Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 3 (Jänner 1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Zu Punin fidch Pdldstifid mit Neapel oder mit dem Bildampfer „Italiu" ab Tricst. 20. Februar bis 14. Mär: 1934. Verlangen Sie Prospekte. Anmeldungen u. Auskünfte Reisebüro ,,MARi EN BRÜCKE" <Palästinadienst> Wien I. Rotenturnistr. 26, Tel. R-24-2-86 u. R^24=2,87 über künstlerische Probleme und kam unter den Eindrücken, die er von diesen enthusiasmierten jungen keuten bekam, auf die Idee, mit diesen aufstrebenden Talenten an seinem Theater ein neues „Studio" zu gründen. Stanislawski übertrug die Leitung des neuen „Studio" seinem genialen Meistersehülcr Jewgenij Wae'htang o w. Leider aber erkrankte Wacbtangow und starb in Moskau naeh zwei Jahren schweren Lungenleidens, kaum ,58 Jahre alt. Er war eine Hoffnung der russischen Kunst gewesen. Noch als Totkranker ließ er sich im Rollstuhl, zuletzt auf der Tragbahre,, auf die Bühne bringen, um die Proben von „Dybuk" zu leiten. Er spuckte Blut, hatte kaum mehr schidolow das Stück neu inszeniert. Das nächste Werk war Leiwiks dramatische Dichtung „Der Golem" unter der Regie Wer schilows. l ast gleichzeitig wurden dann Richard B e er - H o I f m a n n s biblische Dichtung ,,J aa k obs Traum" und die ganz moderne amerikanische Komödie „S in tf lu t" von B e r g e r herausgebracht. Einige Jahre später hat die „Habimah" „Jaakobs Traum" von Beer-Hofmann und „Die Krone Davids" nach Calderons „Die Locken Absaloms" dargestellt. Im Juli fand in Berlin die hebräische Uraufführung von Shakespeares unsterblicher Komödie „Was ihr wollt" statt. Michail Tschechow, Neffe des großen Dichters Tschemerinski als Zadik aus Miropol in „Dybuk" W'arsrhawe Jaakobs Traum' Prutkin als Mescruilladi in „Dyfcuk' die Kraft zu sprechen. Aber er harrte bis zum letzten Atemzug auf seinem Posten aus. So ist die „H a bi m a h" d a s Werk W a c ht a n g o w s und Stanislawskis. I m eigenen kleinen Theater in Moskau fand die Uraufführung des „Dybuk" statt. Mit diesem Tage begann der große .Aulstieg der „Habimah". Der ornamentalen Realistik des „Dybuk" von Anski, dem Waehtangow die Regie, Altmann das Bühnenbild, Engel die \h.sik gegeben hatte, folgte Pinskis Meisterwerk „Der ewige Jude". Diesmal hatte Met- Anton Tschechow, ein Stockarier aus aller chrisl [icher, russischer Familie, führte die Regit' dieses Stückes. Wenn auch die „Habimah" in der Revo lu t i o n s z e i t g e b o r e n w u r d e, hatte sie v o n d e n ext r e m e n K o in m u n i s t e n n i c Ii t wenig zu erdulden. Ihre Gegner betrachten nämlich die hebräische Sprache als Sprache der Zionisten und der Religion, das heißt, als ein Ueberbleibsel der reaktionären Kultur! Line geplante Tournee der ,,Habimah" durch ganz Rußland mach- 13