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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-11-01 · 13 (November 1934) · p. Seite 33

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
13 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
Seite 33 (sequence 35)
Language
German
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2}&i Hüusah&b Die Grippe und ihre Verhütung Wenn das Wort Grippe ausgesprochen wird und die Zeit naht mit Riesenschritten, in der es den Tenor der meisten Gespräche bilden wird — verquickt es sich alsbald zwangsläufig mit den Vorsteillungen: Husten, Schnupfen, Verkühlung, Infektion. Denn tatsächlich sind es die katarrhalischen Erkrankungen der Luftwege, die am häufigsten ihre Anfangserscheinungen bilden, mit denen sie sich in höheren oder niederen Graden begnügt, um freilich auch öfter mit wesentlich anderen und weniger harmlosen Formen aufzuwarten. Denn wie wenige andere Krankheiten ist sie ein förmlicher Proteus, der in dem einen Jahre uns im Kleide von „Verkühlungen" besucht, im nächsten wieder schwere Darmstörungen hervorruft, um bei der nächsten Epidemie wieder mit vorwiegendem Befallen des Nervensystems zu überraschen. Aus diesem höchst wandelbaren Benehmen aber geht schon hervor, daß wir es hier durchaus mit einer Allgemeinerkrankung zu tun haben und es einerseits von der individuellen Eigenart jedes Menschen, von einer Minderwertigkeit eines bestimmten Organ- Systems, etwa der Luftwege, des Verdauungstraktes, des Nervensystems, andererseits aber von dem bisher unerklärbaren „Genius epidemicus", das heißt, der Eigenart jeder momentan herrschenden Epidemie abhängt, unter welchen ihrer diversen Bilder sie gerade aufzutreten geneigt ist. - Um zunächst den scheinbaren Widerspruch aufzuklären, der darin gelegen ist, daß die Grippe, wie überhaupt jeder Schnupfen, jede Bronchitis, jede Lungenentzündung — einerseits zu den „Verkühlungen" gerechnet wird, da sie sich ja zweifelsohne oft an momentanen Temperaturwechsel anschließt, andererseits aber ebenso unzweifelhaft ansteckend ist, also zu den Infektionskrankheiten gehört, sei zunächst gesagt, daß jede Infektion eine bestimmte Disposition, das heißt, eine Krankheitsbereitschaft voraussetzt, die im Falle der grippösen Erkrankungen eben durch eine jähe Abkühlung gegeben zu sein scheint, die Hand in Hand geht mit einer unregelmäßigen Blutverteilung. Es ist also die Grippe weder eine Verkühlung noch eine Infektion, sondern beides zusammen: eine Infektion, der die Verkühlung den geeigneten Boden geschaffen hat. Daß nun eine solche Grippe durchaus keine harmlose Angelegenheit ist oder wenigstens sein muß, geht schon aus der Heftigkeit ihrer Begleiterscheinungen und aus der oft unverhältnismäßig langen Zeit ihrer Rekonvaleszenz hervor. Mattigkeit, die jede Bewegung wie Aufsetzen, Kopfwenden, Sprechen zu schweren Arbeiten macht, hohes Fieber, heftige Schmerzen, plötzliche Schweißausbrüche während der Krankheit, Temperatursteigerungen, Herzklopfen, sehr lang anhaltende, ungewohnte Ermüdbarkeit, Appetitlosigkeit und nervöse Ueberreizbarkeit noch lange nach ihrem Ueberstehen zeigen uns deutlich an, daß unser Körper auf das schwerste hergenommen worden ist. Natürlich kann es aber auch abgesehen davon zu Komplikationen kommen, die selbst das Leben des Patienten gefährden. Erinnern wir uns nur der Grippewelle der Jahre 1918—1920, die so schwere Lungenentzündungen mit sich brachte, daß im Volke allen Ernstes gemunkelt wurde, es handle sich hier nicht um eine Grippe, sondern um eine Lungenpest. Wenn auch ohne Zweifel der schweren Unterernährung, dem Mangel an den primitivsten Bedürfnissen der damaligen Zeit eine Hauptschuld an diesem besonders schweren Verlauf beigemessen werden muß, so sind dennoch auch heute unter annähernd normalen Verhältnissen Lungen - entzündungen nach Grippe durchaus keine seltenen Ereignisse; häufig auch neigt diese heimtückische Krankheit dazu, Entzündungen des Mittelohres hervorzurufen, sodaß also beinahe jedes Jahr seine be- IFQMCIHIir W@U MEMm Wie Dr. Hufnagel, Bad Orb, in der „Münchner Med. Wochenschrift" nachgewiesen hat, läßt sich Influenza durch 2-3 Bestrahlungen mit der Quarzlampe „Künstliche Höhensonne" Original Hanau ausheilen. Regelmäßige Bestrahlungen mit der Höhensonne haben aber auch eine vorbeugende Wirkung gegen Grippe-Erkrankungen, wie dies Dr. Hörnicke-Hannover bestätigen konnte. Es ist ein Gebot der Vernunft, eine „Höhensonne" in der Familie jederzeit zur Verfügung zu haben und besonders bei Eintritt der kalten, lichtarmen Zeit, in der ja immer die Grippeseuche auftritt, damit zu bestrahlen. Ultraviolettbestrahlungen sind besonders für Kinder wichtig, um diese vor Rachitis Skrofulöse und Keuchhusten zu schützen, ferner für die Frau, insbesondere für die stillende oder werdende Mutter und auch für den berufstätigen Mann gegen den Nervenverbrauch. Verlangen Sie kostenlosen Prospekt Nr. 111 von der QUARZLAMPEN - GESELLSCHAFT M. B. H. WIEN VIII., ALSERSTRASSE 23 - TELEPHON NR. A 22-0-18 oder von Elektro- und medizinischen Fachgeschäften. Bequeme Teilzahlungen, kostenlose Vorführung. Seit neuem das billige Volksmodell, die Alpina-Heimsonne. 33

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