Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 8 (Juni 1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Der zionistische Erfolg einer Zuerkennung Palästinas in völkerrechtlicher Beziehung stammt aus der Zeit des Weltkriegs beginnes, der Zeit der Auflösung des siech gewordenen Kalifates des Sultans von Konstantinopel. Die mohammedanische Macht hat sich aus Europa zurückgezogen und in Kleinasien das ganz moderne republikanische Reich der modernen Türkei mit der Hauptstadt Ankara geschaffen. Die selbständige Neuordnung der arabischen Gebiete besorgt mit englischer Hilfe Abd el Aziz Ihn Saud, der Wahhabitenführer, der Führer der reinen Koranlehre. Ob nun die Eroberung des jemenitischen Gebietes gelingt oder nicht, der Expansionsdrang arabischer Einigung ist eine Tatsache, ebenso die englische Un. terstützung dieser Bestrebungen. Es klingt daher etwas naiv, wenn die zionistische Führung von unwandelbarer Loyalität zur englischen Verwaltung spricht und die jüdische Palästinafrage als innerbritische Angelegenheit, die n e b e n b e i noch die ständige Mandatskommission des Völkerbundes z e i tw eilig tangiert, behandeln will. Der Weltkriegsbeginn hat das Mandat gebracht. Der Weltkriegsabschluß kann es in sein Gegenteil verkehren. Jemen liegt im südlichen Winkel, Palästina im nördlichen Winkel des Gebietes von Abd el Aziz Ibn Saud! Man merke sich den Namen! Die Katholische Kirche spielt im Westen Asiens mit Italien, im Osten Asiens mit Japan zusammen. Der französische Besitz in Westasien, das Land nördlich Palästinas (Syrien), ist kein ewiges Wunschgebiet französischer Kolonialträume. Das von Italien angestrebte Tunis liegt den französischen Interessen bedeutend näher und kein französischer Minister leugnet die Notwendigkeit einer kolonialen Verständigung mit Italien. Die politisch Unmündigen, welche in der unerwarteten brüsken Anmeldung der italienischen Ansprüche an Frankreich, die oben erwähnt wurde, eine Voreiligkeit Mussolinis gesehen hatten, wurden bald eines besseren belehrt. Der beiderseitige Wunsch nach Freundschaft in Frankreich und Italien ist durch die Offenherzigkeit nur gefördert worden. Und Italien liegt im Mittelmeer östlich von Frankreich, näher an Asien. Wird man in jüdischen Kreisen erst an Italiens Bedeutung in Vorderasien glauben, wenn Syrien seinen O b e r h e r r n gewechselt h ab e n sollte? Bis dahin könnte Palästina in arge Not geraten. Und die Macht, welche ihren Einfluß auf ganz Asien ausdehnt, im Westen und im Osten, die Katholische Kirche? Es muß einmal mit aller Deutlichkeit den Juden und den Katholiken gesagt werden: Die Juden stehen auch ungetauft gerade dann, wenn es sich um das gemeinsame Heilige Land Palästina handelt, der Kirche b e d e u t e n d n ä her als d i e mohammedanischen Araber. Und für die Kirche besteht die Tatsache zurecht, daß das Kernland jenes Abd el Aziz Ihn Saud die Stadt Mekka besitzt, das Herzstück des Mohammedglaubens. Den Juden sei gesagt, daß die Katholische Kirche gegen eine Besiedlung des Heiligen Landes durch die Juden keine Bedenken kirchlicher Art erhoben hat, da Doktor Theodor Herzl es als Ehrenpflicht der Juden erklärt hatte, die heiligen Stätten der Christenheit zu achten und zu schützen. Zu Wächtern sind seit sieben Jahrhunderten italienische Franziskanermönche bestellt. Videant consules! Das begabte Judenvolk ist politisch das größte Kind unter allen Völkern der Erde. Es ist Gefahr im Verzuge, aber auch die größte Chance gegeben, welche in langen zweitausend Jahren dem Judenvolk offengestanden ist. Erwache, Judenvodk, zur politischen Einsicht! Ungenutzte Gelegenheiten läßt die Geschichte nicht wiederkehren! tlllllf IIII1IIIIHII.....Illltlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll mwM 1. Juni -- 18. Siwan 5694: Sabbateingang: 7 Uhr 22. Juni 9. Thammus 5694: Sabbateingang: 45 Min. Sabbatausgang: 8 Uhr 40 Min. Wochenabschnitt: B'haalothcha. Haftarah: Ronni w'simchi. Perek: Kap. 2. 8. Juni — 25. Siwan 5694: Sabbateingang: 7 Uhr 45 Min. Sabbatausgang: 8 Uhr 40 Min. Wochenabschnitt: Sch'lach l'cha. Haftarah: Wajischjach J'hoschua. Verkündung des Neumondes. Neumond (Molad): Dienstag (12. Juni) vormittags um 11 Uhr 11 Min. Perek: Kap. 3. 12. Juni 29. Siwan 5694: Vortag des Neu», mondes: Jörn Kippur katan. 13. Juni - - 30. Siwan 5694: 1. Tag Rosch Chod. 14. Juni 1. T h a m m u s 5694: 2. Tag Rosch Chod. 15. Juni — 2. Thammus 5694: Sabbateing.: 7 Uhr 45 Min. Sabbatausgang: 8 Uhr 40 Min. Wochenabschnitt: Korach. Haftarah: Wajomer Sch'muel. Perek: Kap. 4. 7 Uhr 45 Min. Sabbatausgang: 8 Uhr 40 Min. Wochenabschnitt: Chukkath. Haftarah: Wajiftach hagiladi. Perek: Kap. 6. 29. Juni — 16. Thammus 5694: Sabbateingang: 7 Uhr 45 Min. Sabbatausgang: 8 Uhr 40 Min. Wochenabschnitt: Balak. Haftarah: W'hajah seh' erith Jaakow. Perek: Kap. 6. 30. Juni — 17. Thammus 5694: Der auf den Sabbat fallende Fasttag „Schiwaassar b'thammus'' wird, da das Fasten am Sabbat mit Ausnahme des auf einen Sabbat fallenden Jörn Kippur verboten ist, auf Sonntag, den 1. Juli, verschoben. Am 17. Thammus ist Jerusalem von den Feinden erstürmt worden und mit diesem Tage beginnen die drei Trauerwochen — „Bein ham'zarim" (Zeit der Bedrängnis), welche mit dem 9. Ab (Tischa b'aw) enden. iiiiiiiiiiiiiiiiifiiiifiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiifliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 4