Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 8 (Juni 1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 36 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DER IFIÄU «■■■■iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii en(cen wir cm die CjJoi 2 dsoi i m icrreise Ob die Reise jetzt mit dem Eilzug in ferne Länder geht oder ob wir mit dem Bummelzug in ein kleines verträumtes Städtchen fahren, ob wir uns dem großen Dampfer anvertrauen, um neue, fremde Weltteile zu durchstreifen, oder mit dem kleinen Paddelboot auf romantischem Fluß dahinplätschern, ob wir mit dem großen Schrankkoffer in die vornehme Sommerfrische fahren oder mit dem Rucksack in die Berge wandern - immer wollen Frauen sorgsame Modevorbereitungen treffen, denn gut angezogen sein, bedeute!/ doppeltes Vergnügen. Schier unerschöpflich müßte so ein Kofferinhalt sein, um den Wünschen zu entsprechen. Aber oftmals sind es nur kleine geschickte Zauberkunststücke der modernen Frau, die es versteht, das Kleiderrepertoire immer wechselnd zu gestalten. Da ist beispielsweise ein Kostüm aus blau schottischem Jersey und ein Ensemble, bestehend aus weißem Kleid, als Rock und Kasacke gearbeitet, und einem einfarbig dunkelblauen Paletot. Wieviele Möglichkeit ergibt das! Das weiße Kleid mit dem blauen Paletot oder mit der kurzen schottischen Jacke. Der schottische Rock zur weißen Kasacke, das komplette schottische Jackenkleid, der dunkelblaue Paletot zum schottischen Rock und zur weißen Kasacke, kurz, das reine Hexeneinmaleins kann mit diesen zwei Anzügen variiert werden. Deining Das Kostüm im österreichischen Stil ist heujte schon fast eine Selbstverständlichkeit. Es sieht vor allem in grauem, gewalktem Stoff, von netten Pullovern oder weißen Hemdblusen ergänzt, sehr hübsch aus und ist sicherlich empfehlenswerter als das Dirndl. Trägt man aber doch ein Dirndl, dann muß es alilereinfachst sein. Beispielsweise ein schwarzer Kaschmirrock, ein grünes Mieder, ein weißes Bluserl und ein schwarzer Hut mit grüner Einfaßborte. Es gibt eine Bedingung, die niemals außeracht gelassen werden sollte: Das Tragen des Dirndls verpflichtet zum Ablegen jedweden Schmuckes. Einzig und allein eine Korallenkette sieht stilgerecht aus. Statt des Steirerhutes darf man auch einen grobgeflochtenen gelben Strohhut wählen, den gestickte Dirndlbänder schmükken. Schön sind einfache Dirndl, eher Gartenkleidern gleichend, aus grob gewürfelten oder gepunkteten Kretonnen, die rund und schmucklos zum Hals schließen und mit großen Hirschhornknöpfen zu schließen sind. Die bunten Pullover zum glatt weißen Rock machen einen „angezogeneren" und eleganteren Eindruck. Anmutig und vor allem ungemein praktisch für die Sommerreise sind die Seidenjerseykleider, die den großen Vorteil besitzen, sich nicht zu verknittern. Alle Büge, die durch den kleinen Koffer verursacht w erden, glätten sich durch das Aufhängen über Bügel in alierkürzester Zeit von selbst aus, denn gerade auf der Sommerreise will man nicht immer mit dem Bügeleisen bewaffnet sein. Die geschickte Verwertung der Streifen und nette, auswechselbare weiße Lingeriegarnituren geben solchen Kleidern die persönliche Note. 36