Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 9 (Juli 1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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DER SL 0ell: um riahonen belcamiie ( JIi lernen Mode bedeutet Erneuerung. Mit neuen Kleidern zieht die Frau — fast — einen neuen Menschen an, in neuen Kleidern ist man fröhlicher, heiterer und deshalb — erfolgreicher. Die Idee des Fregolikleides wird von den Frauen stets mit Begeisterung begrüßt, denn sie ermöglicht immer wieder neu, immer wieder anders auszusehen und macht doch Konzessionen an das große Sparprogramm, das auch die Mode beeinflußt. Da ist beispielsweise, wie es unsere Skizze zeigt, ein einfaches, edelliniges Kleid aus schwarzer Matfseide oder Wollstoff. In dieser Form stellt es das elegante Theater- und Abendkleid dar. Gürtellos, mit weichem, drapiertem Halsausschnitt, durch einen Brillantklips oder eine große Blume gehalten, wirkt es festlich und vornehm. Mit einem kleinen Cape aus weißem, grobem Stoff mit eingestickten schwarzen Tupfen verändert es sein Aussehen vollkommen und wird selbst am frühen Nachmittag nicht stillos aussehen. Durch eine weiße, schwarz gesteppte Pikeegarnitur, oder einen kleinen Kragen aus Stickereistoff und ebensolchen Stulpen — die an kleinen Tüllunterärmelchen mit Gummizug angebracht sind — kann es für den Vormittag verwendet werden. Plissierte Aermel aus schwarzem Tüll oder weißem zartem Schleiersfoff dagegen schaffen aus diesem Kleid wieder ein anderes Modell. Auch zartblauer Organdy läßt sich entzückend zu dem fein gefältelten Capekragen verwenden. Eine Uberbluse aus lebhaftem rotem Leinen wird das Kleid so sehr verändern, daß es selbst die besten Freundinnen nicht erkennen. Neue Kragengarnifuren aus weißem oder farbigem Linon mit feinen Handstickereien oder Ajour geben immer wieder neue Möglichkeit, um ein Kleid unzählige Male zu variieren und zu erneuern.