Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 15 (18.12.1908)
- Date
- 1908-12-18
- Page
- Seite 123 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 15 LITERATURBLATT 123 Inhalte untersucht, E e r d i n a n d Rose n t li a 1: Die Kritik des Maitmmidischen „Buches der Gesetze" durch Nachmanides. Ohne liier auf die Prüfung der einzelnen Arbeiten bereits einzugehen, können wir feststellen, dass es den Herausgebern gelungen ist. für die einzelnen Themata» die berufensten Bea:beiter heranzuziehen. Das war leichter auf dem Gebiete der Systematik als auf dem sprachlichen Gebiete. Umsomehr freut es uns, schon jetzt konstatieren zu können, dass die Redaktion aut diesem Gebiete nicht minder vortreffliche Mitarbeiter erworben hat. wie auf den andern. Erff. üründungsgeschichte des Stadttempels der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Mit einer Einleitung: Die zeitgeschichtlichen allgemeinen Verhältnisse der Wiener .luden. Nach arehiväfisehen Quellen von Sigmund Husserl, Archivbeamter der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Mit einer Innen-Ansicht des Stadttempels und 14 Porträts. Wien und Leipzig: Wilhelm Brarunüller 1906. 139 S. 8°. Die Arbeit ist durchweg auf Grund unbenutzter Dokumente geschrieben. Sie gibt ein vortreffliches Bjkl der Wiener Zeitverhältnisse und einen interessanten Blick in die soziale Entwicklung. s. Modernismus und .Judentum. Eine Apologie. Von Dr.Heinrich Leo Reich. Wien und Leipzig: Wilhelm Braumüller 1908. VI, 63 S. 8°. Preis 2 Kr. 40 H. 2 Mark. Mit Recht nennt der Autor seine Schrift eine Apologie und wir können hinzufügen, eine recht gute Apologie. Er behandelt Geschichte als Apologie, dann das Verhältnis von Modernismus, soll heissen von moderner Wissenschaft zur Religion, insbesondere zur jüdischen Tradition, dann die Ethik als Grundlage von Staat und Kirche. Hieran schliesst sieh ein Kapitel „Glaube und Gottvertraucn“. worauf das Verhältnis von Naturforschung zur Schöpfungsgeschichte in dem Sinne kurz behandelt wird, dass das Auseinanderklaffen beider durch eine Scheinbrücke der Erbaulichkeit künstlich iiberbriiekt werden soll. Die mosaischen Speisegesetze werden als rationelle zu rechtfertigen gesucht und endlich unter dem Namen „Nächstenliebe und Toleranz“ die antisemitische Rassentheorie als unreligiös auch vom christlichen Standpunkte zuriickgewiesen. Der Autor betrachtet das Ganze als einen Weckruf, und zwar sowohl au Juden wie an Nichtjudeti. Er will in möglichst knapper Form an der Hand des ethischen Inhalts der mit dwmi .1 udenbime identischen Lehre seines Begründers Mose nachweisen, dass die Ji»den auf nicht niedrigerer moralischer Höhe stehen, als die Niehljuden. Es ist gut, dass es den Juden immer wieder vorgeführt wird, dass nicht bloss nicht die Juden, sondern ebenso wenig ihre Kultur und Gesittung minderwertig gegenüber den andern ist, denn, wenn auch 'die andern einfach nicht an die Menschenähnlichkeit der Juden glauben wollen, so ist es für die jüdische Selbstachtung notwendig, dass sie ihre grosse Vergangenheit und ihre hohe Kultur wenigstens keimen. H. Sachse. A. M. Luncz: Literarischer P a 1 ä s t i n a - A 1 m amu li f ii r das Jahr 5669, 1908/1909. Jahrgang XIV. Jerusalem: Verlag des Herausgebers 1908. . cromn rry? pto t . ipi? n&*D cmr*s Der Lunczsche Almauach. der zum vierzehnten Male erscheint, macht seinem alten Rufe wiederum alle Ehre. Er ist wiederum ausserordentlich reichhaltig und gewissenhaft redigiert. Von allen Arbeiten möchten wir besonders auf eine hinweisen, nämlich auf die Ä. H. Idelsons, der die Gesänge der yemenischen Juden behandelt und zugleich Noten beigibt, so dass sich auch Fernerstehende hiervon ein ungefähres Bild machen