Mannheim
Compact Memory

Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-07-01 · 9 (Juli 1934) · p. Seite 36

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
9 (Juli 1934)
Date
1934-07-01
Page
Seite 36 (sequence 38)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8245601-8695753-8695760--308-8245821
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

■■■■■■Für fleißige Frauenhändej™ Aus dem Wollknäuel entwickeln sich heute nicht mehr diese hausbackenen und unverwüstlichen Dinge, die unsere Großmütter strickten, sondern elegante und moderne Modekleinigkeiten. Die Dame, das junge Mädchen wünschen ihre Garnituren, ihre Pullover und Westen nicht mehr uniform und fertig zu beziehen, sondern schaffen kleine, kunstgewerbliche Gegenstände, die persönlichen Geschmack und Modeverständnis verraten. An Sommerabenden gleiten die Stricknadeln emsig durch weiche Wollfäden. Man liebt es, für den Herbst aus Angorawolle kleine Kragen zu arbeiten, die einem älteren Pullover wieder neuen Glanz und Frische verleihen sollen. Am besten ist es, einen Papierschnitt anzufertigen und nach diesem die Wollgarnitur zu schaffen. Sehr hübsch sieht einfachste Locharbeit aus, die aus einer Luftmasche und einem Stäbchen gearbeitet wird. In der nächsten Reihe sticht das Stäbchen dann in den Luftmaschenbogen, so daß ein gleichmäßiges Muster entsteht. Zieht man am Rand dann einen bunten Faden durch das Netzwerk, so lassen sich sehr hübsche neue Effekte erzielen. Zwei gerade Streifen ergeben kleidsame Passen. Ein dritter Streifen kann als Kragen verwendet werden, der auf einen großen Knopf schließt. Die Grundform, ein glatter Pullover, ist am besten gestrickt herzustellen. Westen sind leicht und einfach zu arbeiten. Sie gewinnen durch eine bunte Kante in tunesischer Arbeit und große Knöpfe, die man über Holzoliven arbeitet und beiderseits durch Schnüre im russischen Stil verschnürt. Für die selbstgearbeiteten Kasacken und Blusen dürfen alle Stile herangezogen werden. Es gibt keine strengen Modevorschriften, erste und oberste Bedingung ist Kleidsamkeit. Farben dürfen willkürlich vermengt werden, Wolle und Hanf, Angora und Boucle vertragen sich ausgezeichnet. Handschuhe, Schal und Kragen ergeben eine hübsche Garnitur. Auf glatt gestrickte Stücke werden bunte Dreiecke oder Quadrate gestickt. Will man dem modischen Tiroler Stil treu bleiben, dann kann man bunte Alpenblumen einsticken. Sehr hübsch sind schwarze Mütze, Schal und Handschuhe mit roter und grüner Kante, zu jedem sportlichen Ensemble passend. Braun mit beige ergibt eine elegante Farbenzusammenstellung. Persönlichem Geschmack ist bei allen handgearbeiteten Dingen weitester Spielraum gegeben. 36

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.