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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-09-01 · 11 (September 1934) · p. Seite 32

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
11 (September 1934)
Date
1934-09-01
Page
Seite 32 (sequence 34)
Language
German
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Makkabiade 1935 Anläßlich der bevorstehenden Makkabiade, welche im April 1935 in Tel-Aviv stattfindet, werden in allen Ländern die größten Vorbereitungen getroffen. Schon heute ist man bemüht, die in Betracht kommenden Sportarten besonders intensiv zu pflegen und ihre Vertreter in die beste Kondition zu bringen. Nachrichten besagen, daß diesmal sogar die jüdischen Sportler aus Indien und Australien ebenfalls ihre Vertreter zur Makkabiade entsenden. Auch in Oesterreich geht man daran, die notwendigen administrativen Maßnahmen zu treffen, um in der kommenden Sportsaison das Hauptaugenmerk den sportlichen Leistungen zuwenden zu können. Dem Sportklub H a k o a h und dem M a k k a b i - Kreis in Oesterreich fällt diese verantwortungsvolle Aufgabe zu. Während die Hakoah fast ausschließlich der sportlichen Arbeit huldigt und so gelegentlich Spitzenleistungen ihrer Athleten hervorbringen kann, welche auf die Masse wirken, obliegt es den Makkabi- Vereinen, den Massensport zu pflegen und so zur körperlichen Ertüchtigung der jüdischen Jugend beizutragen. Nebst dieser soll es Ziel und Zweck der Makkabi-Vereine sein, die geistigen Grundlagen für den jungen jüdischen Sportler zu schaffen. Makkabi wird dieser kulturellen Aufgabe zum Teile schon gerecht und wenn es ihr gelingt, dieselbe zu intensivieren und zu vertiefen, werden die sportlichen Erfolge, welche man zu erzielen bestrebt ist, bei der nächsten Makkabiade von Menschen erreicht werden, welche von wahrhaft jüdischem Geiste erfüllt sind. Der renovierte Hakoah-Platz Wir erhalten vom geschä'ffsführenden Vizepräsidenten der Hakoah, Herrn Robert Glücksman n nachstehenden Aufruf und hoffen, daß dieser Appell an die jüdischen Kteise den gewünschten Hrfolg bringen wird. Wir haben im heurigen Jubiläumsjahr uns der Aufgabe unterzogen, den durch den Sturm seinerzeit zerstörten Platz wieder so aufzubauen, daß es möglich ist, unseren Rasensport treibenden Sektionen die Möglichkeit zu geben, menschenwürdig ihren Sport zu betreiben. Der Hakoahplatz ist der einzige jüdische in Wien und sind zu diesem Aufbauwerk ganz bedeutende Mittel notwendig. Unser Präsident Dezsö Herbst und unser Vizepräsident Rudolf Böhmer sowie alle anderen Herren der Leitung des Sportklubs Hakoah, haben bis heute finanziell sowie an Arbeit Uebermenschliches geleistet. Der Platz wurde mit einer neuen Rasenfläche bepflanzt, die Kabinen mit Warm- und Kaltwasser versehen, vollständig neu adaptiert, da bereits überall alles morsch und verfault war. Die Dächer mußten ausgebessert werden, da es an allen Ecken und Enden hereinregnete. Die Sitzplatzanlage wurde ganz neu hergestellt und wurden über 2000 Sitzplätze und viele Logen angelegt, so daß heute der Platz für jedes erstklassige Spiel wieder benützbar ist. Die Laufbahn, die total zugrundegerichtet war, wurde neu angelegt und wurden bis heute mehr als 100 Waggons Schlacke angeführt und ist heute die Anlage eine der schönsten von Wien. Zu diesem Zwecke ist viel Geld notwendig. Leider begreift die jüdische Oef fentlichkeit noch immer nicht, daß unsere jüdische Jugend, um nicht zu verkümmern, Sport betreiben muß und wenn jeder, der in der heutigen Zeit mit Glücksgütern noch gesegnet ist, sehen würde, wie die unbemittelte Jugend mit Freude für das Judentum kämpfen lernt, würde er bestimmt auch sein Augenmerk der Hakoah zuwenden. Jeder Jude, in welchem Lager er auch immer steht, ist freudig erregt, wenn er die Tageszeitungen zur Hand nimmt und Spitzenleistungen unserer Ringer, Schwimmer, Leichtafhletiker, Hockeysten usw. liest. Doch damit ist nichts getan, wir brauchen Förderer, wir brauchen Mitarbeiter. Die Wiener Kultusgemeinde hat leider für Sporterziehung wenig Interesse, sonst wäre es nicht möglich, daß der große Verein Hakoah, der im Sport für die ganze jüdische Welt ein Vorbild ist, sage und schreibe eine Subvention von nur S 1000.— jährlich erhielt. Ein Tropfen auf einen heißen Stein. Wir appellieren heute zum letztenmal an die jüdische Oef fentlichkeit, ebenso an die Wiener Kulfusgemeinde: Helft der Hakoah, denn die Männer, welche sie heute leiten, sind mit ihrer Kraft zu Ende. Palästina bei den Londoner Frauenwettspielen Unter den Teilnehmerinnen ans 16 Ländern marschierte das palästinensische Makkabi-Team mit der blau-weißen Fahne zur Eröffnung der 4. Frauen- Weltspiele in das White City-Stadion von London ein. Elf junge Mädchen in einheitlichem Dreß zusammen mit den großen Nationen der Welt. Sie alle schworen den olympischen Eid, fair und ehrlich zu kämpfen, zur Ehre ihres Landes, zum Ruhme des Sportes. Obwohl die palästinensischen Sportlerinnen wußten, daß sie nichts zu verlieren, alles aber zu gewinnen hatten, waren sie doch recht aufgeregt; es war ja ihr erster Start gegen internationale Gegner. Im ersten Vorlauf der 60 Meter hatte die 15jährige Jaffa Cohen, die jüngste aller Teilnehmerinnen, das Pech, gleich gegen die spätere Siegerin und Weltrekord - läuferin, die Polin Walasiewics, zu kommen. Sie lief ihren Vorlauf sehr schön, doch konnte sie gegen die Weltbesten natürlich nichts ausrichten. Nach ihr kamen S e 1 d a S c h u 1 i a k, M a r ga 1 i tri Saphir, D w o r a R o s e n b a u m an die Reihe, doch auch sie blieben alle schon im Vorlauf stecken. Im Vorlauf der 80Meter- Hürden kam Schoschana Burstein vor einer Italienerin auf den dritten Platz, doch dann war es im Zwischenlauf auch um sie geschehen. Bemerkenswert war noch der Diskuswurf von Rachel Swatitzki, die vorher mit der Polin Konopacka fleißig trainiert hatte und den Diskus zwar nur 2Q Meter weit, aber immerhin doch weiter als die Teilnehmerinnen von Frankreich, Italien und Japan warf. Sehr tapfer hielt sich Schoschana Sonnber-g im 800 Meter-Lauf. Obwohl sie gleich am Start durch falsche Taktik Terrain verlor, hielt sie durch. Und wenn sie auch nur als Letzte einkam, so hatte sie doch die Genugtuung, daß vier von den erfahrenen Läuferinnen das Rennen vorzeitig aufgegeben hatten. Im Kugelstoßen und im Weitsprung wieder das gleiche: zwischen den Siegerinnen und den palästinensischen Mädchen ein großer Abstand, aber auch hier waren sie nicht die Schlechtesten. IlllllllllIIIIIIlllIIIIllllllllllIIIIIIlllIIIIIIIIIIIllllllllllIlllIltlllClllllllfltlllllllllllflllllllllllllllllfllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllDllll Besuchet Emingers Gaststätten am Pratersternl 32

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