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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-05-01 · 7 (Mai 1934) · p. Seite 25

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
7 (Mai 1934)
Date
1934-05-01
Page
Seite 25 (sequence 27)
Language
German
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bereits in kurzer Zeit verlassen saßen wir zusammen auf einer Taurollc, in der er gewöhnlich schlief, und da erzählte er mir diese Geschichte. Und er, der, als ich ihn in Triest kennenlernte, ein junger, lebenslustiger Bursch war , als er fertigerzählt hatte und dann sein Gesicht nach Osten wendete, dieses von sechzehn Tagen Seefahrt und Sonne dunkelgebräunte Gesicht, da erkannte ich plötzlich seine Aehnlichkeit mit Ahasver und war zutiefst erschüttert. „Und was werdet Ihr jetzt tun?" fragte ich ihn. Er zuckte die Achseln: „Weiterfahren . . .! In Haifa läßt man mich nicht landen . . ., in Beyruth läßt man mich nicht landen . . ., auf dem Kontinent läßt man mich nicht landen . . ., denn ich habe ja kein Visum. Auf dem Schiff ist es noch am besten! Der Kapitän muß mich mitnehmen, zu essen gibt mir der Koch, geschlafen habe ich bisher immer auf Deck. Aber jetzt wird es kalt. Meine Decke und mein Wintermantel liegen in Haifa ... Einmal wird man mich ja doch landen lassen!" Als wir das Schiff verließen, schenkten wir ihm Decken, Hemden, Schuhe, alles, was wir eben entbehren konnten. Er stand dann am Deck oben, als wir uns zum Zollhaus begaben, und winkte uns ganz vergnügt zu. So schien es uns! Zwei Stunden später fuhr das Schiff wieder ab. Es fährt wieder nach Palästina. Vielleicht wird es ihm jetzt gelingen, zu landen! Er hat versprochen, uns aus Palästine zu schreiben. Und Ahasver fährt auf dem Schiff; Athen . . . . Beyruth . . . Haifa . . . Haifa . . . Beyruth . . . Athen . . .; auf, ab ab, auf . . . Antworten auf „Frag' mich was" Siehe Seite 18 1- Philipp Jaffc war ein jüdisch-deutscher Geschichtsschreiber, der, um eine wissenschaftliche Stellung zu erlangen, aus dem Judentum ausgetreten war. Er endete durch Selbstmord. Jaffa, das Japho der Bibel, ist eine Küstenstadt in Palästina und liegt auf einem 36 m hohen Hügel am Mittelmeer. 2. Vom lateinischen „petita" (Mehrzahl von „Petitum"), d. h. Gesuche, Bittschriften an die Gerichte in kleinen Angelegenheiten. 5- Unter „Transferabkommen" versteht man in zionistischen Kreisen einen zwischen der zionistischen Exekutive und der deutschen Reichsregicrung abgeschlossenen Vertrag, wonach jüdisches Vermögen aus Deutschland in Form von deutschen Waren nach Palästina transferiert wird. 4- Zwei Frauen (Lea und Rahel) und zwei Nebenfrauen (Bilha und Silpa). 3- Palästina als jüdich-arabische Gemeinschaft auf parlamentarischer Grundlage. 6- König von Israel (896 884 v. Chr.), zweiter Sohn Ähabs, Nachfolger seines Bruders Ahasja. Er bekämpfte den Götzendienst. König von Juda (889 885 v.Chr.), Sohn und Nachfolger Josaphats. Er begünstigte den Baaldienst. Kotel maarawi. 8- Moses Mendelsohn (geb. 1729 in Dessau, gest. 1786 in Berlin). 9- Das Pogromgedicht „Schechita". Kaiser Josef II. (1741 1790) im Jahre 1782. In Eisenstadt, Burgenland. 2. Der Prophet Jonas (bedeutet in hebräischer Sprache: Taube). Sein angebliches Grab wird noch beute in der Gegend des alten Ninive gezeigt. 13. Dybuk ist das populärste Theaterstück der jüdischen Literatur. Der Verfasser heißt A. S. Rap- Paport, sein Schriftstellername ist „An-sky". 14. In der Mailänder Scala, Musik von Rocca. 15. In Köln im Jahre 321, in Mainz im 9. und in Worms im 10. Jahrhundert. 16. Die deutschen Juden sollten im Mittelalter als servi camerae (d. h. Kammerknechte) den kaiserlichen Schutz genießen und dafür Abgaben an die Kammer entrichten. Die Juden zahlten zwar die Abgaben, fanden aber nicht immer Schutz. 17. Der englisch-jüdische Schriftsteller und zionistische Politiker Israel Zangwill. 18. Josele Rosenblatt, gest. 1933 in Palästina. 19. Der aus Polen stammende Professor Bronislav Hubermann. 20. Mattersbur^, Binnenland xaed p&(Ui3tina Offizielles Propagandabüro der Sfadtgemeinde Tel-Aviv Am 12. Juni ab Wien mit dem Eildampfer „Italia" Für Einzelreisende Schiffskarren zu Originalpreisen! Abfahrt jeden Mittwoch ab Triest Auskünfte und Anmeldungen i n Reisebüro Compass Tours, Wien IX., Spitalgasse 3 Telephon Nr. B 42-5-38 25

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