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Bar Kochba · 1928-10-01 · Oktober 1928 · p. Seite 42

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Journal
Bar Kochba
Volume
1928
Issue
Oktober 1928
Date
1928-10-01
Page
Seite 42 (sequence 10)
Language
German
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42 B.-K. und Zionismus Zum Zionismus führen zahlreiche Wege. Er wird in vielen Sprachen, in verschiedenen sozialen Schichten und in durch Sonderinteressen zusammengefügten Gruppen in verschiedener Form gedacht, aber die zahlreichen Quellen des Zionismus strömen einem klar erkannten und eindeutig zu bezeichnenden Ziele zu. Für die Turnerschaft ist es wichtig, Klarheit darüber zu gewinnen, wie heute dem Zionismus neue Kräfte gewonnen werden können und wie es ihr selbst gelingen kann, zu wachsen und gleichzeitig ihre Mitglieder zu Zionisten zu erziehen. Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen den Werbemethoden, die wir vor dem Krieg mit Erfolg anwandten und denen, die uns heute neue Anhänger zuzuführen vermögen. Die zionistische Arbeit ist die gleiche geblieben. Die Grunderkenntnis, daß eine Erneuerung des jüdischen Volkstums und somit die Erhaltung des Judentums nur durch Schaffung eines starken jüdischen Volkslebens in Palästina zu erreichen sei, unterliegt für den Zionisten keiner Veränderung. Wer Zionist ist, weiß, daß ohne ein normales jüdisches Leben in Erez Israel eine jüdische Entwicklung unmöglich ist. Er weiß, daß die Juden im Gallith nicht nur der Assimilation, sondern auch der Atomisierung erliegen, daß trotz aller Erkenntnisse die Möglichkeit eines einheitlichen jüdischen Bewußtseins ohne Palästina nicht herzustellen ist, da der Jude immer in hohem Maße den Bedingungen der Umgebung anheimfallen muß, und daß die eherne Notwendigkeit zu verpflichtendem jüdischen Tun nur dort besteht, wo die Juden ein wirtschaftlich normal geschichtetes Dasein führen. Aber die Wahrheit des besten Programms muß sich in jeder neuen Weltsituation bewähren, sie muß die Form finden, in der sie wirksam zu werden vermag. Nur solche Bewegungen bleiben auf die Dauer siegreich, die ihrer Wahrheit in jeder Zeit den erforderlichen wirksamen Ausdruck zu geben vermochten. Unsere jüdische Geschichte legi: Zeugnis dafür ab, wie das Judentum in seiner Entwicklung seine Wahrheiten in immer neuer Formung darzustellen vermochte und so seinen Anhängern die Möglichkeit gab, als Juden den Völkern und den Jahrtausenden gewachsen zu sein. In der zionistischen Propaganda vor dem Kriege kam es darauf an, den Juden zur Ueberwindung seines jüdischen Minderwertigkeitsgefühls durch den Zionismus zu bringen. Ein Jude, der Zionist wurde, erhielt das Gefühl der Ueberlegenheit und Sicherheit. Er wußte, ihm kann nichts geschehen, er ist dem Leben mit allen seinen Anfeindungen gewachsen und vermag sich als Zionist in allen Konflikten zu behaupten. Er erhielt den Mut ,der ihm die Möglichkeit gab, in anständiger Form als Jude zu leben. Diesen Prozeß der Zionistwerdung fühlt man noch heute deutlich bei den Zionisten der älteren Generation. Auch die bekannten alten Führer der jüdischen Turnbewegung verdanken ihm ihre zionistische Sicherheit und ihr Vertrauen zur zukünftigen zionistischen Entwicklung der Makkabibewegung. Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist aber für die jüdische Welt eine neue Situation entstanden. Für den typischen Juden der Vorkriegszeit war die Emanzipation das große Ereignis. Die Darstellung des mit der Emanzipation verbundenen Assimilationsprozesses wurde von ihm als eine unmittelbar zu verstehende persönliche Angelegenheit empfunden. Der Jude unserer Tage lebt in Deutschland wie in Amerika in einer neu entstandenen jüdischen Gesellschaft. Die antisemitische Weltwelle hat den Juden gesellschaftlich isoliert. Dem Juden ist es heute selbstverständlich, jüdischen Vereinen, jüdischen Gemeinschaften, ja sogar jüdisch politischen Organisationen anzugehören. Die Tatsache der jüdischen Gesellschaft, in der er sich bewegt, erscheint ihm vielfach schon natürlich. Das Gefühl der persönlichen Minderwertigkeit, das er früher in erster Linie in seinem Judesein empfand, spielt für seine jüdische Stellung nicht mehr die allein entscheidende Rolle. Das Judenproblem der Vorkriegszeit lebt heute gleichzeitig als allgemeines Erziehungsproblem, als Großstadtproblem, als das Problem des isolierten Intellektuellen auch in nicht jüdischen Sphären. Vor dem Kriege gehörte Mut dazu, sich als Jude zu bekennen. Wer es tat, war schon ein Exponent der nationaljüdischen Bewegung. Wer es nicht tat, war ein Assimilant. Heute schafft sich die jüdische Gesellschaft naturgemäß gewisse jüdische Embleme. Es ist selbstverständlich und zu nichts verpflichtend, sich als Jude zu bekennen. Man tritt ohne inneren Kampf jüdischen Vereinen aller Art bei, sogar auch solchen, die vor dem Krieg nur in nationaljüdischem Gewände denkbar waren. In antizionistischen Blättern werden Worte gebraucht, die vor 20 Jahren nur von Zionisten verwandt werden konnten und schon als Vokabeln die CARL SOMMER 6.M.B.H, Frankfurt am Main Hafenstraße Nr. 13 Fernsprecher Amt Spehsart Nr. 314 Sorgfältige Erledigung aller Maler-, Anstreicher- und Verputz- Arbeiten in Neubauten, Umbauten, Wohnungen und 6eschäftslokalen. / Fassadenanstrich, Schildermalerei, Möbellackierungen. Anstrich von Eisenkostruktionen. KOSTENVOSANSCH LÄGE ZU DIENSTEN

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