Mannheim
Compact Memory

Wiener jüdisches Familienblatt · 1935-03-01 · 16 (März-April 1935) · p. Seite 35

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
3 (1935)
Issue
16 (März-April 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 35 (sequence 37)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8245601-8695759-8695770--713-8246128
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestehen und die beiden letzten Teile so wie im Wasser miteinander verheiratet sind: Zwei Teile Wasserstoff auf 1 Teil Sauerstoff. Dazu gehört der Zucker, das Mehl, also auch Bröl etc. Also alle diese Stoffe können sich untereinander ersetzen. Unersetzlich aber sind die anderen Stoffe; erstens die Salze. Man denke dabei nicht gleich an das Salzfassel; dieses enthält nur ein Salz: das Kochsalz. Wir brauchen aber eine Menge verschiedener Salze und die nehmen wir mit fast jeder Nahrung auf; Phosphorsalze, Magnesiuinsalze, Kalksalze; alle braucht der Körper für seinen Aufbau, für das Blut und die Körpersäfte, die ja Salzlösungen bind. Bei Salzmangel geht er zugrunde. Ebenso unersetzlich ist das Wassier, das wir nicht nur trinken, sondern mit fast allen Nahrungen aufnehmen. Ein besonderes Kapitel für sich sind die sogenannten Vitamine. Das sind Stoffe, die man in der rohen oder nicht zu stark gekochten Milch, in der Butter, im rohen Obst, Gemüse, Salat und im Lebertran findet, die durch das Kochen zerstört werden und die zwar nur in kleinen Mengen benötigt werden, deren völliges Fehlen aber schwere Krankheiten, wie Rhachitis, Skorbut, gewisse Augenkrankheiten etc., hervorrufen kann. Es ist noch gar nicht so lange her, seit man weiß, daß diese „Mangelkrankheiten" eben auf den Mangel an Vitaminen zurückzuführen seien. Unnötig hingegen für die Gesundheit, wenn auch nicht für den Geschmack und die Küchentechnik sind die sogenannten „Reizstoffe", wie Pfeffer, Paprika, Erkenne dich selbsi und lerne die Menschen deiner Umgebung kennen, wie sie wirklich sind. Dies, lieber Leser, und zeitgemäße Beratung in allen Lebensfragen vermittelt dir die Wissenschaft der Graphologie. Jeder unserer Leser kann sich unentgeltlich des graphologischen Fragekastens bedienen. Dieser wird von dem bekannten Wiener Graphologen Alfred K a n f e r geleitet. Zur Erlangung einer Analyse sind mindestens zehn Zeilen Tintenschrift sowie Angabe von Geschlecht und Alter erforderlich. Wir berechnen unseren Lesern für eine Analyse nur einen Druckkostenbeitrag von S 1.20, der in Marken beizulegen ist. Es ist ferner ein Kennwort anzugeben, unter dem die Veröffentlichung erfolgt. Einsender, die auf besonders rasche Erledigung ihrer Anfrage Wert legen, legen frankiertes Retourkuvert bei erhalten brieflichen Bescheid. Spezial - Charakter- und Schicksalsanalysen gegen Einsendung von Schriftprobe und genauen Geburtsdaten sowie S 3.50 in Marken und frankiertem Retourkuvert. Grobes Charakterbild S 10.—. Für Ausland internationaler Antwortkupon. Beantwortung der Anfragen „Yvonne." Dem Alter auch geistig weit voraus — nur darf man darauf nicht zu sehr eingebildet sein. Da bildet sich ein warmes Wesen von bereits jetzt zu konstatierender Eigenart und persönlicher Prägung aus, das trotz aller Weichheit doch auch sehr energisch und zielbewußt ist, wenn es darauf ankommt. Zähe, ausdauernd, viel logische Kraft, lebhafte, aber nicht überwuchernde Phantasie. Ein ganz klein wenig selbstsüchtig.! £tsr""' Senf; für das Leben schädlich alle Alkohole: Wein, Bier, Schnaps,, aber im Uebermaß auch Kaffee und selbst Tee. N i c h t s o einfach ist a I s o s o ein Mittagessen. Man bestellt Grießnockerlsuppe und der Kellner bringt: Eiweiß, Fett, Kohlehydrate, Salze, Wasser und — Gott sei Dank — auch Reizstoffe. Dann will man ein Rindfleisch mit Eräpfeln und Paradeissauce und kriegt wieder: Eiweiß, Fett, Kohlehydrate, Vitamine, Salze, Wasser. Und so geht es eine ganze schöne Mahlzeit fort. Dazu soll man noch an d e verflixten Calorien oder Nems denken! Nein, lassen Sie sichs nicht verdrießen! Sie werden schon instinktiv das Richtige treffen; die Menschen haben es auch schon vor der ,,Erfindung" der Ernährungslehre verstanden. Stecken Sie nur Geld zu sich und verlassen Sie sich im übrigen auf Ihren Magen. Aber — wenn Sie genug Geld haben, schonen Sie auch dieses edle Organ. Sie wissen: Die Calorien, die Fette, ja, ja, ich bin schon ruhig. Mahlzeit! „Ala." Hauptsächlich triebhaft beeinflußte Natur, aber nicht in unbedingt günstigem Sinne. Sinnlichkeit, großer Egoismus, nicht unbedingt verläßlich, wenig ausdauernd. Nicht immer sehr rücksichtsvoll, im Notfall über Leichen gehend. Impulsiv, Neigung zu Herrschsucht und gleichzeitig zu maßloser Hingabe. Scharfes, oft vernichtendes Urteil, mitteilungsbedürftig, oft unbeherrscht. Hauptsächlich intuitiv eingestellt, intelligent, im Leben wohl nicht ohne Erfolg. „Gilgi." Noch zeigt die Schrift etwas Sprödes, Unausgeglichenes. Aber dies wird sich sehr bald abschleifen und dann wird sich ein Zug zum Mondänen entwickeln. Sie werden geschmeidiger und nachgiebiger werden, die Schroffheiten, die jetzt noch häufig aufscheinen, werden dann einer nachgiebigeren und einsichtsvolleren Wesensart weichen. Sie sind innerlich gut und gefühlsfief, aber von starker Eitelkeit; lebhafte Phantasie, vermutlich auch künstlerische Begabung. Verlangen nach repräsentativer Stellung werden diese vermutlich auch erreichen. „Wien, XVII. 23." Es wäre sicherlich verfehlt, Sie in ein Geschäft stecken zu wollen, denn Ihre Eignungen sind durchaus nicht dafür geschaffen, Sie würden da kaum viel erreichen; da wäre es schon zweckmäßiger, Sie würden Krankenpflegerin werden. Sie sind scheu und unsicher, es fehlt Ihnen Anpassungsfähigkeit, es fehlt Ihnen aber noch mehr der Wille sich anzupassen und das ist sehr bös. Sie müssen trachten, sich Anschluß zu verschaffen und müssen lernen, sich zu vertragen, denn leben heißt mit anderen zusammenleben, in Gemeinschaft leben und wenn man sich für zu gut, respektive alle anderen für falsch hält, schließt man sich damit aus dem Lebensprozeß aus, wird vereinsamt und hysterisch. Sie waren scheinbar viel krank, sind eine schwächliche Natur und wurden dadurch verzärtelt. <MAPIHl©H©©&Se[HIH® IF^A©iBCASir 35

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.