Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- 14 (Jänner 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Makkabim auf den Balkan-Spielen. Die diesjährigen Balkanspiele fanden in Zagreb (Jugosl.) statt. Der bekannte 400- und 800 m-Läufer P a s s i (Makkabi Saloniki) war Mitglied der tschechischen Mannschaft. Er wurde im 400 m-Lauf Zweiter, im 800 m-Lauf Dritter. Er trug viel zum Gewinn der 4 ■ 400 m-Staffel bei. Das rumänische Makkabimitglied Fritz gehörte zur rumänischen Mannschaft. Er wurde Dritter im Kugelstoßen und Vierter im Hammerwerfen. Der Makkabi Zagreb veranstaltete anläßlich der Anwesenheit der zahlreichen ausländischen Makkabileute einen besonderen Empfang. Tennis, Laufen, Ringen aus der Tschechoslowakei. Dr. L. Gottesmann (Makkabi Kosice) errang einen Sieg über den ungarischen Daviscupspieler Straub in einem Exhibitionskampf in Presov mit dem Ergebnis 8 : 6, 6 : 4. Er gewann auch die Meisterschaft des Ostgaues. Wiederum gelang es Heks, seine verläßliche Form unter Beweis zu stellen. Er lief die schwere Strecke Bratislava— Cekils—Bratislava beim Stefanik-Marathonlauf Seite an Seite mit dem Sieger Sulc, der ihn erst bei den letzten 100 Metern abschütteln konnte. Heks wurde Zweiter in der guten Zeit von 2 : 50,46 Stunden unter 41 Läufern. Bei der Preßburger Ringermeisterschaft belegten die Makkabäaleute Lebivacs, Goldberger, Kreuzstein und Halmas erste Plätze. Turnerfolge in der Schweiz. Bei dem in Schwammendingen und Zürich abgehaltenen kantonalen Jugendriegentag wurde der jüdische Turnverein Zürich, der Züricher Makkabiverein, Erster im Sektionswettbewerb. Makkabi Cernauii bei den leichtathletischen Meisterschaffen der Bukowina. Die Leichtathletiksektion des Makkabi Cernauti hat an den Meisterschaften der Bukowina teilgenommen. Es gelang, eine Reihe von Preisen zu erringen. Bei den Seniormannschaften wurde Laster Erster im 100 m-Lauf und im Weitsprung; Klein Erster im Hochsprung; Frl. Menster Erste im 60-, 100- und 200 m-Lauf; Frl. Fleischer Erste im Kugelstoßen. Ebenso gewannen die Makkabioth die 4 -100 m-Staffette. Bei den Juniorenmeisterschaften wurde Klein Erster im 100- und 200 m-Lauf. Ringersiege in Dänemark. Bei einem in Kopenhagen arrangierten dänisch-schwedischen Jubiläums-Sportfest, welches durch die Kopenhagener Athletik-Union durchgeführt wurde, wurde im Ringen Michael Kurland (Hakoah Kopenhagen) Sieger im Bantamgewicht gegen Nils Englund, und Abraham Kurland Sieger im Leichtgewicht gegen Ivar Erikson. Isak Paikin (Hakoah Kopenhagen) schlug Axel Andersson im Halbschwergewicht. Der Hakoahner Kaihser startete beim Neuwaldegger Waldlauf in der Jugendgruppe und absolvierte als Gruppensieger die Streckenrunde in 6 : 58,4 Min. und erzielte damit die beste Rundenzeit, die jemals in Wien gelaufen wurde. Tretet der Jüdischen Kulturstelle bei! Aus dem Tätigkeitsgebiet der JKa: Kunststelle: Bedeutend ermäßigte Karten für alle Bundes- und Privattheater sowie für sämtliche Konzerte und Kunstausstellungen. Theatergruppe: Aufführung jüdischer Stücke in deutscher, hebräischer und jiddischer Sprache. Dilettantengruppe. Sprechchöre. Musik- und Gesangspflege: Musikkurse, Singschulen, Blattlesekurse, Chorvereinigungen, Veranstaltung von Konzerten und volkstümlichen Bezirksabenden. Gründung eines jüdischen Volkskonservatoriums. Ausgabe eines jüdischen Liederbuches. Jüdische Geschichte und Literatur: Vorträge hervorragender in- und ausländischer Persönlichkeiten. Lichtbilderarchiv. Verbreitung jüdischer Bücher: Bibliothsken. Buchgemeinschaft. Bildende Kunst: Ausstellungen, Vorträge und Führungen. Jahresbeitrag einschließlich Mitteilungsblatt S 2.50. Zentrale: Wien, II., Aspernbrückengasse 2, Tel. R-48-2-91. Zweigstellen: VI., Loquaiplatz 11, Tel. B-20-0-81; IX., Währingerstraße 48, Tel. A-14-400. Gründung eines Reichsausschusses jüdischer Sportverbände in Deutschland. Man schreibt uns aus Berlin, daf) die zwei großen jüdischen Sportverbände Deutschlands, der „Deutsche Makkabikreis E. V." und der „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" nunmehr nach fast einjährigem Kampf um die Führung im jüdischen Sport des Deutschen Reiches in einem gegenseitigen Übereinkommen einen Reichsausschufj jüdischer Sport verbände gegründet haben, dem laut Verfügung des deutschen Reichssportführers v. Tschammer-Osten sämtliche jüdischen Turn- und Sportvereine Deutschlands angeschlossen sein müssen. Die Geschäftsführung dieses neugegründeten Ausschusses, dessen Leitung durch die Präsidien der beiden erstgenannten Verbände gebildet wird, befindet sich in Berlin W15, Meineckestrahe 10 und wird durch Paul Lewinson von „Makkabi" und Walter Beck von „Rjf" wahrgenommen. Man betont von Seiten beider Verbände, daf) die sportliche, organisatorische und weltanschauliche Selbständigkeit aller angeschlossenen Vereine vollkommen gewahrt bleiben wird. E. L. yJ^nA Erster Wiener jüdischer Turnverein „Makkabi", A^WmA Sektion IX, Wien, IX., Liechtensteinstrafje 20. Herren (über 35 Jahre) Montag und Donnerstag von l/s7 bis 8 Uhr; Herren (unter 35 Jahre) Montag und Donnerstag von ',8 bis 7,10 Uhr. Boxen Montag und Donnerstag von 1 |8 bis l/29 Uhr. Boxen für Jugendliche Dienstag und Freitag von '/.,9 bis ",10 Uhr. Damen: Moderne Gymnastik Dienstag und Freitag von l/27 bis 1/48 Uhr und l/ß bis >/49 Uhr. Mädchen (13—17 Jahre): Geräte und Gymnastik Mittwoch und Samstag von 1 J bis 8 Uhr. Knaben (13—17 Jahre): Geräte und Gymnastik Mittwoch und Samstag von 8 bis l/«10 Uhr. Kinder: Knaben und Mädchen (5—13 Jahre) Mittwoch und Samstag von 1 /25 bis ' '.,7 Uhr. Turnsaal XIX., Silbergasse 2 a (Schule): Montag und Donnerstag. Kinder von 5 bis 6 Uhr; Zöglinge, Mädchen und Knaben, von 6 bis 7 Uhr; Damen von 7 bis 8 Uhr; H erren von 8 bis 9 Uhr. Mäßige Preise. Auskünfte täglich ab 19 Uhr! Volkstümliche Musikkurse der Jüdischen Kulturstelle (JKa). Die JKa richtet in der Hauptschule, II., Kleine Sperlgasse 2b Musikkurse mit folgendem Programm ein: Violine, Klavier, Cello, Blasinstrumente, Volksinstrumente (Gitarre, Mandoline, Okarina), Gesang, Theorie, Musikgeschichte und Kindersingkurse. Kursbeitrag pro Monat für zwei Wochenlektionen S 8.— plus 60 Groschen Abgaben. Anmeldungen: Jüdische Kulturstelle: II., Aspernbrückenstraße 2, Tel. R-48-2-91, täglich von 9 bis 17 Uhr. Oberkantor Gerson Herz Margolies: „Rezitative für den Freitag-Abend-Gottesdienst" Herr A'Jolf W o d a k, ein seinerzeit gesuchter Klavierpädagoge, ehemaliger Schüler Anton Bruckners und der Professoren Hans Krenn und Wilhelm Schenner, dem wir diese Kompositionen zur Begutachtung vorgelegt haben, schreibt uns darüber: „Das im Jahre 1934 erschienene kantorale Werk des Oberkantors der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, Gerson Herz Margolies, bringt in wohlgeordneter Form alte und derderzeitige Nigonim, peinlich genau, übersichtlich, verständlich und anregend für den Vortragenden. Dieses Werk, im Sinne des berühmten Verfassers angewendet, fesselt dauernd die andachtsvollen Zuhörer. Es ist zu wünschen, daß angehende Kantoren sich dem Studium dieses interessanten Werkes widmen, und wenn es mit Gründlichkeit geschieht, ist ein Erfolg sicher." 33