werden abgeschnitten. (Im April schießen neue Reben aus, die neue Früchte tragen, diese werden im Mai wieder beschnitten, schießen aufs Neue aus und tragen späte Trauben, daher dreifache Weinlese: die ersten Büschel, die im August reif werden, werden darin abgelesen, die zweiten, die im April blühen, im September, die dritten im October). April (Nissan). Meistens Helle Luft, warm, selbst heiß, besonders um Jericho. Am Fuße der Berge und an den Seen angeneh¬ *) Nach Michaelis. Buhle u. A. mes Frühlingswetter, Th au sehr stark; Spätregen, der gegen Ende des Monats aufhört. Das Jordanwasser ist kalt wegen des schmelzenden Schnees vom Libanon. — Das KorN wird in den wärmsten Gegenden reif, die Ernte beginnt. Der Palmbaum blüht fort und wird befruchtet. Terebinthen blühen, der weiße Maulbeerbaum blüht um Jerusalem. Der Mandelbaum hat reife Früchte, die Blumen blühen schön auf den Feldern; Rosen und Lilien kommen, Tulpen fallen gegen Ende.d. M. ab. Mai (Jjar). Hitze, man reiset des Nachts beim Thabor, schläft auf den Dächern. Größte Hitze bei Ost und N. Wind. Die trockne Zeit fängt an, ohne Regen und Wolken bis zum September. Auf dem Libanon noch viel Schnee. — Die Ernte dauert fort, erste Gerste, Weizen. Doch in verschiedenen Gegenden verschieden. Frühe Sorte von Aepfeln, Baumwollenstauden wachsen, Mandragora reift (die Blumenzeit dauert vom Dezember bis Mai, dann fallen sie vor Hitze ab). Juni (Sivan). Trockne Jahreszeit, schwüle Nächte; auf dem Libanon wol noch Schnee. — In den Gebirgen des Libanon noch Ernte. Aepfel, Pflaumen, Kirschen, Maulbeeren, Pfirsichen, Aprikosen, Mandeln, Pomeranzen, Früchte der ceärus baccifera; Frühe Feige (Boccore) wird reif, die zweite setzt an. Man gewinnt Gummi von den Ledern und durch Einschnitte in den Balsamstauden — Balsam. Juli (Thamus). Noch heißer wie im Juni, der Libanon verliert den Schnee, nur die Spitzen des Antilibanon und die Höhlen gegen Norden sind noch davon bedeckt, woher man ihn auch zur Abkühlung der Getränke holt. Reife Trauben dauern noch fort, doch vor dem Ende des Moyats keine Weinlese. Reife frühe Feigen, Pfirsichen, Datteln, Pflaumen, Aepfel, Birnen, Oliven. August (Ab). Zunehmende Hitze, Nächte kühl. 'Gegen Ende zuweilen Wolken. — Weinlese; zweite Feige (Carmuse) wird reif, auch hat man wälsche Nüsse, Granatäpfel, Johannisbrod. September (Elul). Noch große Hitze, gemäßigt durch Winde und Regen, der in der Mitte des Monats einige Tage anhält (fTJT'in Talm.), worauf drei bis vier Wochen gutes Witter erfolgt. Der westliche Libanon hat keinen Schnee mehr. War früher der eigentliche Monat der Weinlese. Baumfrüchte dauern noch fort. October (Tischri). Anfangs helles Wetter, dann Regen (TVOT nyOl),

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