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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-11-01 · 13 (November 1934) · p. Seite 26

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
13 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
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BUCH BESPRECHUNGEN Hugo Herrmann: Palästinakunde (Frba-Verlag, Wien.) Der rührige Fiba-Verlag, der sich manche Verdienste um die Herausgabe jüdisch-zionistischer Literatur erworben hat, legt nunmehr den 4. Teil der „Palästinakunde" von Hugo Herrmann vor, womit dieses Werk abgeschlossen erscheint. Aus der Fülle der Publikationen über Palästina ragt die Arbeit Hugo Herrmanns durch ihren systematischen Aufbau und die Menge des verarbeiteten Materials hervor,. Klar und übersichtlich gliedert der Autor den zu bewältigenden Stoff. Der 1. Teil beschäftigt sich mit der Geographie des Gelobten Landes (Allgemeines; Geologischer Aufbau des Landes; Landschaften, Städte und Dörfer; Klima; Naturgeschichtliches.) Der 2. Teil informiert unter dem Titel „Bürgerkunde" über die staatsrechtlichen, verwaltungstechnischen und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie über die wichtigen Probleme der Bevölkerungspolitik. Im 3. Teil werden wir über das jüdische Aufbauwerk unterrichtet, die Entstehung und Organisation des politischen Zionismus, die landwirtschaftliche und städtische Kolonisation, den kulturellen Aufbau, welcher unlösbar mit der Tatsache der Hebräisierung verknüpft ist, die Finanzierung der gewaltigen Leistungen durch Fonds, Genossenschaften und Privatkapital. Mit dem letzten Teil, der Geschichte Palästinas von den Tagen der Urzeit bis zu den unseren, hat Hugo Herrmann als Erster in deutscher Sprache das historische Gesichehen auf dem Boden des Heiligen Landes abgehandelt, während man dies bisnun nur im Rahmen der Geschichte jener Völker tat, die in und um Palästina kämpften. Dies erscheint nicht weniger wichtig als die aktuellen Daten. Denn ohne Kenntnis der Vergangenheit ist es noch nie möglich gewesen, die Probleme der Gegenwart zu lösen und sie für die Zukunft zu gestalten. Bescheiden nennt der Verfasser sein 507 Seiten umfassendes, mit zahlreichen Abbildungen, Karten, Diagrammen und Tabellen ausgestartetes, in klarem Stil geschriebenes Werk einen „Leitfaden für Vortragende, Kurse und für den LJnterricht". Es ist aber bedeutend mehr. Hinter der Menge der Ziffern und statistischen Daten, die niemals ermüdend und trocken wirken, hinter den schlichten Berichten und Jahreszahlen spüren wir, ermutigend und anfeuernd, den Heldenkampf eines Volkes um die Erfüllung seiner jahrtausendalten Sehnsucht. Erich Gottgetreu: Das Land der Söhne Palästina nahe gerückt. Im Verlag der Buchhandlung Richard Lanyi, Wien. Die überragende Rolle, welche die Jugend im Aufbau Palästinas spielt, gab dem Buch den Titel, die Absicht des Autors erläutert die Beifügung. Erich G o 11 g e t r e u will nicht wissenschaftlich oder politisch kommen, er schildert nur, was ihm das tägliche Leben zuträgt. Frisch und flott, mit einem guten Schuß preußischer Forschheit, weiß er anschaulich Land und Leute darzustellen, ohne Sentimentalität und ohne Voreingenommenheit. Man unterhält sich vortrefflich bei der Lektüre der einzelnen Kapitel und hat doch, wenn man das Buch aus der Hand legt, viel Neues erfahren und zugelernt. Joachim Prinz: Die Geschichten der Bibel (Erich Reiss-Verlag, Berlin.) Der Verfasser hat sich mit dem vorliegenden Werk keine leichte Aufgabe gestellt; sein Bestreben war, die Bibel dem jugendlichen Verständnis und Gemüt nahezubringen. Eine schlichte Nacherzählung der wichtigsten Angaben der Heiligen Bücher kann diesen Zweck nicht erfüllen; es ist notwendig, Ausschmückungen vorzunehmen, Erklärungen anzubringen, die Sprache dem vorbestimmten Leserkreis anzupassen. Joachim Prinz ist es gelungen, alle Schwierigkeiten, die sich einem solchen Beginnen in den Weg stellten, zu überwinden und mit sicherem Gefühl für das wesentlich Jüdische und feinem Takt für die Seele des Kindes den Inhalt der Bibel in einer Form wiederzugeben, die sich der Vorstellungswelt des jungen Menschen anpaßt und ihn für die Erhabenheit des Urtextes vorbereitet. Gerade das Letztere scheint heute wichtiger denn je. Allzulange haben veraltete Lehrmethoden im Verein mit mißverstandener Modernität dazu beigetragen, die Beschäftigung mit der Bibel, dem köstlichsten Schatz menschlichen Geistes, als eine Angelegenheit der Schuljugend aufzufassen; bittere Erfahrungen mußte erst der Einzelne und das gesamte Judentum machen, bis sich heute endlich eine Wandlung zum Besseren zeigt. Wenn wir uns aber als Juden die Zukunft bauen wollen, dann soll schon das jüdische Kind mit Stolz von unserer uralten Geschichte erfahren, von unseren Kämpfen und Leiden seit Beginn unserer Tage, soll wissen, daß das Judentum zu allen Zeiten große Männer hervorgebracht hat, Helden des Geistes und Helden des Schwertes. Und darum begrüßen wir das Buch Joachim Prinz' als wertvollen Helfer und Wegbereiter. Das moderne praktische Lehrbuch zum Selbstunterricht %/) ttß I $** ff Xmc Jimatäch von BEN-CHAVIV erscheint demnächstl Das beste Lehrbuch aller Zeiten I Die ersten 1000 Worte fürs tägliche Leben, praktische Grammatik, kein Vokabelbüffeln, kein Kopfzerbrechen, mühelos, spielend leicht! Verlag Jos. Schlesinger, Wien I., Seitenstettengasse 5 26

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