Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 10 (August 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 22 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Schewuoslech Misrach Thorarollen auch die Kleinen Anteil und schreiten stolz mit ihren Fähnchen, an deren Spitze eine brennende Kerze in einem Apfel oder Kartoffel angebracht wird. Diese Fähnchen sollen die Wappen der jüdischen Stämme darstellen und tragen auch entsprechende Aufschriften. Auch die Motive sind vorwiegend dem Freudenfeste der Thora und den Schilden der Stämme angepaßt. Außer in diesen drei Grundformen kommen die Papierschnitte auch gelegentlich vor. Es gibt verschiedene Gelegenheitstafeln mit Aufschriften, die mit Papierschnitzerei verziert wurden. So die Sephirat ha- Omer-Tafeln, Todesjahrzeitentafeln, Mischenechnasadar's, Uschpisin, Kimpit-Brieflech usw. Die Verzierungen der Laubhütte könnte man auch als eine Art Papierschnifzerei betrachten, ebenso die Laternen mit Aufschriften, die für die Todesjahrzeiten großer Männer, vorwiegend der Wunderrabis, zur Illumination der Bethäuser verfertigt wurden. Die Technik der Papierschnitzerei war einfach. Man legte das Papier auf ein Brett und schnitzte mit einem scharfen Messer. Heute sind diese Papierschnitzereien fast vollständig verschwunden. Sie werden durch billige Drucksachen ersetzt. Die alten Papierschnitte kennen noch hie und da wenige, fast immer alte Leute, die in ihrer Jugend eigenhändig solche Sachen verfertigt haben. Wenn wir schöne Papierschnitte noch irgendwo auffinden, so sind es vorwiegend alte Sachen, die sich bis heute erhalten haben.