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Jüdische Rundschau · 1908-12-18 · 15 (18.12.1908) · p. Seite 122

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IV (1908)
Issue
15 (18.12.1908)
Date
1908-12-18
Page
Seite 122 (sequence 6)
Language
German
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122 LITERATURBLATT No. 15 rechtigkeit durchdrungenen Mosaismus. Die Rechtslage in Judäa war denn doch eine andere als sie Band II, Seite 42 und 43 erscheint. Der Blutbann stand in der römischen Provinz ausschliesslich dem Prokurator zu. Wenn der Antisemitismus des Altertums dem Autor „das misstönige Echo ist', der aus Weltweite und Engherzigkeit, sittlichem Pathos und ritueller Aengstlichkeit komponierten Dissonanz, die für die jüdische Frömmigkeit jener Zeit charakteristisch“ sei, so verkennt er den Grund dieses Antisemitismus ebenso sehr wie den Geist des damaligen'Judentums. Die charakteristische Judenfeindschaft ist in Alexandria aus dem Bestreben der Juden erwachsen, in das Griechentum aufzugehen, aber als Hellenen — man könnte sagen —■ jüdischer Konfession doch eine Sonderexistenz zu führen. Ebenso verkennt er die jüdisch-nationale Gesinnung des exilischen Judentums, wenn er glaubt, dass der neue Tempel im neuen (irdischen) Jerusalem in erster Linie steht. Er hätte das bei dem von ihm zur Begründung herangezogenen Zitat aus der Schemone Esre erkennen können, in dem von dem Throne Davids sehr deutlich die Rede ist. der,neue Tempel nicht einmal genannt wird. So könnten viele Stellen zeigen, wie wenig er in den Geist des talmudischen Judentums eingedrungen ist. Er sieht nur den toten Buchstaben, aber er spürt nicht den belebenden Geist. Es ist ja auch ganz natürlich, dass dem modernen Juden neutestamentliche Worte ganz geläufig sein müssen, während der moderne christliche Theologe dem alten und mittelalterlichen Judentum noch ferner gegenüber steht als seinen Kirchenvätern und Scholastikern. Dagegen lässt sich das grosse Geschick nicht leugnen, mit dem Staerk sonst seiner Arbeit nahe getreten ist. Es ist eine übersichtliche Arbeit, die Anfänger in die Kenntnis der' christlichen Wissenschaft über diese neutestamenthehe Zeitgeschichte gut einfiihrt. Heinrich Sachse. Moses Ben Mainion, s e En Leben, seine Werke u ml s e i n E i i! fl u s s. Zur Erinnerung an den siebenhundertsten Todestag des Maimonideß- Herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums durch Professor W. Bacher. Dr. M. Braun, Prof. D. Simons en unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. J. (iuttmaun, stellvertretendem Vorsitzenden der Gesellschaft. Band 1. Leipzig: Gustav lock 1908. (Schriften herausgegeben vor. der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums.) Es ist ein besonderes Verdienst des hervorragenden Orientalisten Prof. D. Simonson in Kopenhagen, xlem früher als Rabbiner dort segensreich wirkte und seit Jahren sich nur der Pflege der Wissenschaften, insbesondere des Judentums .widmet, dass der siebenhundertjährige Todestag Maimunis nicht vorübergehen durfte, ohne dass der Grund zu einem eingehenden Sammelwerke gelegt werden sollte, das dem Verständnis des grossen Religionsphilosopheil dient. Der vorliegende erste Band vereinigt die besten Fachleute und es möge genügen, che das ganze Werk abgeschlossen vorliegt, jetzt auf die 'einzelnen Aufsätze hinzuweiseii. die das treffliche Werk bisher gebracht bat. Nach einer E i n fii h r u n g durch G u 11 m a n n folgen: Philipp Bloch: Charakteristik und Inhaltsangabe des Moreh Nebuchim. Hermann Cohen: Charakteristik der Ethik Maimunis. Jacob (iuttmaun: Per Einfluss der maimonidiseheu Philosophie auf das christliche Abendland. .1. Pagcl: Maimuni als medizinischer Schriftsteller. Bern h a rd Ziemlich: Plan und Anlage des Mischneh Thorali. I. Elb (»gen: Der Ritus im Mischneh Thorali. Adolf Schwarz: Das Verhältnis Maimunis zu den Gaoriim. S. Eppen stein: Beiträge zur Pentatateudh-exegese Maimunis. Israel E riedländer: Die arabische Sprache des Maimoiikies. Derselbe: Der Stil des Maimonides. M o r i t z P c ritz: Das Buch der -Gesetze, nach; seiner Anlage und seinem

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