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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-11-01 · 13 (November 1934) · p. Seite 24

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
13 (November 1934)
Date
1934-11-01
Page
Seite 24 (sequence 26)
Language
German
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TRUDE KANDL: Jüdifche Opernkomponiften njmiiiriiiimiiiiiiiiiiiintiiiiiiiiiiiniiiiiltitiiiiiiiiihiiuniiiuiuiiiMiiiiiiitiiiin .....iiiiiihiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii des 19. Jahrhunderts i ■:!!! ■ ■ i i........m "......." i M. 1111! i: i!': I n; i n I! i: i i. i:' ■ 11.:: -! 11, l : i m i M i i j : i i M i:,. i!; IM;: 11! I ■ b 11 j; 11 n IM, 11 ] ] I i 1: j ■ 11! L ] 1;; 11; L i:,: i,!: 11 ■........,. i.:! I:.. i :.......■; i i:. i; i i;.: i;. i! i;: i:.! i r: i 11 ■ 11111 n Auf keinem üebiete der Musik sind die Juden so fruchtbar gewesen, wie auf dem Gebiete der Opernkomposition. Es mag dies darin gelegen sein, daß das Wesen der Oper, diese Mischung von Phantastik und Symbolisierung der Realität, von scharfen Kontrasten und Schwelgen in einem Qemons ,,Hohem Lied", ist in seiner idyllischen Lieblichkeit und orientalischen Farbenglut vielleicht sein reizvollstes Werk. Am reichsten offenbart sich die indische Opernmuse in Frankreich; die Mischung mit französischem Esprit und Charme erweist sich als ergiebig. Gleich ein leuchtendes Carl Goldmark Änfon Rubinstein Jacques Fromental Halevy fühle, von krassen Effekten und höchster Sublimierung, dem jüdischen Wesen am nächsten liegt und ihm die reichsten Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Und gerade in den Hauptwerken fast aller prominenten jüdischen Opernkomponisten lassen sich trotz aller Amalgamierung mit fremden Elementen spezifisch nationale Eigenwerte erkennen. Uns Wienern am nächsten steht der 1830 in Keszthely in Ungarn geborene und 1915 nach einem an Ehren reichen Leben in Wien gestorbene Carl ü o 1 d m a r k. In seiner ersten Oper ,,l)ie Königin von Saba" (1875 in Wien), die sein bedeutendstes Werk geblieben ist hat Goldmark eine große jüdische Nationaloper geschaffen, voll orientalischer Farbenpracht und Sinnenfreude „magischer Töne und berauschenden Duftes", wie der problematische Held Assad so hinreißend singt, aber auch von jener tragischen Zerrissenheit und halbsüßen Anmut, wie sie dein jüdischen Volke eigen ist. Seine andern Opern, das reizende „Heimchen am Herd". „Merlin", ,,Die Kriegsgefangene", „Götz" und das poetische „Winternlärchen" sind ganz deutsch assimiliert, reichen aber an Bedeutung und Erfolg lange nicht, an die „Königin von Saba" heran. Ebenso gibt der weltberühmte Pianist und Klavierkomppnist Anton Rubinstein, 1829 in Wechwotynez in Podolien geboren und in Mcskau erzogen, auch ein Opernkomponist von Format, sein Bestes auf diesem Gebiet in den Opern mit nationaljüdischen Stoffen: „Die Makkabäer" (1875 in Berlin und dann an zahlreichen anderen Bühnen) sind sein größter Bühnenerfolg, und „Sulamith", nach Salo- Dreigestirn, das einen Löwenanteil am Ruhme der französischen Oper hat: H a 1 e v y, Thomas, Bizet dürfen wir stolz u fiser nennen. Alle drei sind im Konservatorium mit dem Rompreis ausgezeichnet worden und haben dann eine fruchtbringende Zeit in Italien, dem Lande der Melodien, verbracht. Jacques Fromental Halevy (1799—1862) hat über 30 Opern geschrieben, darunter drei große Treffer: die reizende komische Oper „L'eclair" (Der Blitz), „Die Königin von Cypern" und „Die Jüdin", eines der Standardwerke der Opernliteratur und gleichzeitig die vielleicht nationalste jüditsche Oper überhaupt. Halevy, der sich seine Texte meistens selbst schrieb, hat in seinem Eleazar, dem Helden dieger Oper, eine in seiner Vaterliebe, Herzensgüte und unerbittlichen Rachsucht ungemein eindringliche und charakteristisch; jüdische Figur geschaffen und auch die Musik weist in ihrer Dur-Mollmischung jüdisches Kolorit auf, in glücklicher Vereinigung mit dem Stile der französischen großen Oper. Ein vollkommenes Ueberwiegen des Französischen finden wir bei Ambroise Thomas (1811—1-96), der in seiner lyrischen Weichheit und graziösen Eleganz direkt von Gounod herkommt; an Jüdisches anklingend empfindet man nur die zeitweise etwas schärfere Rhythmitk. Außer seinen beiden Hauptwerken „Mignon" (1866) und „Hamlet" (1^68), von denen ersteres ein Welterfolg wurde, schrieb er hauptr sächlich komische Opern, darunter einen „Sommernachtstraum''. Georges Bizet (1838—1875), der Bedeutendste von den Dreien ist der einzige, der jung sterben mußte und 24

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