Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 16 (25.12.1908)
- Date
- 1908-12-25
- Page
- Seite 130 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 16 LITERATURBLATT 130 semem Schluss überein: ,,Noch vieles ist zu sagen. Doch ietzt hat das neue Judentum das Wort. Neue Juden sind schon da. Das neue Judentum komme! „Zum nächsten Jahre in Jerusalem!“ Notizen Jüdische Enzyklopädie. Eine jüdische Enzyklopädie in 'russischer Sprache beginnt in Petersburg zu erscheinen, herausgegeben von der Gesellschaft für wissenschaftliche jüdische Publikationen und von der Verlagsbuchhandlung Brockhaus-Efron, wobei die 1 etztere den Druck und Vertrieb des Werkes besorgt. Nach einem ebenfalls in russischer Sprache erschienenen Prospekt gründet sich das Werk auf die kürzlich in englischer Sprache erschienene zwölfbändige „ J ii d i s c h e Enzyk o p ä d i e“ (Jewish Encyclopaedia“. New-York 1901 bis 1906) und soll alles bieten, was zur Kenntnis der Bibel, des Talmud und der jüdischen Geschichte für Juden und Nichtjuden erforderlich ist. Die arabisch-spanische Periode, in die die Blütezeit des jüdischen Denkens und Lebens fällt’, sowie die schwere Periode des Mittelalters, die sich für die Juden im allgemeinen fast bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, für die Juden in Russland aber bis in unsere Tage hinzieht, werden ebenfalls in zahlreichen Biographien, in der Geschichte der europäischen Länder und Städte, in Abhandlungen unter speziellen Stichwörtern vorgeführt werden. Der Geschichte, wie auch dem Leben und der Tätigkeit der Juden in Littauen und Polen während dieser Periode wird der gebührende Platz eingeräumt werden, und es werden in dieser Beziehung die Lücken und Mängel der englischen Enzyklopädie am gründlichsten auszufiilien sein. Den Abschluss des ganzen Gebäudes der „Jüdischen Enzyklopädie“ wird die Geschichte der Juden im. 19. Jahrhundert bilden. Die „Jüdische Enzyklopädie“ wird aus 16 Bänden bestehen, jeder zu 30 Druckbogen (der Bogen zu 90 000 Buchstaben) und wird im Laufe von vier Jahren erscheinen. Die Ausgrabungen in Gezer. Seitdem zuletzt an dieser Stelle über die Ausgrabungen an der reichen palästinischen Stätte von Gezer berichtet, haben die Ausgrabungen daselbst ihren Fortgang weiter genommen. Im letzten Heft des „Palaestine Exploration-Fund“ berichtet der bewährte Leiter der Arbeiten daselbst, Rev. Steward Macalister. über das. was im Laufe dieses Sommers dort geschehen ist. und bittet zugleich um weitere Mittel, damit die neun Monate, für welched er Ferman für Gezer noch läuft, richtig ausgenützt werden können. Im allgemeinen sind, seine diesjährigen Resultate mit folgenden Sätzen zusammenzufassen: Seit einigen Jahren ist es bekannt, dass der Pharao Meremptah in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts v. Chr. Gezer erobert hat. Nunmehr hat man ein elfenbeinernes Pektoral mit der Figur eines den Gott Toth anbetenden Königs und der Cartuche des Meremptah auf dem Felsen am Nordende von Gezer gefunden. Die noch immer unerklärten gestempelten Topfhenkel sind nunmehr durch ein Exemplar vermehrt worden, das den Namen „Menschak“ trägt, ohne dass der übliche Zusatz „Dem König“ zugefügt ist. Möglicherweise waren die Töpfe, welche den Königszusatz nicht tragen, für den Export nach dem Reiche Judah bestimmt, denn Gezer lag g'erade an der Grenze des Reiches Israel. — Ein beschriebenes Gewicht. das in das 3. Jahrhundert v. Chr. datiert ist, ist von besonderem Interesse als das einzige bis jetzt gefundene Objekt mit genauem Datum. Die Inschrift lautet: „Im Jahre 33 von Sosipater, dem Marktaufseher.“ Es handelt sich um das Jahr 33 der seleucidischen Aera 290 v. Chr. An der gleichen Stelle fand sich ein Stein mit der Inschrift „Antiochu“ und dabei war die Karikatur eines Tieres, das man zweifei-