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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-06-01 · 8 (Juni 1934) · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
8 (Juni 1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 37 (sequence 39)
Language
German
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Unerläßlich für jede Sommerreise, auch wenn sie nach dem heißesten Süden geht, ist ein sehr warmer Mantel. Selbst am Schwarzen Meer sind die Nächte, besonders auf Schiffsreisen, empfindlich kühl und ein dicker Flauschmantel, am schönsten ein hönigfarbener Kamelhaarmantel, wird als Wohltat empfunden. Für den Tag freilich sind die Rohseiden- und Shantungkleidei ideal. Und wie denken Sie über ein Abendkleid, gnädige Frau? Auf alle Fälle packen Sie Ihr hübsches Imprimekleid ein, denn manchmal, gerade in solchen Ferientagen, da die Gedanken sich von den Alltagssorgen freimachen und wir jene Erholung und Entspannung suchen, die uns den harten Kampf ums Dasein leichter ertragen lassen soll, wird manchmal der Wunsch lebendig, sich zu schmücken und schön zu machen. Das tun wir dann nicht nur „für die anderen", sondern in erster Linie für uns selbst, denn das Bewußtsein, gut auszusehen, macht ausnahmslos jede Frau restlos glücklich. Ciaire Ciarisse. Dorothv V vn lau dt: lade ji iv eleu Ol venu I Man macht besonders der Scrandmode oftmals den Vorwurf, daß sie nur auf die schlanken trainierten Gestalten der Sportlerinnen Rücksicht nimmt und die Frau reiferen Alters, die stärkere Gestalt, vergißt. Tatsache aber ist, daß die Vorschläge der Mode so vielfältig sind, daß sich leicht für jeden Typ das Passende finden läßt — es gehört nur Ueberlegung und vor allem Geschmack dazu. Zu einfach oder zu unaufdringlich ist kein Fehler. Niemals sollte das, was an mancher Frau bezaubernd wirkt, bedingungslos für die eigene Gestalt akzeptiert weiden, denn das wichtigste an der Mode ist persönliche Einstellung. Jede Frau sollte sich einen gewissen Stil zurechtlegen und diesem restlos treu bleiben. Es gibt Frauentypen, groß und schlank, mit dunklem Teint und dunklen Augen, denen die streng sportliche Linie ausgezeichnet zusagt, und andere, die durch die gesuchte Strenge in d.er .Kleidung unbedingt verlieren würden. Niemals werden sich hiefür starre Regeln aufstellen lassen, bis auf die eine: Alle Vorschläge, welche die Mode bringt, sollten kritisch geprüft und nur diejenigen angenommen werden, welche sich dem Rahmen der eigenen Persönlichkeit harmonisch einfügen hissen. Bei der Strandmode ist genaue Prüfung wichtiger denn je. Wenn auch die Mode vor allem weiße Badedressen mit tiefem Rückendekollete vorschreibt, so sollte man doch lieber zu einem schwarzen Triko't mit apartem, aber dezentem Ausschnitt greifen, wenn man zur Fülle neigt. Ein mausgraues Trikot mit roten Trägern ist ungemein kleidsam. Ebenso vornehm wirkt dunkles Holzbraun. Rothaarige Frauen sehen in blauen Badetrikots ausgezeichnet aus. Es ist eine alte Erkenntnis, daß dunkle Farben die Gestalt am vorteilhaftesten und schlanksten erscheinen lassen. Mau kann aber auch bei der schwarzen Dress Abwechslung in das gewohnte Bild bringen. So sieht beispielsweise ein Seitenstreifen in greller Farbensteljung hübsch und lebhaft aus. Mit diesem sollen dann die Bademütze oder der große Strandhut, die Schuhe und die Bad.etasche farblich harmonieren. Gürtel sind nur mit Vorsicht zu verwenden. Sie verkürzen die Gestalt und sind nur sehr schlanken Figuren zuträglich. Die neuen Trainingsanzüge aus Frottestoff sind so geschickt geschnitten, daß sie sich für alle Gestalten als kleidsam erweisen. Die kurzen, westenartig geschnittenen Jäckchen passen durch einen 37

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