Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 13 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 34 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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sonderen ürippeformen aufzuweisen hat. Wie schon gesagt, tritt aber die Urippe auch durchaus anders auf; bei Kindern zeigt sie sich zum Beispiel ger)n\e unter dem Bilde hochfieberhafter Darmkatarrhe, durch die die kleinen Patienten ungemein geschwächt werden. Den Gipfelpunkt der Bösartigkeit aber erreicht sie als sogenannte „Gehirngrippe" mit schweren Schlafstörungen und oft einer vollkommenen Veränderung des Kranken in körperlicher, seelischer und charakterologiseher Richtung, die nicht selten in Verblödung als bleibendes Siechtum übergeht. Was können wir nun tun, um uns vor der Grippe zu schützen? Das „disponierende Moment", also die Verkühlung, werden wir am besten durch entsprechende Kleidung vermeiden; es gehört mit zu den unsinnigsten Extremismen unserer an unsinnigen Extremen so reichen Zeit, daß man ein gewisses Heldentum darin sieht, sich möglichst wenig warm zu bekleiden und besonders unsere Kinder unter dem Deckmantel „Abhärtung" vor Kälte und, w.ap noch wichtiger ist, vor Nässe ungenügend zu schützen. Was wir mit solchem Helden-, hesser gesag'.t Protzentum, das einen Ehrgeiz darin sieht, blasse, zarte, konstitutionell hiezu ungeeignete Kinder im Winter in Kniestrümpfen oder gar Sockerln herumlaufen zu lassen, erreichen^ ist nur eine mangelhafte Durchblutung der Haut, ihre Abkühlung, die viel leichtere Neigung zur Infektion. Andererseits ist es natürlich ebenso verkehrt, sich oder sein Kind in zwei Leiberln, Pullover, darunter gar zwei Hemden, darüber aber ein Halstuch zu hüllen und diese Kleidungsstücke im oft überheizten Büro oder Klassenzimmer anzulassen, sodaß man bei Wiederbetreten der Gasse kaum eines geeigneten Kälteschutzes genießt; hierher gehört auch die im übrigen sehr vernünftige Mode der Ueberstiefel für Damen und Kinder, die Aber natürlich ihren Zweck verlieren, wenn sie nicht in der Wärme abgestreift werden. Auch Unterziehstrümpfe für Damen sind höchst empfehlenswert. Neben der Kleidung spielt auch das Moment der Ernährung einte wichtige Rolle, besonders bei Kindern; milch-, fleisch- und eiarm, gemüse- und zuckerreich ernährte Kinder sind gegen Infektionen widerstandsfähiger, wobei eine Zufuhr von sog. A-Vitamin in Form von Butter und Lebertran günstig wirkt. Die Infektion selbst werden wir am besten dadurch verhüten, daß wir in Grippeepidemiezei(ten Menschenansammlungen möglichst vermeiden, lieber bei geeignetem Schuhwerk und entsprechender Kleidung zu Fuß gehen, als uns dem Kreuzfeuer niesender und hustender Bazillenkanonen in Straßenbahin und Autobus auszusetzen; auch Theater, Kino und Kaffeehaus sind eine häufige Infektionsquelle. Bedenken wir auch vor allem, daß unsere Kinder, je jünger sie sind, in desto größerer Grippegefahr schweben! Dies sei vor allem Eltern, die Zärtlichkeit und Grippe miteinander verbinden, gesagt! Auch gemeinsame Taschentücher zwischen Mutter und Kind sind gefährliche Infektionsträger. Falsch hingegen wäre es, Kinder aus Angst vor „Verkühlung" von dem so herrlichen Wintersport abzuhalten; denn gerade die frische Luft, die reichliehe Bewegung im Schnee, die vernünftig gehandhabte Abhärtung wird uns und unseren Kindern eine der wichtigsten Waffen zur Abwehr der sonst mit Recht so gefürchteten Grippe in die Hand geben. Ha-Rofc. Eine gute Nachricht, nämlich billigere Preise in Strick- und Strumpfwaren, zum Beispiel: Jerseykleider (S 36.—)» Wollwesten (17.—), Pullover (15.—) u.v.a., außerdem Werbeverkauf in Trikotuntervväsche: Ia Mattsefclen-Schlupfhose (2.90), I a Seidenstrümpfe (2.90) bei Raimund I 11 n e r, Zentrale: I., Spiegelgasse 2. Zu müde für den Abendspaziergang? Viele Menschen, die den größten Teil ihrer täglichen Arbeit stehend verrichten müssen, besonders unsere viel geplagten Hausfrauen, fühlen sich abends zu müde für den einst gewohnten Abendspaziergang, der ihnen als Erholung eigentlich recht nötig wäre. Starker Ermüdung in den Beinen kann durch eine entsprechende Fußstütze meist rasche Abhilfe geschaffen werden. Wir empfehlen hiefür die Beratung durch das spezialisierte führende Fachinstittit Bandagen-Mikolasch. Die repräsentative Zeitschrift des Revisionismus und des Betar Tel Hay. Monatsschrift des Berit Trumpeldor. Das Novemberheft bereits erschienen. — Aus dem Inhalt: V. Jabotinsky: Majorität; Dr. A. Koppel: Führertum und Organisation, II; Prof. A. Qrabowsky: Das Grundproblem des Zionismus; Dr. Schabad: Der jüdische Ritter; J. Goldstein: Der Betar in der Tschechoslovakei; Viktor Stark: Der Betar in Jugoslavien; Leben und Tod einer großen Heldin (Sara Ahroman); Nachrichten, B i 1 d e r, Keren Tel Hay-Ausweis. Erstes Heft bereits vergriffen! Aboniiementspreis halbjährig: Oesterreich Schilling 3.—, C. S. R. Kc. 15.—, Polen: Zloty 3.—, Jugoslavien Dinar 40.—, Schweiz, und das übrige Ausland Schvv. Fr. 2.50.—. Einzahlungen an Postsparkassenkonti; Oesterreich C-98.473, - C. S. R. 79.296, — Jugoslavien Rudolf Heller, Osijek, 36.843; alle anderen Länder senden direkt per Auslaudspostanweisg. an die Administration des Blattes. - Nur ein vorausgezahltes Abonnement wird beliefert. ILA ®iVU)IE AUOVIi ®E©EMEVi Directeur- Josue Jehouda Organe mensuel de liaison internationale Revue de synthese moderne de la penseed'lsrael Im Dienste des jüdischen Ideals ist die Revue |uive de Gencve bestrebt, alle Menschen guten Willens über den wahren jüdi* sehen Geist aufzuklären und die Anteilnahme sowohl der Christen als auch der (uden für das tragische Schicksal des Volkes Israel wachzurufen, dessen tausend* jährige Bestimmung es ist, das Ideal der Ger* rechtigkeit für alle, Mächtige und Niedere, zu verbreiten, ein Ideal, das bereits unsere Propheten verkündeten und nach dem unsere gequälte Zeit strebt. REDAKTION UND ADMINISTRATION: 9 Avenue Marc Monnier, 9 - Geneve JAHRESABONNEMENT: Schweiz sfrs. 10'-, Frankreich ffrs. 50.-, andere Länder sfrs. 12.- 34