Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 9 (Juli 1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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durch Anwesenheit des Herrn Regierungspräsidenten, Regierungsrat Prof. Dr. Paul Speiser, während eines Teiles der Verhandlungen. Wir müssen ferner danken das ist gewiß im Widerspruch mit der Erklärung an Herrn Dr. Cohn - den christlichen Zionisten, und zwar nenne ich Ihnen die Namen des Mr. Dunant, Urheber des Roten Kreuzes, des Reverend John Mitschell, Reverend Hechler aus Wien, Baron Manteuffel, Colonel Count Bentinck, der ebenfalls an unseren Verhandlungen teilnahm, und viele andere. Gewiß, werden wir auch der jüdischen Zionisten gedenken, die vor uns an diesem Werke gearbeitet haben. Die Namen sind uns allen gegenwärtig und kann ich sie insgesamt mit unserer Dankbarkeit umfassen. Meine Herren! Ich bin vorläufig zu Ende. Gestatten Sie mir noch einige persönliche Worte. Ich habe vielleicht in der Leitung der Verhandlungen manchmal zu schwach, manchmal zu stark präsidiert, der Wille war aber gut und wir haben etwas zustande gebracht. Ich glaube, man hat an vielen Orten mit Schadenfreude darauf gelauert, daß hier viele Narreteien und Schwärmereien vorkommen würden. Ich glaube, der Zionismus braucht sich seines ersten Kongresses nicht zu schämen. Der Kongreß ist maßvoll und doch entschieden. Wie die Zukunft sich gestalten wird, läßt sich heute nicht sagen. Daß wir für unser Volk, das mittelbar und unmittelbar leidet, etwas tun, wenn wir uns in solcher Weise versammeln, um seine Schicksale zu besprechen, das werden nicht nur wir, sondern auch die außerhalb unseres Saales zugeben. Wenn wir den Erniedrigten den Pflug in die Hand drücken wollen, ist es nocli eine Frage, ob sie die Arbeit dem Elend und der Wehrlosigkeit vorziehen? Man frage sie! An dem Tage aber, wo wieder der Pflug in der erstarkten Hand des jüdischen Bauern ruht, ist die Judenfrage gelöst. (Minutenlanger Beifall.) Prof. Dr. Max Mandelstamm (Kiew): Hochverehrte Damen und Herren! Ich glaube im Sinne meiner zahlreichen Landsleute und sämtlicher Mitglieder des Kongresses zu handeln, wenn ich hiermit unseren tiefgefühlten Dank den Männern ausspreche, welche mit großer Opferwilligkeit und mit dem Einsetzen ihrer ganzen moralischen und körperlichen Kräfte die Vorverhandlungen und Verhandlungen geleitet haben. Zunächst sämtlichen Mitgliedern des provisorischen Komitees. Alsdann demjenigen großen Manne in Israel, der es verstanden hat, unserem 2000jährigen Schmerze einen so tief empfundenen und! herzerschütternden Ausdruck zu geben. Ich meine Herrn Dr. Max Nordau. Vor allem aber und in erster Linie demjenigen mutigen Manne, dem wir es hauptsächlich zu verdanken haben, daß wir aus aller Herren Länder hier versammelt sind, um für die Zukunft unseres Volkes zu sorgen. Ich meine den hochverdienten Präsidenten des Kongresses, Herrn Doktor Theodor Herzl. (Die Versammlung erhebt sich von den Sitzen und bricht in Hochrufe aus.) Zugleich glaube ich im Sinne der Kongreßmitglieder zu sprechen, wenn ich den hochgeehrten Herrn Präsidenten innigst bitte, daß die schwere Arbeit, die er verrichtet und die ihm noch bevorsteht, und dann die Unannehmlichkeiten, welche ihm zugestoßen sind und noch zustoßen werden, ihn nicht abhalten sollen, in demselben Sinne, mit demselben Geiste und mit derselben Opferfreudigkeit das begonnene schwere Werk siegreich zu Ende zu bringen. Der Präsident des ersten Z i o n i s t e n k o n g r e s s e s, Herr Theodor Herzl, lebe hoch! (Donnernde Hochrufe.) •kW VO* »-W V,-^=S^*\\ lerne lißoratjcL Von Käthe Lidiienstern Stammelnd lern' ich neue Worte sagen: haschulchän, der Tisch, arön, der Schrank und ich höre die Propheten klagen und des Hohenliedes Zimbelklang. Schauernd taucht mir auf so mancher Laut, in der Kindheit nur von fern erschaut, nie besessen und nie ganz vergessen, wie ein armes Märchen jetzt,so fremdvertraut, der sich dann in neue Sätze baut, die dem Alltag neue Luft zumessen. Horch, mein Mund formt Wort um Wort und spricht in den Lauten, die das Nichts zerbrachen, als am Anfang jene Lippen sprachen: „jehij 6r!" ,Es werde Licht!" * äi<« 4 K»K< 9