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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-01-01 · 3 (Jänner 1934) · p. Seite 12

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
3 (Jänner 1934)
Date
1934-01-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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CÄSAR SEGALOW „ÜcJUvnaU Die hebräische Bibelbühne der russischen Juden Zur 15jährigen Bestandsfeier der „Habimah" am 28. Dezember 1933 Die ersten \ ersuche, ein hebräisches Theater zu gründen, datieren vom Jähre 1907, aber all diese \ ersuche waren noch nicht genug reif und erfolgreich. Erst durch den Kerenskiumsturz des Jahres 1917 wurden die russischen Juden vollberechtigte Staatsbürger. Die .Mauern des Ghettos waren zertrümmert und ganz Rußland stand den -luden ollen. Das erwachende Nationalgefühl fand Ausdruck in der Gründung jüdischer Theater in vielen Städten, wo \ olksstiiekc im ostjüdischen Jargon gegeben wurden. Eine Gruppe für das Theater begeisterter junger heute, meist aus besten jüdischen Familien stammender Studenten und Studentinnen, gründete am 28. Dezember 191(5 in Moskau einen dramatischen Dilettantenverein. \ iel hohe |> a t h e t i s c h e S t i 1 einer Theatervorstellung, die ä h n 1 i e h eine r K i r c h e n m e s s e ist, einstellen, während ein solcher Stil in jiddischer Sprache kaum denkbar ist. D e s h a I b w ä h 1 t e u d i e s e j u n g es Leut e a1s T h e a t e rs p r a c h e d a s h e b r ä i s c h e u n d b e n a n n t e n i h r e B ü h n e „IIa bimah". Unter diesen Theaterbegeisterten war die Howina. Bildschön in der stolzen Haltung ihres hohen schlanken Körpers und hinreißend durch die beseelte Leidenschalt ihres Spiels und die Melodik ihrer weichen, schmiegsamen Stimme, Feuer in den ausdruckvollen Augen, Schatten schwermütiger Trauer im Klang ihrer Worte. Nach dreijährigen Bestände des Vereines sah zufällig ein rührendes Ein Szenenbild aus dem »D/buk«. Im Vordergrund die Rowina Friedland als Chanan in Anski's »Dybuk« Wissen, Idealismus und Hingabe steckte in diesen jungen Menschen, die hungernd und frierend inmitten der großen Revolution der Schauspielkunst als treue Jünger dienten. Die Mitglieder dieses Theatervereines erkannten aber, daß eine Nation nur in ihrer eigenen, aus ihrem inners t e n W e s e n e r w a c h s e n e n S p r a c h e d a s naturgemäße und vollkommene Ausdrucksmittel besitzt. Nur in dieser Sprache, auch in der Musik der Aussprache, kann sich der Mitglied des Moskauer Künstlertheaters die Rowina während einer dieser Dilettantenaufführungen und wurde auf die blendende, rassige Erscheinung und ihre noch ungeschulte, aber starke Begabung aufmerksam. Er bewog Stanislawski, sich eine Vorstellung, an der die Rowina mitwirkte, anzusehen. Stanislawski erkannte sofort die große Begabung dieser jungen Künstlerin und lud sie, sowie auch einige ihrer talentiertesten Kollegen, zu sich, unterhielt sieh mit ihnen einige Stunden lang 12

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