Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- 16 (März-April 1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 34 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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HcuuoKdb Wer weiß, wovon man fett wird? Woraus besteht ein Mittagessen? De; Wiener alter Schule, der glaubt, es muß so sein, wird auf diese Frage antworten: ,,Aus Suppe, Fleisch, Gemüse, Erdäpfeln, einem Krügel Bier oder einem Viertel Wein, Mehlspeis und schwarzem Kaffee." Der Wiener neueren Datums hingegen meint: „Aus Suppe, Gemüse, Erdäpfeln, dreimal in der Woche Fleisch, Obst und einem Glas Wasser." Diese Veränderung in den Ansichten ist nicht nur hervorgerufen durch Veränderungen des Portemonna:es, sondern vor allem durch die Erkenntnis, daß zu reichliche, kompakte Ernährung im allgemeinen, und zu viel Fleisch im besonderen unzukömmlich, Alkohol in jeder Form aber schädlich ist. Leider sorgt die Zeit schon dafür, daß der größte Teil der Menschheit ein noch viel unbekömm'.'icheres Mittagessen einnimmt, bei dem nicht die Gefahr des Zuviel, sondern des Zuwenig besteht. Wieviel ein Mensch zum Leben braucht, was er braucht, damit hat sich die Wissenschaft schon lange beschäftigt. Jeder sein eigerer Ofen. Wer hungert, dem iist auch kalt, mit der Sättigung tritt Wärme auf; das hängt nicht nur mit der Tätigkeit der Verdauungsorgane etc. zusammen, sondern vor allem damit, daß die Nahrung im Körper „verbrannt", das heißt verarbeitet wird, wodurch Wärme entsteht. Je wertvoller die Nahrung, desto größer die Wärmeerzeugung; und so ist man daraufgekommen, den Nährwert eben nach der erzeugten Wärme zu bestimmen. So wie die Länge nach Metern, die Schwere nach Kilogramm, so mißt man die Wärme, den „Brennwert", nach Calorien und weiß zum Beispiel, daß 1 Liter Milch 650 Calorien hat, daß demselben Werte etwa 30 Würfel oder 17 dkg Zucker, 8 Eier, 1 Kilo Aepfel, etwa 20 dkg Mehl, nicht ganz ein Vicrtelkilo fettes Rindfleisch (Brust) entsprechen. Die Müchva.uta. Ein anderes, viel volkstümlicheres Maß hat der Von Dr. Oskar Loewy, Facharzt für Kinderkrankheiten geniale Wiener Arzt Clemens Pirquet im ,,Nem" aufgestellt: Er vergleicht alle Nahrungsmittel mit dem Nährwert der Milch, den er als 1 Nem bezeichnet; Wenn man zum Beispiel sagt, daß Zucker 6 Nem hat, so heißt das, daß z. B. lg Zucker sechsmal soviel Nährwert hat wie 1 g Milch. Daraus geht auch hervor, wie billig Milch ist, weil ein Liter davon (also 1000 Nem oder 650 Calorien) nur 46 Groschen kostet, während derselbe Nährwert in Eiern schon S 1.20 oder in Zucker 64 Groschen kostet. Für 1 Tag braucht ukr erwachsene Mensch etwa 3000 Calorien oder 4500 Nem, das heißt in Milchvaluta ausgerechnet, 4V2 Liter Milch, Schwerarbeiter natürlich mehr. Die Bausteine der Nahrung. Nun kommt es aber nicht nur auf das Wieviel an, sondern auch auf das „Wie beschaffen"! Jede Nahrung besteht aus einer Anzahl verschiedenartiger Bausteine, deren jeder vom Körper benötigt wird, teils um ihn immer wieder frisch aufzubauen, da er sich ja stets wieder abnützt, teils um Reserven zu haben, teils aber, um „das Werkel in Gang zu erhalten", also sozusagen ah Heizstoff für die Maschine. Diese Stoffe heißen: Eiweiß, Fett, Kohlehydrate, Salze, Wasser und Vitamine. Das Eiweiß, das unser Körper hauptsächlich mit Fleisch, Fisch, Eiern (besonders im Dotter) mit Milch, Käse und Hülsenfrüchten aufnimmt, ist sehr kompliziert zusammengesetzt und dient zum Teil als Aufbau-, zum Teil als Wärmequelle; als solche kann es aber in der Nahrung teilweise ersetzt werden durch Fette; das ist deshalb auch wichtig, weil ein Uebermaß an Eiweißstoffen, an tierischen vor allem, schädlich wirkt. Die Fette hingegen führen wir uns in Milch als Butter, Schmalz, Pflanzenfett, Nüsse etc. zu; aber, bitte, womöglich nicht im Uebermaß, da sonst die moderne Linie erheblich leidet. Das Fett aber findet wonötig auch einen Ersatz durch die sogenannten Kohlehydrate. Wieso Kohlehydrate? Der Name rührt davon her, daß sie aus den Elementen ... nur 3 Minuten Höhensonne >"«*!t"\ genügen schon — um Ihnen die Wirkung der heilkräftigen ultravioletten Strahlen zu zeigen. Den Erfolg merken Sie nach etwa 5 bis 6 Stunden, und zwar an einer starken Durchblutung und Rötung der Haut (später Bräunung I) Regelmäßige Bestrahlungen von 3 bis 5 Minuten Dauer (jeden zweiten bis dritten Tag) sind ein wertvolles Hell- und Vorbeugemiltel bei Grippe, Rhachit's, Keuchhusten, Erkältungs- und Stoffwechselkrankheiten, bei Herzleiden, ein Kräftigungsmittel für den beruflich Angestrengten und Nervösen, ein Kosmetlkum gegen Mitesser, Pickel, Sommersprossen, .Haarausfall und Ergrauen Verlangen Sie kostenlose Broschüre Nr. 552 von der QUARZLAMPEN-GESELLSCHAFT M.B.H. WIEN VIII., ALSERSTRASSE NR. 23 - TELEPHON NR. A 22-0-18 Bequeme Teilzahlungen Seit neuem das billige Volksmodell, die Alpina-Heimsonne. Erhältlich in allen medizinischen- und Elektrogeschäften w 34