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Jüdische Rundschau · 1908-12-11 · 14 (11.12.1908) · p. Seite 113

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IV (1908)
Issue
14 (11.12.1908)
Date
1908-12-11
Page
Seite 113 (sequence 5)
Language
German
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No. 14 LITERATURBLATT 113 seinem Nebentitel „Ueberlieferung und Gesetz. Das Fönfbuch Mose und das Buch Josua“ ein Ganzes bildet. Zwei Jünglinge spannen die GesetzesrolTe zwischen sich am gestirnten Himmel aus. Wir gehen weiter und kommen an das erste Buch „Das Buch vom Anfang“. „Sabbath“ eröffnet diesen Abschnitt. Zwei ruhende Cherubim verdecken mit den Flügeln den, von dem du dir kein Bild und kein Gleichnis machen sollst, weder von dem was droben am Himmel noch was drunten auf Erden ist. Und unten auf blumiger Aue. da stehen zum ersten Male Menschen iin vollkommener Sabbathruhe und rings die Natur atmet diese vom Schöpfer ausgehende Ruhe. Und dann lesen wir auf prächtig geschmücktem Blatte: „Als Gott anfing den Himmel und die Erde zu schaffen, da war die Erde wüst und leer.“ Dann sehen wir den Menschen und sein Weib unter dem Baume der Erkenntnis sehnsüchtig hinaufschauen zu den Früchten, während die Schlange am Stamme sich emporringelt. Dann nimmt Adam den Apfel aus der Hand seines Weibes und die Schlange züngelt dazu vom Baume herab. Es folgt auf einem Doppelblatte die Vertreibung aus dem Paradiese, wo die Schlange vorankriecht und der dornige Kaktus des Orients am Wege wuchert. 'Der Cherub mit dem kreisenden Schwerte, der den Menschen ans dem Paradiese vertreibt, trägt dieselben Züge, die Lilien allen denen gibt, diel diesem Volke das Paradies ersetzen wollen, dife Züge Herzls, der ihm auch als Modell seines Moses und jedes Befreiers seines Volkes dient. Ist ihm doch Herzl in seiner stolzen hebräischen Schönheit das liebste und zugleich das grossartigste Vorbild seines Schaffens. Es folgt die Entstehung der ältesten Kultur, der Ackerer binter dem ungleichen orientalischen Gespann und der Eiert hinter seinen Schafen. D'er Landmann ist der Stärkere, der seinen schwächeren Bruder erschlägt. Dann sehen wir die Arche über dem weltumspannenden Drachen, auf dem Meere schwimmen, die Szenen der Sintflut und die Taube mit dem Oelzwiefg des Friedens. Endlich leuchtet der Bogen des Bundes über der verjüngten Erde. Ein wunderbares Bild zeigt uns Nimrod auf der Jagd hinter den langhalsigen Vögeln orientalischer Sümpfe, wie überhaupt in jedem Bhd der ausserordentliche Vorteil zum Ausdruck kommt, den Lilien sein Aufenthalt im Heimatlande der Bibel gebracht hat. Einen so grossen Reichtum bringt bereits die erste Lieferung des neuen Wrerkes, das geeignet ist, die Bibel in modernem Gewände zum Hausbuche des modernen Menschen, vor allem aber des modernen Juden wieder werden zu lassen. Nicht minder gross und grossartig ist aber der Bilderschmuck in den weiteren Lieferungen, so weit sie bereits vorliegen. Da ist vor alHem der Kampf Jakobs, der mit dem weissen purpurgestreiften Beduinenmantel umhüllt, an den Grenzen seines Landes mit dem Manne, dessen dämonische Gewalt in den mächtigen Flügeln angedeut'et ist, ringt.

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