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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-05-01 · 7 (Mai 1934) · p. Seite 23

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
7 (Mai 1934)
Date
1934-05-01
Page
Seite 23 (sequence 25)
Language
German
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war, nur eines „eingegangen" (wie die Menschen mit jener hochmütigen, noch über das Grab dauernden Distanzierung von den Tieren sagen. Sie ahnen freilich nicht, daß sie, die das Sterben zu menschlich für ein Tier finden, mit dem „Eingehen" das Menschlichere gefunden haben. Eingehen, ja. In die Natur...) Gebete wurden nicht gesprochen. Aber Agathe san," ein bißchen. Sie sang: „(Juten Abend, gut' Nacht, mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlupf unter die Deck'!" Bei „Näglein" fiel Hanni ein, und „Morgen früh, wenn Oott will, wirst du wieder geweckt!" sangen sie beide. Sie fanden das am passendsten. Neugierig, ein wenig scheu, zögerten die zwei schwarzen Hundegeschwister bei dem Grabe. Sie waren behend und gesund, das eine wie das andre. Nedda konnte stoh' auf sie sein. Doch Nedda kümmerte sich nicht um sie, sah nicht ein, daß sie die schöneren behielt, die behenden und gesunden, während Hell, das Hündchen, das schwächste und das lebensuntüchtigste gewesen war. Sacht mit den Vorderpfoten rührte sie den Hügel an ..., scharrte, wieder, immer wieder. „Was will sie denn?" fragte Agathe. Hanni wußte auch das. „Das ist doch natürlich!" belehrte sie die Schwester. „Den Hell will sie!" Und es war natürlich. Denn Nedda wollte nichts, als was jede Mutter will: ihr Kind. Copyright 1932 by Paul Zsolnay Verlag A. G., Berlin/ Wien/Leipzig. — (Aus dem Novellenband „Kinder" von Ernst Lothar.) ■humum......iiiiiiiii......iiimmiiiiimiiiiiiiiiiiiHiimmiiimiiiimiimiuiiiimiii......■■■.....m.........mumm........i......imiimimimiiiimiiiimii «SacÄWftfecÄttftgen Geschwister Oppenheim. (Lion Feuchtwanger, l'J34 im Querido-Verlag, Amsterdam. Der deutsche Jude Feuchtwanger nimmt zu den durch die nationale Revolution geschaffenen Verhältnissen >m Deutschen Reich Stellung. Er zeigt mit vollster Offenheit an Hand von authentischem Material die Zustände im heutigen Deutschland auf. Eine Reihe von Personen, eine Hille von Geschehen ziehen an uns vorbei. Das Werk ist sprühend von Leben, Kraft und Realistik. Der Haß. (Heinrich M a n n, 1934 im Üuerido-Verlag, Amsterdam.) Ein Stück deutscher Zeitgeschichte nennt der Autor sein neuestes Werk. Und wenn man von der fast sechzigseitigen Einleitung absieht, so kann man wirklich von einem auf das Deutsche" Reich beschränkten Geschichtswerk über dje Jetztzeit sprechen. Mann führt uns die regierenden Männer des heutigen Deutschland vor Augen und schildert aas Nazileben in erschütternder Naturaiistik. Es ist zu begrüßen, daß der Autor in diesem Werk die Form der Abhandlung gewählt hat, die sich in dem ihm eigenen Stil besser liest als ein Roman. Zu bedauern sind die Ausfälle Öegen Oesterreich, die besser unterblieben wären. e. 1. NOTIZEN Der Fiba-Verlag, Wien, kündigt das Erscheinen eines vierteiligen Palästinawerkes von Hugo Herrmann Hotel MüÜnov und eines neuen Palästina-Handbuches an. ZagJie£i Der Jüdische Verlag, Ges. m. b. H. in Berlin, bereifet 16 Herausgabe eines Herzl-Sammelwerkes vor, das mehreren Teilen erscheinen und bisher noch nicht veröffentlichte Schriften Herzls enthalten soll. (JUGOSLAVIJA) i^S^^^y^ Neues Haus direkt im Zentrum - Jeder Komfort ili^V^Si^S,^-^, Empfehlen Sie das Wiener Jüdische Familienblatt die überparteiliche Monatsschrift, Ihren Freunden und Bekannten! ✓ 23

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