Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 4 (15. Februar 1934)
- Date
- 1934-02-15
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Alexander, unseren jetzigen König, Ihm seinem Einzüge in Beograd zu begrüßen. Soll ich über Dr. Salomon Alkalay sprechen? Seihst eine kurze Schilderung seiner Tätigkeit würde den Rahmen dieser Ausführungen überschreiten. Aber ein Passus aus seinem Testamente sei den .luden in Deutschland zum Lesen empföhlen : „Als Erinnerung an mich diene meinen Genossen aus den Tagen der Kindheit und der Frühen Jugend unsere langjährige Arbeit, der wir anfangs im engsten Kindes- und Jünglingskreise, später in Fragen allgemeiner Natur oblagen, stets erfüllt vom gleichen Geiste und Streben, durch werktätige Arbeit und Aufopferung beizutragen Dr. Salonion Alkalay, Beograd zum Portschritte unserer Gesellschaft-, unserer religiös-kulturellen Genossenschaft und unserer llei- Hiatsgeraeinde, unseres schönen und ruhmreichen Beograd. Dann wirkten wir für unser Vaterland und trugen durch unsere Tätigkeit persönlich dazu '>ei, daß dessen Grundpfeiler sicher aufgebaut w erden; w ir opferten uns als Aerzte auf dem Schlachtleide, als Soldaten im Schützengraben und als öffentliche Arbeiter durch das Lebendige und geschriebene Wort. Wir arbeiteten auch für die Auferstehung des großen jüdischen \ olkes, das sich unerschüttert aul dem Gipfel seines mentalen und moralischen Ruhmes aus der Tiefe physischer Leiden zu erheben beginnt. Möge der Geisl der Arbteitsfreudigkeit und der Bereitschaft zur Aufopferung nie erlöschen und aus unserer Mitte schwinden!" Schema ja Demajo unternahm das Wagnis, nach der Annexion Bosniens und der Herzegovina, da schon alles zum Weltkriege drängte, an der Spitze seiner jungen Makkabäer in das damals noch unter österreichisch-ungarisc her I lerrschafl stehende Sarajevo zu kommen, wo er Triumphe für den jüdischen und auch den serbischen Gedlanken erntete. Alle dies Männer waren Zionisten, die sowohl im Serbien der \ orkriegszeit als auch im heutigen Jugoslawien ihre jüdische Nationalität ollen zur Schau trugen, dabei aber gute serbische bezw. jugoslawische Staatsbürger waren. Es gelten da die Worte, die Dr. Alexander Licht, der jetzige Führer der jugoslawischen Zionisten, bei einer Gelegenheit sprach: ,,Ich gedenke nicht Beweise für die nationale Eigenart der .luden vorzubringen; mir genügt es, daß wir, der junge, stolze und selbstbewußte jüdische Nachwuchs, ebenso fühlen und denken, wie unsere Umwelt." Und nun zur Feststellung des Verhältnisses zwischen Sephardim und Aschkenasim! Als die sephardische Weltbewegung einsetzte, der sich auch die jugoslawischen Sepharden begeistert anschlössen, erschien in Zagreb eine Schritt S. Kamhi's: „Sefardi i sefardski pokret" („Die Sepharden und die sephardische Bewegung"), Zagreb 1927. Der \ erfasser betont da, die sephardische Ligenart dürfe nie verschwinden, weil sonst auch das Sephardisch-hebräisehc v erloren ginge. Dann gäbe es allerdings keinen L nterschied mehr zwischen Sephardim und Aschkenasim, aber es würde dann auch bei den .Sepharden der Typus jener deutschen .luden entstehen, die sich vollständig assimiliert haben und für das Judentum verloren sind. Kamhi sagt, der Zionismus habe wohl seine klassische Form und seine Ideologie im deutschen Judentum gefunden, aber diese Art tauge nicht für die Sepharden. Die Methoden, deren sich der Zionismus im Westen bedient, ließen sich nicht auch aul die Sepharden anwenden und das jüdische Problem und jenes der nationalen Befreiung könnten den Sepharden wieder nur durch Sepharden auseinandergesetzt werden. Dr. Isak Alkalay hat in seiner Hede im Senat erwähnt, daß sich die jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland, die jetzt in Jugoslawien weilen, für 11