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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-02-15 · 4 (15. Februar 1934) · p. Seite 6

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
4 (15. Februar 1934)
Date
1934-02-15
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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Von den Spliter Juden sagt der heimische Historiker, Universitätsprofessor Dr. Grga Novak, in seinem Werke „Zidovi u Splitu" („Die Juden in Split"), Split 1920, man zolle den Juden in den Annalen der Stadt Split stets, manchmal sogar zu großes Lob, aber nirgends sei etwas zu finden, Was auch nur den geringsten Schatten auf ihre Tätigkeit werfen könnte. Hier sei bemerkt, daß die Spliter Juden unter ihren Vorfahren nicht nur solche von der iberischen Halbinsel aufweisen. Dies wissen selbst viele Juden nicht, kann also Herrn Dr. Ivan Majstrovic umso weniger bekannt isein. Der jüdische Historiker weiß übrigens, daß auch nach »Spanien und Portugal .luden aus allen Ländern zogen. Ich verweise da z. B. auf die aus der Rheingegend stammende Familie Ascheri, dann auf die vom kroatischen Historiker Dr. Vladimir Mazuranic oft hervorgehobenen Verbindungen zwischen kroatisch-dalmatinischen Juden und jenen Spaniens. In Split bezw. Solin, dem römischen Salona, Split, Archäologe Monsignore Dr. Frau Bulic 6 gab es schon in vorchristlicher Zeit .luden. Dies beweisen die Funde des Archäologen Monsignore Dr. Fran Bulic: (u. a. eine Menorah), die ich mit Bewilligung des genannten Gelehrten schon vor Jahren der jüdischen Oel'fentlichkeit publizieren durfte. Ebenso haben wir auch Kenntnis von den Juden in Split aus der Zeit vor der Einwanderung aus Spanien. Der Kirchenhistoriker Farlatti erwähnt in seinem ,,lllyricum sacrum" im Jahre 1397 die Synagoge, die sich im Innern des diokletianischen Palastes neben dem Kr\ ptoporticus befand. Unzertrennlich vom Namen der Stadt Split ist jener der Familie Morpurgo. ''" i^^ni^iHnm^prT Split, Weil. Vid Morpurgo Die große Bedeutung Vid Morpurgo's für die kroatische nationale Politik und für das Judentum habe ich anläßlich seines Todes in Blochs ,,Oesterreiehisehcr Wochenschrift" dargestellt. Vid Morpurgo war zielbewußter Jude. Gerade deshalb war es seine Leberzeugung, daß sein Platz nicht in den Reihen der herrschenden italienjsehen Partei unter Bajamonte sei, sondern an der Seite der unterdrückten Kroaten. Vid Morpurgo gründete das erste kroatische Blatt in Split. Er schul eine Druckerei und eine Buchhandlung. Er war Präsident der Ilandclskanimer, Landtagsabgeordneter und selbstredend auch der Führer der dortigen jüdischen Gemeinde und aller Institutionen. Sein Andenken bliebe in Split unvergessen, auch wenn keine Straße seinen Namen führte. Die Vorfahren eben dieses Vid Morpurgo waren, — was Herr Dr. [van Majstrovic offenbar nicht weiß, — vor einem halben Jahrhundert aus dem damals noch unter der Herrschaft des Kaisers stehenden Maribor (Marburg) nach Split gekommen. Wenn Herr Dr. Majstrovic und jene, die bloß von sephardischen, aber nichts von askenasischen

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