Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 3 (Jänner 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/8245601-8695753-8695754--028-8245626- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Josef Frankenstein Der Czortkower Wunderrabbi Als im Jahre I7(i() Israel Baal Schein low, der Begründer des Chassidismus, sein Endo herannahen Fühlte, sprach er zu seinem Schüler und Nachfolge* Reh Beer von \ I i/i i( / : „Meine Seele wird vom Himmel zur Erde herabsteigen und in einem deiner Söhne fortleben. Kr wird Israel heißen und die Well wird durch seine Heiligkeit und Heinheil heller erscheinen." Als Heb Heers Enkel, Heb Sehloime, ein Kind namens Israel gehören wurde, sprachen die Chassidim: „Gepriesen sei der Name des Ewigen. Die Worte Baal Schein Tows sind in Erfüllung uejjanfjen. Seine Seele lebt in Israel." Und dieser Reb Israel, genannt der „Ruzyner", ist der eigentliche Begründer der ch a s s i d i s eh en Dynastie de r H a b 1) i n e r I a m i 1 i e F r i e d m a n n. Im Alter von 17 Jahren ließ er sieh in Ruzyn, nicht weit von Kiew, nieder. Die königsarlige HoffOhrung und das luxuriöse Treiben dieses Mannes erregte das Mißtrauen der russischen Regierimg, die ungern feststellte, daß ein Jude große Macht erlange, und sie schickte Spione ins Haus Friedman», um ihm Unannehmlichkeiten zu bereiten; er hatte den Neid der Gegner der Chassidim erweckt, die ihn oll - bei der Regierung schuldlos verdächtigten. Die russischen Behörden nahmen gerne die Beschuldigung auf, daß Heb Israel „einen Staat im Staate" gründen wolle. Der Zufall wollte es, daß ein jüdischer Provokateur!, der Juden bei der russischen Polizei denunzierte, die deshalb entweder nach Sibirien oder ins Gefängnis wanderten, spurlos verschwand. Nach langem Suchen wurde er im Ofen einer Badeanstalt verkohlt aufgefunden. Dieses Ereignis benutzte die russische Polizei dazu, um Heb Israel unter der Beschuldigung, die Verbrennung des Provokateurs gutgeheißen zu haben, zu verhalten. Nach fast zweijährigem Kerker gelang es Heb Israel, nach Oesterreich zu fliehen. Hier ließ er sieh im Jahre 1842 in Sadagora nieder. Nach dem Tode Reb Israels teilten sich die Söhne in seine Herrschaft: Reb Abraham Jakob blieb in Sadagora. Heb Moses Dawid schlug seinen Sitz in Czorikow, Reb Bereniu in Liawe, Heb Wichum in Stifinetsch und Reb Mordechai in Husiatyn auf. Die Zahl .der Chassidim, besonders der „Czortkower", wurde immer größer, Auch Christen kamen oft nach C'zorl kow und besonders die polnischen Adeligen hielten viel vom Czortkower Rabbi. Sie pilgerten zu ihm, wenn ein Familienmitglied schwer erkrankte oder wenn guter Hai teuer war. Kaiser Franz. Josef hatte den „Czortkower" mehrere Male in Audienz empfangen, und Theodor Herz! halle mit ihm eine längere Unterredung. Während des Krieges verließ Heb Israel, der Sohn Heb Dawid Moses, Czortkow und ü b e rs iedel t e n a c Ii Wien. Seine Anhänger blieben ihm auch weiter treu und sie kamen aus allen Ländern der Erde nach Wien, um ihm Streng rituell! Ganzjährig geöffnet! PENSION Dr. HECHT rituell geführte Dependance des Palace-Sanatoriums SEMMERING .<«<o„ J. Eisenberg Dr. med. S. Erber Prachtvoller Fernblick auf Schneeberg und Rax. Modern eingerichtete Zimmer mit Balkon. Fließendes Wasser. Gesellschaftsräume. Liegehalle. Turnplatz. Sämtliche Kureinrichtungen für Hydro-und Elektrotherapie, Diathermie, Höhensonne, Fango usw., Röntgenapparat, Mikroskopisches und chemisches Laboratorium, Diätküche für Mast- und Entfettungskuren, für Diabetiker, Magenkranke usw. Separate Abteilung für Kinder unter pädagogischer Aufsicht. Eigener Sportlehrer, Ski, Rodeln, Eislaufen, Schlittenfahrten. Mäßige Preise Prospekte gratis Auskunft: J. Eisenberg, Wien, IL, Gr. Pfarrgasse 8 Telefon A-45-4-92 Telefon A-45-4-92 18