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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-06-02 · 15 (2.6.1838) · p. Seite 60

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
15 (2.6.1838)
Date
1838-06-02
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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c) i:n"n rVTO mit ihren Folgen. d) Das in Polen durch eine Reihe von Jahren bestandene Concilium unter dem Namen rOSHN , dessen Entstehung, Wirkung und Auflösung und e) Das in Polen vorhandene jüdische Vehm-Gericht, von dem in verschiedenen Dichtungen Erwähnung geschiehst, Und in einem Verkehre 2^J1 ^TH ein Näheres enthalten ist. Was demnächst die zweite Rubrik betrifft, so wird keinesweges auf ausführliche Lebensbeschreibungen, wie in der Gallerie ausgezeichneter Juden von Auerbach, noch viel weniger auf kritische Untersuchungen, wie sie der Rappoport im p\3 VW, L. Dukes in den Ehrensäulen gegeben, Anspruch gemacht, weil , hierzu schon der Raum dieser Zeitung zu begrenzt ist; dagegen aber wünschen wir auch nicht blose Nomenclaturen (wie Wolfs, Pung u. a. sie geliefert), die zur Bereicherung der Geschichte wenig beitragen; unsere Biographien sollen vielmehr eine gedrängte Lebensbeschreibung der einflußreichen und gelehrten jüdischen Männer liefern, wie sie als Hilfsmittel bei Bearbeitung der moralisch-religiösen Gestaltungs-Themata ausreichen und zugleich der Lesewelt zur Belehrung und Nachahmung dienen könnten. — Von den vielen großen Männern, deren Biographie dem gedachten Zwecke entsprechen dürften, wollen wir hier einige aufzählen: R. Jonakhan Eibschütz angeblich als Oberhaupt der späteren Sabathaer; R. Jacob Emden, dieser eifrigster Gegner und Verfolger dieser Secte u. a. Nicht minder dürsten einige Notizen von R. JsaacBrodi Verfasser des n$£J und vertrauter Freund Mendelsohns); R. I. Baal Schem — der, wie es scheint, aus den Trümmern des Sabatäismus den Chasadäismus gebildet hat — DJ SiO *"PND '"1 (dessen Namen jetzt noch manche Tasche leert), u. a. m. belehrend sein. Ganz vorzüglich aber waren wichtig die Viographieen der Männer aus der Mendelsohnsschcn Periode, die der vorleuchtenden Flamme Mendelsohns als Trabanten folgten. So Euchel, Wolffsohn, I. Briel, (Joel Löwe) Ben Seb u. a. Meteore damaliger Zeit, von denen nur die Biographie-Mendelsohns und Friedländers uns erst recht ausführlich gegeben sind. Aj>er ganz vergessen wäre das Andenken eines ausgezeichneten Gelehrten damaliger Zeit gewesen, wenn nicht vr. Delitzsch — in seinem Werke über hebr. Poesie — ihm ein ehrenwerthes Denkmal gesetzt hätte. Wir meinen den Gelehrten Jsaac Lewy aus Satnow in Galizien — das dritte Blatt in dem Trifolium damaliger Zeit — und doch braucht man nur die Wirkungen dieses Mannes gehörig zu würdigen, nur den damaligen Standpunkt der Juden recht ins Auge zu fassen, in welchem jedes nicht hebr. geschriebene oder gedruckte Buch nicht gelesen werden dürste; jeder freie Gedanke, jeder Geistesfunke — außerhalb der talmudischen Sphäre — mit Asche bedeckt, und jedes aufkeimende Talent im Entstehen erdrückt wurde. Da wirkte Satnow mit seinen Schriften in heb. Sprache verfaßt, vielleicht mehr als Mendelsohn, dessen Schriften in deutscher Sprache verpönt, und in philosophischer Materie dem damaligen Zeitalter unzugänglich waren, wirken konnte *). Und so schließen wir diese Wünsche, in der frohen'Hoffnung, daß der dargereichte Samen, bald von tüchtigern Bebauern zum Keimen und zur Frucht gebracht werden möge. . . . o in P. An fr a g e. Der ehrenwerthe Herausgeber des 1DJ7 2*0 wird ergebenst angefragt, auf welche Art und Weise, für dieses Werk, aus dem Preußischen Beiträge frei geliefert werden könnten? — Die Antwort erbittet man sich durch dieses Blatt. . . . o in P. Literarische Notizen. (Literatur). „Deduktion de§ Eigenthumrechts^ Anthropologische Untersuchung nach biblischen Ansichten. Uebe> setzt aus einem hebräischen Werke des M. 33. Friedenthal. Berlin, 1838. Schlesinger'sch e Buch- und Musikhandlung." Von dem in der hebräischen Literatur durch mehre Werke rühmlichst bekannten Verfasier liefert die vorliegende kleine Schrift die Uebersetzung einer Abhandlung aus dem großen Werke: T>D^ Der Gegenstand ist unter Bezugnahme auf das biblische Recht philosophisch durchgeführt; zuerst wird aus der Perfectibilität des Menschen, und deffen daraus hervorgegangenen Veredlung und Thätigkeit seine Berechtigung zym Besitze nachgeweisen, sodann daS Eigenthum definirt und deffen Erwerbungsarten aufgeführt, und zum Schluß das Eigenthumsrecht im Staate commentirtt — Der Styl ist lebendig und blühend, doch sind die Ausdrücke und Satzfügung zuweilen undeutsch, welches bei der Schwierigkeit der Uebertragung aus dem Hebräischen wol zu entschuldigen ist. B. *) Ref. in einer kleinen polnischen Stadt erzogen, erinnert sich aus seinem Knabenalter, wie er damals durch die Gute eines Mannes, der eine ziemlich bedeutende hebräische Büchersammlung besaß, in den Stand gefetzt worden, sämmtliche Satnowsche Schriften zu lesen, welche er in dem HauS feines Pflegevaters, eines orthodoxen und kabbalisten Rabbiners^ öffentlich und ohne Hinderung lesen durfte, weil sich letzterer um den Inhalt nicht kümmerte, sobald er nur hebräische Lettern sah. Eben so fand er späterhin in dem Hause eines streng orthodoxen Onkels eine reichhaltige hebr. Bibliothek von allen Sorten CPpOV), O t£J nVvinn, rY72p ’HSO/ ri'VU und unter diesen — auch die Werke Satnow^s. — Redacteur: vr. L. Philipps«»». — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirfchfeld.

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